Diese Woche war viel los, denn es gab Rations. Das bedeutet, dass jedes Kind, das in unserem Patenschaftsprogramm ist, ein monatliches Versorgungspaket bekommt, die so genannten Rations. Das klingt im Prinzip erst mal einfach, doch der Schein trügt! Immerhin werden über 500 Kinder und ihre Familien so in ihrem Alltag unterstützt.
Ein Pate finanziert seinem Patenkind nämlich nicht nur die Schule, sondern auch ein Set Schuluniform, eine Decke, 25 kg Mealie-Meal aus dem Nshima (Maisbrei) gekocht wird, das sambische Grundnahrungsmittel, und Seife. Die letzten beiden Dinge werden dabei monatlich verteilt. Ebenso wird durch die Paten im Notfall eine medizinische Versorgung des Patenkindes finanziert oder auch eine Brille gekauft. Es gibt außerdem mehrere sambische Sozialarbeiter*innen, die die Kinder und ihre Familien besuchen, betreuen, Probleme an uns weitergeben und mit den Familien beten. Sie sind unsere Verbindung zu den Patenkindern. Allerdings bekommen die Patenkinder die monatlichen Zuwendungen nur, wenn sie im Monat nicht mehr als fünf Tage unentschuldigt gefehlt haben.
Da Life Trust Sambia über 500 Schüler* innen an sechs verschiedenen Schulen hat, könnt ihr euch nun vielleicht vorstellen, dass das Ganze recht komplex zu organisieren ist. Zusätzlich verteilen wir die Rations an drei verschiedenen Orten, damit die Patenkinder oder ihre Erziehungsberechtigten den schweren Sack Mealie-Meal nicht so weit schleppen müssen.
Allein schon die Logistik ist ein Problem, denn der Zulieferer des Mealie-Meals lieferte seine letzte Fuhre nachdem wir eigentlich schon mit den Rations anfangen wollten. Das hat uns ganz schön Nerven gekostet, denn die Patenkinder und ihre Familien rechnen ja mit ihrem Versorgungspaket und sind oft sogar darauf angewiesen!
Ich war erstaunt, wie viele Menschen dann zu den einzelnen Orten kamen, um sich ihre Rations abzuholen. Und wenn ich ehrlich bin, war ich auch erstaunt, wie reibungslos alles ablief. Nicht, weil das hier Afrika ist, sondern weil ich so viele Probleme beim Vorbereten der Rations hatte. Am längsten dauerte das Unterschreiben der Kinder für den Erhalt der Rations, denn viele schreiben sehr langsam und unsicher. Umso erstaunter war ich, dass die Schüler der ersten Klasse (!) der „Life Trusts School Waya“ diesen Teil problemloser bewältigten als mancher Fünftklässler. Das zeigt, dass die Umgestaltung des Unterrichts und des Lehrkonzepts in Waya bereits jetzt Früchte trägt. Erfreulich ist dabei auch, dass die Lehrer dieser Schule die neuen Ideen mitragen und sich freuen bei den Veränderunge dabei zu sein. Falls ihr darüber ein bisschen mehr erfahren wollt, schaut euch doch mal unser Video an: http://life-trust-sambia.de/gallerie/ .
Was die Rations für mich so besonders gemacht hat, war die Wertschätzung dieser Arbeit zu erfahren, denn gerade für mich, die ich das zum ersten Mal gemacht habe, war es wirklich viel zu tun gewesen! So kam am Ende ein Passant auf mich zu und sagte mir, dass er das wirklich gut fände, was wir hier für die Gemeinschaft machen würden. Und um ehrlich zu sein, bin ich auch nur wegen dieses ganzheitlichen Ansatzes zu Life Trust Sambia gegangen, der nicht nur ein Kind unterstützt, sondern durch das Kind in die Familien und die Gemeinschaft hineinwirkt. Somit bekommt das Kind, das oftmals aufgrund des Todes seiner Eltern oder anderer widriger Umstände bei (armen) Verwandten aufwächst, einen Wert. Die Patenschaften stellen also auf mehrere Weisen sicher, dass ein Kind zur Schule gehen kann und nicht arbeiten muss, um zum Lebensunteralt der Familie beizutragen. Ich bin wirklich begeistert von dieser Idee! Selbst wenn es für mich noch zwanzig Mal mehr Aufwand bedeuten würde, würde ich es von Herzen gerne tun!
Es hört sich vielleicht etwas seltsam an, aber die ganze Rationsgeschichte erinnert mich sehr an die Geschichte des Auszuges Israels aus Ägypten, als die Israeliten durch Manna von Gott versorgt wurden, dass einfach so vom Himmel fiel. Dieses Manna war ein Geschenk Gottes an sein geliebtes Volk, ohne dass sie etwas dafür tun mussten (2. Mose 16). Ähnlich ist es auch mit den Rations. Gott versorgt auch dieses Mal seine geliebten Kinder, in Form von Sambier*innen. Einfach so. Das Mealie-Meal und die Seife fallen zwar nicht vom Himmel, sondern sie werden mit dem Geld der Spender*innen gekauft, doch ist jede*r einzelne*r Spender*in und jedes Teammitglied von Life Trust Sambia Teil von Gottes Plan für diese Menschen! Diese Sambier*innen erfahren Gottes Versorgung einfach so, ohne dass sie an Leistung geknüpft ist! Ich bin dankbar Teil dieser großartigen Geschichte zu sein und ich wünsche mir, dass noch viel mehr Personen zukünftig daran Teil haben werden.