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*zeit.punkte*
Wie ist's möglich, dass sich ein Lächeln innerhalb Bruchteilen einer Sekunde auf ein Gesicht zaubert und im gleichen Tempo wieder das Weite sucht? Wenn sich Gedanken und Gefühle freie Bahn nach außen schaffen und der Körper losgelöst von jeglicher Kontrolle reagiert?
Sonne auf mein Gesicht - und die Zeilen: "Auf dem Marktplatz der Gefühle ist derjenige vorne dran, der extravagant sein Äußeres betont. Ein bisschen mehr, ein bisschen neuer, ein bisschen anders." (Laura Weber, "Hipster vs. Streichquartett, Blatt 3000, Ausgabe 1) Meine Lippen kräuseln sich zwangsläufig zu einem Grinsen.
Zeitpunkte sind's, die gerade durch meinen Kopf schwirren - die verschiedenen Ebenen von Zeit, die ich nicht erklären, nur spüren kann. Und die nur dann explizit zu Tage treten, wenn man sie so gerne auf eine Welle legen würde und sie sich jeglicher Kontrolle entziehen. Die Zeit als fließendes, wandelbares Gut, das Feststehendem den Boden entzieht. Zeitpunkte als Momentaufnahmen eines Lächelns, einer vorgeschobenen Unterlippe oder einem nicht deutbaren Ausdruck in den Augen - ein Umdrehen, das sich wie unter einer Lupe anfühlt und ein Blick zurück, schon aus diesem Zeitpunkt herausgetreten. Eingeprägt. Eingebrannt. Immer wieder abrufbar als Erinnerung, die mit jedem Ruf langsam weiter verblasst, einer Wunschvorstellung näher und der Realität ent- rückt.
Ich gehe ganz langsam, sachte, auf meine Bewegungen bedacht die Straße hinunter. Irgendwas in mir fühlt sich frei und doch gleichzeitig so schwer an. Rationalität kämpft einen Schwertkampf gegen Emotionen. Eine gemeinsame Zeit loszulassen und mit Zeit.punkten zurückzubleiben.
Gibt's den falschen Zeitpunkt überhaupt? Gibt's nicht einfach nur verschiedene Realitäten, die zu ungünstigen Zeitpunkten zusammentreffen? Wie sonst kann in einer gemeinsamen Zeit ein Mensch alles fühlen und der andere gar nichts?
Fernando Torres looking melancholic during Atletico Super Cup celebrations
via: 101greatgoals