Ohne Namen laufe ich, durch Wald und Flur. Mit geneigtem Kopf und einem seligen Lächeln streiche die hĂźfthoch wachsenden Gräser beim Vorbeigehen, was ist ein Name schon?, frage ich sie. Und sie wiegen sich im Wind. Der erste Mohn klatscht rot in den Tag, durchscheinend und doch so satt, so direkt. Was ist schon ein Name?, frage ich sie und ich staune, wie jeden Tag, kopfschĂźttelnd Ăźber dieses Blumenwunder. Und sie zittert in der noch kĂźhlen Morgenbrise. Ohne Namen laufe ich, bis ein wild verwachsener Garten am Wegesrand nach mir zu rufen scheint. Woher ich das weiĂ, weiĂ ich nicht. Kennt er einen Namen den ich nicht habe? Habe ich einen Namen den ich nicht kenne? Ich gehe bis zum Zaun. Das kleine mit einer 160 versehene Metallschild hängt schräg am Tor. Ich mĂśchte es richten, doch da raunt der alte Apfelbaum und in der Ferne schreit eine MĂśwe. Ein Name ist auch nur eine Metapher, nicke ich ihm zu und verabschiede mich, bis morgen.

















