1978 sowie 2016
Unerwartetes Fernweh durch BüroglobalisierungÂ
Etwa 1978 arbeitet mein Vater für ein amerikanisches Unternehmen aus dem Silicon Valley (das damals schon so heisst).
Er erzählt mir, dass sie firmenweit elektronische Mail haben, und dass er manchmals Mails aus Cupertino bekommt, in denen steht, dass jemand vergessen hat, das Licht in seinem Auto auf dem Parkplatz auszuschalten.
Ich bekomme sofort starkes Fernweh nach kalifornischen Parkplätzen und finde die Idee weltweit verteilter Belanglosigkeiten unfassbar romantisch.
Mein Vater brummelt etwas von Verbindungskosten, X.25 und regionalen organisierten Mailverteilern.
2016 arbeite ich selber für ein bekanntes Softwarehaus aus Kalifornien. Ich werde unerwartet schnell nach Kalifornien geschickt und mache mir etwas Sorgen, dort überhaupt ins Büro zu kommen, denn ich habe noch keine richtige Badge.
In San Francisco bekomme ich sofort eine richtige Badge, und auch in San Jose ist meine Badge innerhalb von Minuten freigeschaltet.
Zurück in Hamburg komme ich nicht ins Büro. Die Empfangsdame untersucht meine Badge und versucht mich damit zu trösten, dass ich in San Francisco und San Jose jederzeit ins Büro kommen würde. Ich habe nur kurz Fernweh, denn ich war ja gerade da.
(la23ng)











