L i v e - R e c o r d i n g
Die Samples liefern eine gute Basis, ein Mensch steckt jedoch Gefühle in die jeweilige Phrasierungen des Songs was sich letzlich hörbar macht. Es ist so, das bei einer Sample Library einzelne Töne aufgenommen werden die dann im Studio durch das Spiel mit dem Keyboard miteinander kombiniert werden. Es ist sehr wichtig, dass man die Samples in der Dynamik bearbeitet. Dies bedeutet, dass man die Lautstärke der einzelnen Töne etwas variiert, denn kein Ton der von einem echten Instrument gespielt wird ist jedes mal exakt gleich Laut. Lässt man das Instrument nun von einem guten Musiker einspielen, spart man sich diese nachträglichen Bearbeitungen am Sound da der Muskier diese Dynamiken ganz von alleine in den Töne bringt.
Es ist also im Grunde leicht erklärt: Wenn man Samples benutzt arbeitet man darauf hin, das der Sound klingt als hätte ihn ein Musiker speziel für diesen Song eingespielt. Man kommt dem Ergebnis auch sehr nahe. Es liegt jedoch auf der Hand, das der Sound der Beste ist, wenn man nicht versucht so nahe wie möglich an einen menschlichen, gefühlvollen Klang heran zu kommen, sondern den Klang von einem Menschen mit Gefühl zur Marterie einspielen lässt.
Für die Recordings habe ich mich für eine Kirche entschieden, da hier den Streichern genug Raum gegeben wird sich akustisch zu entfalten. Streicher leben von Raum, eine trockene Violine hört sich meiner Ansicht nach nicht sonderlich aufregend an. Dazu kam das ich nur drei Musiker zur Verfügung hatte weshalb es doppelt wichtig war, die Aufnahmen in einem großen Raum mit viel Nachhall durchzuführen. Es ist gar nicht problematisch eine Kirche für ein solches Projekt zur Verfügung gestellt zu bekommen. Ein Anruf und ein Treffen mit dem zuständigen Pfarrer zur kurzen Vorstellung meiner Person und des Projektinhaltes waren in meinem Falle ausreichend.
Mikrofonierung & Recordings
Für die Abnahme der Instrumente haben wir drei Mikrofone verwendet: Eins, das sehr nahe an den Streichern aufgestellt wurde (close) und zwei, die sehr hoch, etwas links und rechts auf die Seiten versetzt den Raumklang einfangen sollten (overheads). Das erste Mikrofon zeichnete also den direkten, eher trockenen Sound der Geigen auf, die Raummikrofone das Signal das sich schon mit dem Raum vermischt hat. Das Signal das bei den Overheads ankam, war also deutlich „verhallter“ als das direkte Signal. Als Aufnahmemedium diente mein MacBook Pro mit Cubase 5 als Aufnahmesoftware. Als Schnittstelle zwischen Laptop und Mikrofonen habe ich mir ein Tascam Interface mit USB Verbindung geliehen was reibungslos in einer guten Qualität funktionierte. Was zusätzlich noch notwendig war, waren drei Kopfhörer und ein Signalverteiler für die Kopfhörer. Dies war wichtig, damit wir den Musikern einen Klick (Klick = Taktgeber zur Tempoorientierung) auf das Ohr geben konnten, damit diese sich am Songtempo orientieren konnten. Hätten die Musiker in einem beliebigen Tempo gespielt, hätte ich die Aufnahmen später nicht wieder passend in das Projekt einpflegen können. Der Klick kam ebenfalls aus Cubase.
Um im Ergebnis einen größeren und volleren Sound zu erhalten wurden die Streicherparts des Songs mehrmals aufgenommen um dann im Studio übereinander gelegt zu werden. Die Sounds werden also gelayert, man nennt dieses Verfahren Overdubbing. Die Streicher wurden nicht nur mehrmals aufgenommen, auch ihre Positionen zwischen den Aufnahmen wurden leicht gewechselt (nach links und nach rechts versetzt) um am Ende den Eindruck zu erwecken, dass deutlich mehr Musiker als drei bei den Aufnahmen beteiligt waren.