Einzelhandel: So mÀchtig ist Amazon in Deutschland
Wo kaufe ich ein â bei Amazon oder der Konkurrenz? Diese Frage beantworten viele Deutsche zugunsten des E-Commerce-Riesen aus Seattle. Die Infografik von Statista zeigt auf Basis von SchĂ€tzungen der UniversitĂ€t St. Gallen (veröffentlicht im Handelsblatt vom 07.11.2018 ), wie groĂ die Marktanteile von Amazon in unterschiedlichen Kategorien sind. Die Werte beziehen sich dabei jeweils auf den gesamten Handel, also den Online- und stationĂ€ren Handel. Besonders stark ist Amazon demnach in den Bereichen BĂŒcher, Spielzeug und Elektronik und Computer: hier liegen die Marktanteile zwischen 16 und 20 Prozent. Bei Produkten aus dem Bereich Haushalt, Garten und Baumarkt entscheidet sich immerhin noch jeder zehnte BundesbĂŒrger fĂŒr den Kauf bei Amazon. Bei Lebensmitteln konnte das Unternehmen hingegen noch kaum FuĂ fassen, hier liegt der Marktanteil bei bescheidenen 0,05 Prozent. Matthias Janson
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/e-commerce-so-maechtig-ist-amazon-in-deutschland/23578310.html?ticket=ST-2002878-npMcY1gTKaTDCMe3tj9V-ap4
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https://de.statista.com/infografik/16018/marktanteile-von-amazon-in-deutschland/
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Statistiken zu Amazon
Das US-Unternehmen Amazon.com, Inc. ist ein Online-Versandhaus mit HauptgeschĂ€ftssitz in Seattle. Ăber seine E-Commerce-Plattform verkauft Amazon neben BĂŒchern, ElektrogerĂ€ten und Bekleidung auch Lebensmittel, Drogerie- und Baumarktartikel, Spielzeug sowie Sport- und Freizeitartikel. AuĂerdem ist Amazon einer der gröĂten E-Book-Anbieter weltweit, der mit dem Amazon Kindle einen eigenen E-Book-Reader vertreibt und auch BĂŒcher von Autoren verlegt. Zu den weiteren Angeboten und Produkten des Online-HĂ€ndlers gehören zum Beispiel die Onlinevideothek Amazon Instant Video, der Online-Speicherdienst Amazon Drive oder der Tablet-Computer Amazon Fire. Der Umsatz von Amazon belief sich im Jahr 2017 weltweit auf knapp 178 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn des Unternehmens lag bei rund 3,03 Milliarden US-Dollar.
Im Millward-Brown-Ranking 2018 der 100 wertvollsten Marken lag Amazon mit einem Markenwert von rund 207,6 Milliarden US-Dollar auf dem dritten Platz. In einem Ranking der umsatzstĂ€rksten Online-VersandhĂ€ndler in Deutschland belegte Amazon im Jahr 2017 sogar den ersten Platz. Laut einer Statista-Umfrage sind Amazon-Kunden mit dem Kundenservice ĂŒberwiegend sehr oder eher zufrieden. Lediglich fĂŒnft Prozent der Befragten gaben an, eher bzw. sehr unzufrieden mit dem Amazon-Kundenservice zu sein. Nach einer PwC-Umfrage unter Amazon-Prime-Mitgliedern in Deutschland gaben 81 Prozent der Befragten an, dass der Hauptgrund fĂŒr die Inanspruchnahme dieses Dienstes die Möglichkeit der kostenlosen und unlimitierten Lieferung sei.
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27. Oktober 2018Â
Einen Rekordgewinn von rund 2,9 Milliarden US-Dollar hat Amazon im zweiten Quartal 2018 eingefahren, das entspricht einem Plus von ĂŒber 1.000 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr. Den wohl wichtigsten Beitrag zur guten Entwicklung der GeschĂ€ftszahlen in den letzten Quartalen hat das Cloud-Angebot des Unternehmens geleistet. Der operative Gewinn der Sparte belĂ€uft sich fĂŒr den Zeitraum von Juli bis September auf 2.077 Millionen US-Dollar. Trotzdem reagierten die Anleger enttĂ€uscht, da Analysten noch bessere Zahlen erwartet hatten â die Aktie gab nachbörslich zwischenzeitlich um ĂŒber sieben Prozent nach. Mathias Brandt
https://de.statista.com/infografik/1568/amazons-quartalsergebnisse/
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Amazon diktiert die Wertschöpfungskette
10. Juni 2018
Wettbewerbern aus unterschiedlichen Bereichen wird Zugang und Positionierung am Markt erschwert.
Illustration: Absmeier, Kellepics
Neben der stetigen Ausweitung des Handelsportfolios stöĂt Amazon strategisch weiter in neue GeschĂ€ftsfelder vor und baut somit sein Ăkosystem aus. Ein Ende der Expansion ist nicht in Sicht. Das zeigt die neue Studie »Amazonisierung des Konsums«, fĂŒr die das IFH Köln unter anderem eine Desk Research zu Amazons Service- und Technologieportfolio durchgefĂŒhrt und systematisch analysiert hat.
»Amazon denkt nicht in einzelnen Services und Produkten, sondern hat die Kunden im Blick. Alle Initiativen und der generierte Umsatz werden daher nur ganzheitlich betrachtet. Investitionen werden aus diesem Grund auch nie kurzfristig bewertet, sondern mit Blick in die Zukunft und auf den Gesamtmarkt, wie aktuell das Beispiel âșAlexaâč zeigt. Diese Denkweise fehlt vielen anderen Unternehmen hĂ€ufig«, weiĂ Dr. Eva StĂŒber, Mitglied der GeschĂ€ftsleitung am IFH Köln.
»Alexa, wo darf ich dich als NÀchstes implementieren?«
Durch die Ăffnung der eigenen Technologien und Services fĂŒr Dritte breitet Amazon seine Vormachtstellung im Hintergrund schrittweise aus. Dabei ist das Unternehmen schon wesentlich weiter fortgeschritten, als man auf den ersten Blick annehmen könnte, wie das Thema »Sprachsteuerung« verdeutlicht. So bieten bereits 73 Prozent der Topunterhaltungselektronikhersteller Alexa-kompatible Produkte an. AuĂerdem planen 40 Prozent der Topautomobilhersteller eine Integration des Sprachassistenten in ihre Fahrzeuge.
Engmaschiges Infrastrukturnetz sorgt fĂŒr Reinvestitionskapital
Wachstum und Vernetzung stehen stets im Fokus aller Amazon-Initiativen. Das ursprĂŒngliche HandelsgeschĂ€ft profitiert zudem von Amazon Web Services, einer Plattform fĂŒr Cloud-Services, als stiller Finanzierungsquelle. Netflix und Spotify sind nur zwei namenhafte Kunden aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung. Das Unternehmen generiert somit in allen Branchen einen beachtlichen Teil der UmsĂ€tze, ob direkt oder indirekt. Durch weitere strategische Reinvestitionen in profitable GeschĂ€ftsfelder wird das Infrastrukturnetz engmaschiger, wodurch auch der skalierbare Umsatzanteil steigt.
»Bestes Beispiel ist Amazons Logistikstrategie, sei es die Intralogistik in den eigenen Logistikzentren, die Paketzustellung oder die letzte Meile. FĂŒr jeden Bereich existiert eine eigene Lösung oder ein eigenes Angebot auf dem Markt. Das Unternehmen verbannt so die originĂ€ren Dienstleister und sichert sich immer mehr Kontrolle ĂŒber die gesamte Logistikkette und kommt schneller zu den Kunden«, so Carolin Leyendecker, Projektmanagerin am IFH Köln.
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Mit der Studie »Amazonisierung des Konsums« nimmt das IFH Köln Amazon als Infrastruktur des Konsums detailliert unter die Lupe. Basis dafĂŒr sind eine Marktdatenberechnung, Onlinebefragungen von ca. 35.000 Konsumenten, eine Analyse der Bestellhistorien von 200 reprĂ€sentativ ausgewĂ€hlten Amazon-Kunden sowie eine umfangreiche Desk Research zu Amazons Service- und Technologieportfolio. Die Studie liefert damit:
Exklusive Marktzahlen zu Amazon â differenziert nach Eigenhandel und Marktplatzumsatz sowie nach Branchen
Tiefe Einblicke in Kundenentwicklung und Kauf- und Nutzungsverhalten bei Amazon â auch im Benchmark zu anderen Top-Online-Shops
Insights in das Service- und Technologieportfolio von Amazon
Implikationen und Handlungsoptionen fĂŒr HĂ€ndler und Hersteller
Die Studie kann ĂŒber den IFH-Shop bestellt werden:Â www.ifhshop.de/amazonisierung
Management Summary gibt es nach Registrierung hier:
https://www.ifhkoeln.de/nc/downloadbereich/?tx_hmifhdownloads_registration%5Bcontroller%5D=Registration&tx_hmifhdownloads_registration%5Baction%5D=new&tx_hmifhdownloads_registration%5Bdownload%5D=284&cHash=fa2d4fc0bb34b4b48aaaf736470243ac
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Reality Check: Vom BuchhĂ€ndler zur Bank â wird Amazon zu mĂ€chtig?
Illustration: Absmeier, Geralt
Jeff Bezos Onlineshop fĂŒhrt schon lange nahezu jeden erdenklichen Artikel im Sortiment, nun will Amazon offenbar auch eine Art Girokonto fĂŒr seine Kunden anbieten. Das Angebot soll sich an junge Leute und diejenigen richten, die bisher ĂŒber kein eigenes Konto verfĂŒgen. Das Projekt befindet sich allerdings noch in einer frĂŒhen Phase, wie das Wall Street Journal berichtete. HĂ€tte es das Potenzial, den Payment-Bereich Ă€hnlich umzukrempeln, wie seinerzeit den Buchmarkt? Was bedeutet das Projekt fĂŒr den deutschen Markt? Und wo fĂŒhrt das Wachstum von Amazon noch hin? Roger Niederer, Head Merchant Services bei SIX Payment Services, macht den Reality Check.
Check 1: Wird Amazon jetzt zur Bank?
Amazon möchte nicht selbst zum Geldinstitut werden, stattdessen soll das Projekt zusammen mit etablierten Finanzdienstleistern angegangen werden. Als Partner ist unter anderem die amerikanische GroĂbank JPMorgan im GesprĂ€ch. Der Grund dafĂŒr dĂŒrfte sein: WĂŒrde Amazon eine eigene Bankensparte aufbauen und entsprechend eine Banklizenz beantragen, sĂ€he sich das Unternehmen wesentlich strengeren Regularien ausgesetzt, die seinen aggressiven Wachstumskurs auf anderen MĂ€rkten bremsen könnten. In jedem Fall zeigt sich fĂŒr HĂ€ndler, dass es immer gut ist, einen starken Payment Service Provider an seiner Seite zu haben, der das entsprechende Know-how mitbringt und neue Bezahlmethoden einfach und schnell in bestehende Prozesse und Systeme integriert.
Check 2: E-Commerce-Expansion ohne Grenzen?
Am Anfang verkaufte Amazon ĂŒberwiegend BĂŒcher, dann lieferte es seinen Kunden auch CDs und DVDs, heute kann man sich via Prime Musik und Prime Video Filme und vieles mehr auf alle GerĂ€te streamen. Die riesige Auswahl des Onlineshops lĂ€sst sich dank Alexa auch per Sprachbefehl bestellen und sogar die Lieferung der Pakete will Amazon selbst ĂŒbernehmen. Diese AnkĂŒndigung traf die Aktienkurse von UPS und Fedex empfindlich. Mit Amazon Pay hat das Unternehmen schon lĂ€nger einen eigenen Bezahldienst, allerdings lieĂ sich der bisher nur mit mĂ€Ăigem Erfolg bei anderen Onlineshops etablieren. Hier stieĂ auch der Gigant an seine Grenzen. UnlĂ€ngst hat das Unternehmen mit seinem Cloud-Dienst Amazon Web Services eine weitere lukrative Sparte im Online-Business aufgetan. Die Konto-PlĂ€ne sind also nur ein weiteres Glied in einer langen Kette neuer GeschĂ€ftsideen. Wo die Reise noch hingehen wird, ist nicht abzusehen, aber es ist anzunehmen, dass CEO Jeff Bezos auch weiterhin auf Wachstum aus ist. Branchenkenner gehen davon aus, dass langfristig nur jeder zehnte deutsche Online-HĂ€ndler mit seiner jetzigen Strategie konkurrenzfĂ€hig bleiben wird.
Check 3: Wie stark beeinflusst Amazon Online-Handel und Alltag?
Mit dem Vorwurf eine »Datenkrake« zu sein wird Amazon â genau wie Apple und Google â schon lĂ€nger konfrontiert. Seit der EinfĂŒhrung der Sprachassistenten ist der Vorwurf aktueller denn je, was Alexa genau speichert und was mit den Aufnahmen geschieht ist fĂŒr den Nutzer undurchsichtig. Verbunden mit einem völlig vernetzten Smart Home könnte die digitale Mitbewohnerin noch viel mehr wissen und auch weitergeben: Wann kommen wir nach Hause? Wann schalten wir das Licht aus? Wann gehen wir ins Bett? Schauen wir nachts in den KĂŒhlschrank? Die Sorge um diese Daten dĂŒrften bei den allermeisten Konsumenten die positiven Nutzungsmöglichkeiten von Alexa & Co noch ĂŒberwiegen.
Mit der neuen Kontofunktion hĂ€tte Amazon nun auch Zugriff auf die Finanzdaten seiner Kunden. Mit all diesen Daten wĂ€re es dann irgendwann auch kein Problem mehr, fĂŒr jeden Kunden seine individuelle maximale Zahlungsbereitschaft fĂŒr ein spezielles Produkt zu ermitteln und ihm dieses dann genau zu diesem Preis anzubieten. Allerdings wird niemand gezwungen bei Amazon einzukaufen und sich Alexa ins Wohnzimmer zu holen. DarĂŒber hinaus verstĂ€rkt sich zunehmend das Bewusstsein fĂŒr Datenschutz sowohl bei BĂŒrgern, als auch Regierungen. Kunden werden sich in Zukunft vermehrt darĂŒber Gedanken machen, ob sie ihre Daten wirklich in so konzentrierter Form einem einzigen Anbieter ĂŒberlassen wollen. Auch hier bilden Payment Service Provider einen attraktiven Ausweg, da diese beispielsweise den Umgang mit den Kreditkartendaten pflegen und der HĂ€ndler nicht mit ihnen in BerĂŒhrung kommt.
Fazit
Auch in naher Zukunft werden wir unsere Brötchen noch beim BĂ€cker um die Ecke holen und sie nicht von Amazon per Drohne auf dem Balkon geliefert bekommen. Dennoch steht eines fest: EinzelhĂ€ndlern weht ein rauer Wind entgegen und so manchen Onlineshop wird es möglicherweise in seiner jetzigen Form bald nicht mehr geben. Amazon und ein umfangreiches Zahlungsmittel-Portfolio sind als Herausforderungen fĂŒr Onlineshop-Besitzer anzusehen. Doch mit den entsprechenden Technologie- und Beratungspartnern an der Seite, wie beispielsweise einem erfahrenen Payment Service Provider, muss sich niemand vor der Zukunft fĂŒrchten. SIX hat das Potenzial von Amazon erkannt und die Gefahren, die fĂŒr den Handel entstehen können, und arbeitet an einer breite Palette von Lösungen, die es dem Merchant ermöglichen sollen, mit Amazon mitzuhalten. Omni-Channel, Conversational Commerce und Internet of Things â alles abgestimmt auf die aus zahlreichen Touchpoints bestehende neue Customer Journey und den sich wandelnden BedĂŒrfnissen und Erwartungen der Verbraucher.
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