Nkwichi Lodge, República de Moçambique

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Nkwichi Lodge, República de Moçambique

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Ilha de Mozambique by mileitner
22.8.
Trotz des doch recht ruppigen Windes und durchaus hoher Welle bin ich heute wieder , gemeinsam mit einigen anderen, in das kleine Schlauchboot gestiegen und wir haben uns wiederholt auf Ocean Safari begehen. Die Bedingungen und das kleine Boot sorgten dafür, das zwei Leute so seekrank wurden, dass in einer Tour über die Reeling gekotzt wurde, ich neige gott sei dank nicht zur Übelkeit. Das maritime Leben war allerdings heute spektakulär. Buckelwale sprangen in Menge, Delphine unkreisten das Boot, auch eine Meeresschildkröte kam erstaunlich nah und blieb vor allem sehr lange, was eher untypisch ist. Und endlich kann ich hinter das Thema Schwimmen mit Walhaien ein Häkchen setzen, immer noch völlig überwältigt von der sehr nahen Begegnung mit dem größten Fisch. Von all dem gibt es aufgrund des Fehlens einer wasserdichten Kamera keine Bilder, aber es ist ja nicht so, dass es nicht schön Millionen großartige Sealife- Fotos gäbe. Ein paar schöne Bilder gibt es zum Beispiel auf www.tofoinfo.com
24.8.
Es fällt mir schwer, mich von Tofo zu verabschieden. Ich las dergleichen schon in anderer Leute Blogs, dachte , es handele sich um Übertreibung, doch siehe, ich verstehe die. Alle. Ich hab auch noch kein Busticket gekauft, werde das morgen früh um 4 tun, direkt am Bus. Oder nicht. Verflixt. Es gibt diese Orte , die mit ihrer Magie alles andere so relativieren. Die Küste, das Meer, die Boote, die Menschen, der Himmel, die Natur.....Es passt einfach alles. Immerhin hab ich einen Flug gebucht. Von Maputo nach Durban. Am 30.8. Afrika hat es mir schwer angetan.
29.8.
Wie jeden morgen in Maputo gehe ich früh los, beobachte die vorübereilenden Passanten, während ich gemütlich ins Cafehaus schlendere. Dort sitzen täglich die gleichen Menschen, verzehren köstliche Kekse, eine portugiesische Errungenschaft , Toast mit Ei, Käse, Tunfisch etc. Ältere Damen beim Kaffeekränzchen, schwarz, farbig, weiß, bunt gemischt, es wird viel geraucht, weiter hinten die Herrentruppe um den einen Mann mit dem Sauerstoffschlauch in der Nase, immer am gleichen Tisch, es wird mit den Damen, die das Obst auf den Köpfen vorbeitragen, geflirtet auf Teufel komm raus. Weiter hinten Angestellte einer der vielen Botschaften hier in der Gegend, Studenten, Geschäftsleute..... Alle , die hier im Café arbeiten, haben gut zu tun, wuseln herum wie die Bienen. Bis auf einen, ich vermute, dass es sich bei ihm um den Inhaber handelt. Ein kleiner Mann, dessen Herkunft ich rein optisch irgendwo in der osmanischen Ecke vermute, schwer zu sagen. Auf jeden Fall steht der jeden Tag hinter seinem Computer, nahezu unbeweglich bis auf die kleinen, listigen Augen, die ruhelos umherschauen, damit ihnen auch ja nichts entgeht. Vorm Cafe, auf dem Fußweg, stehen Händler und Schuhputzer, im Angebot sind angefangen von Obst und Gemüse über Zeitungen, Nüsse, Cds und DVDs, Hemden & Hosen, Stecker, Kabel & Adapter, Bilder und Haare (die wenigsten Afrikanerinnen tragen ihr eigenes Haar auf dem Kopf, eigentlich nur die mit ganz kurzen Haaren. Faustregel: Wenn es sich im Wind bewegt ist es unecht ) so ziemlich alle Waren des täglichen Bedarfs. Geschäftige Jungs winken vorbei fahrende Autos auf den Grünstreifen, der die Fahrspuren trennt, und bieten dort ihre Wagenwäsche an. Das Wasser dafür stammt aus mitgebrachten Eimern, das Ergebnis nach kurzer Zeit ist erstaunlich. Ist gerade nichts zu tun, wird Dame gespielt. Überall. Während ich das hier schreibe, läuft im Hintergrund ein abstruser Musikmix aus vorderasiatischer, afrikanischer und westlicher Musik, gerade eben gibt es "My Heart Will Go On" in einer Blechflötenversion. Die Szenerie würde einem europäischen Art-House-Film zur Ehre gereichten, so ist es einfach nur ein ganz gewöhnlicher Morgen in einer ganz gewöhnlichen Straße in einer ganz gewöhnlichen Stadt. Maputo, Mosambik, Afrika.

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16.8.
Tofo bzw Praia Tofo ist ein paradiesisch anmutender kleiner Ort, nicht gänzlich unberührt vom Tourismus, es gibt 3 oder 4 Tauchcenter und diverse Unterkunftsmöglichkeiten, aber noch gehört der Ort zu den Rohdiamanten, denen der Zwangsschliff durch die globale Hotelindustrie hoffentlich noch ein paar Jahre erspart bleibt. Man gelangt mit dem Bus oder dem eigenen Auto über Inhambane, eine kleine Stadt die zu den ersten portugiesischen Siedlungen gehört, hierher. Die Reise von Maputo dauert ca 8 Stunden. Die Hauptstraße ist asphaltiert, alles andere durchfährt man besser mit einem Allradfahrzeug. Tiefer Sand auch mitten im Ort, die Supermärkte sind nach wie vor kleine Hütten, Fischmarkt auch. Etliche kleine Bars und Restaurants zeigen allerdings davon, dass mehr als 20 Besucher pro Tag hier eintreffen. In der Hochsaison zur Weihnachszeit sind es sicher ca 300-500 pro Tag. Im Moment aber deutlich weniger. Hauptsächlich treiben sich Backpacker, Budgettouristen wie ich, hier rum, aber auch Familien aus Maputo oder dem südlichen Nachbarn Südafrika. Auf der einen Seite der Landzunge befindet sich die Bucht von Inhambane, die ich gestern beschrieb, auf der anderen der tiefblau bis türkise Indische Ozean, der warm an den nahezu menschenleeren Strand schlägt. Im Moment recht ruppig, aber das ist dem Winter geschuldet, der hier gerade 25°C Kaltfront anbringt. Bibber. 😂 Sobald sich die See wieder beruhigt hat, vermutlich in 3-4 Tagen, werde ich mal mit einem der vielen Boote rausfahren, um mich nach Walhaien umzusehen. Das Schwimmen mit diesen Meeresriesen steht schon ewig auf meiner Wunschliste, und ich hoffe, dass es sich hier ergibt. Die Chance, hier an der mosambikanischen Küste auf diesen größten Fisch zu treffen, ist sehr sehr groß. Bis is soweit ist laufe ich mal nach Inhambane bzw trampe dahin, fotografiere alle, die sich freiwillig fotografieren lassen und schaue mich im normalen Alltag der lokalen Dörfer um. Essen gehen. Muss man ja mal. Und dann entscheidet man sich entweder für eins der echten Restaurants oder für eins der lokalen kleinen Gasthäuser , eher nach Privathäusern aussehenden Buden. In ersteren bekommt man alles recht fix, in zweiteren etwas langsamer , dafür günstiger. Langsamer, weil der bestellte Fisch erstmal auf dem Markt gekauft werden muss...:) Und dann geht's aufs Feuer. Kein Herd, kein Gas, kein Strom. Holzfeuer. Es schmeckt ganz und für 3-4€ ist man satt.
5.8.
Es gibt so etwas ähnliches wie eine Altstadt. Vereinzelt stehen Kolonialbauten in erbärmlichem Zustand eingezwängt zwischen architektonischen Verbrechen neueren Datums. Dazwischen spielt sich das Leben ab. Waren liegen auf dem Fußweg ausgebreitet, die wenigsten hier haben Geschäfte, obwohl es die natürlich auch gibt. Ein Getümmel wie in allen größeren Städten der sogenannten 3.Welt. Garküchen sorgen for für Verpflegung, größtenteils werden Hühner gebraten oder Hamburger zubereitet. Man fragt sich schon, wo das ganze Geld herkommt in einem der ärmsten Länder hier. ( Aber das ist ein Thema für sich, auf der einen Seite hört man immer wieder, wie arm alle sind, auf der anderen Seite ist offensichtlich genug Geld da. The Great Africa Swindle....) Die Stadt ist voller Autos, die etwas aberwitzige Debatte zum Thema Dieselmotor, die momentan die deutsche Medienlandschaft beschäftigt, findet hier nicht statt. Große Karossen aller auch deutschen Hersteller durchpflügen die Straßen. "Hey, Kenny, warum ist du diesen Toast nicht?" Ich bin ab Nachmittag beim HipHopFestival im Franko-Mosambikanischen Kulturzentrum, sozusagen dem französischen Pendant zum Goethe-Institut. Es ist gemütlich angerichtet, rein optisch passt der hübsche Garten eher zu Barockmusik mit Schnittchen und Prosecco, stattdessen hallen die Beats schon von weitem hörbar euch die breiten Straßen Maputos. Auf der Bühne steht von 15-23 Uhr (coole Zeiten) alles, was Rang und Namen hat in Mosambik. Das ist zum Teil skurril , zum Teil ok, aber auch richtig gut. Insbesondere wenn mit richtigen Instrumenten gespielt wird. (Wobei sich meine Hiphopweisheiten in Grenzen halten, und mir seit Eminem auch nicht mehr viele Sachen gefallen haben :) ) Trotzdem: Lustiger Abend. Und ich bin plötzlich irgendwie Kumpel mit der Maputo Posse. Wäre in Dresden nicht so einfach gewesen....😂 Und die echt coolen Dudes sehen aus wie Cool Herk, unten, vom Burning Spear.....das wiederum kennen weder die jungen Menschen hier noch die zuhause. Artists: 20 Eintritt: 3,50€. Cider: 70 Cent. Auch heute passiert: Die Wandlung von super entspannten Mosambikanern zu Polizisten, die einen auf hart machen in zivil. Nach mehreren Gin. Mehreren Gin. Gin. Da sollte ich dann plötzlich die Bilder der Gruppe , die mich zum Bier eingeladen hatte, wieder löschen. Und ja, das waren alles Cops, die zum Teil echt unangenehm wurden. Nun ja, kein Problem. Gelöscht. Fertig. (Falls nochmal jemand wissen will, wofür es beim Iphone den Ordner kürzlich gelöschte Dateien gibt: Genau dafür. Wiederherstellung inklusive)
20.8.
Der Indische Ozean ist immer noch sehr unruhig, rausfahren ergibt noch keinen Sinn, deshalb immer noch keine Walhaie, Buckelwale kann man aber vom Ufer aus auch beobachten. Eine lange Wanderung führte mich heute am menschenleeren Strand entlang gen Norden und von da quer durch Dörfer und Palmwälder zurück nach Tofo. Es ist erschreckend, wieviel Mikroplastik am Ufer liegt. Und dabei handelt es sich keineswegs um Müll der Bewohner, nein, all das schwimmt in den Meeren. Ein furchtbar trauriger Anblick. Der Müll, der in den Ozeanen schwimmt, hat mittlerweile schier unvorstellbare Ausmaße angenommen. Die Folgen sind verheerend. Ich warte weiter auf ruhige See, und denke, dass ab morgen etwas weniger Welle sein wird. http://wwf.de/themen-projekte/meere-kuesten/unsere-ozeane-versinken-im-plastikmuell http://20min.ch/wissen/news/story/27644369