BullenschÀdel auf geometrischem Muster
Totenkopf-Tattoo #BullenschÀdel #geometrisches Muster #subtiler Farbeinsatz #erdige Farbpalette #indische Traditionen
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Kunstplaza stellt hier im Blog laufend die verschiedensten KĂŒnstler vor, die sich in unserer Welt einen Namen gemacht haben. Nicht wenige dieser KĂŒnstler werden als âKonzeptkĂŒnstlerâ bezeichnet, womit sich dem frisch Kunstinteressierten öfter die Frage stellt, was denn eigentlich Konzeptkunst ist. FĂŒr die Einsteiger folgt deshalb hier ein Art-o-Gramm ĂŒber die Konzeptkunst, eine skizzenhafte AnnĂ€herung,... Der Beitrag Art-o-Gramm: Was ist eigentlich Konzeptkunst? erschien zuerst auf Kunstplaza.
Zur Kunst, die unseren Alltag stĂ€ndig und deutlich wahrnehmbar begleitet, gehört die Baukunst. Menschen, die in der NĂ€he wirklich beeindruckender Baukunstwerke wohnen, gewinnen sicherlich an dauerhafter LebensqualitĂ€t, wenn sie tĂ€glich daran erinnert werden, welche SchĂ€tze sie um sich haben â im Gegensatz zu den Touristen, die extra kommen, um sich diese beeindruckenden Bauwerke anzusehen, stehen sie Ihnen ja jeden Tag zur VerfĂŒgung! In Deutschland können wir ab der Antike die baulichen Spuren der Vergangenheit verfolgen: Zu Beginn unserer Zeitrechnung hatte die damalige Weltmacht, das Römische Reich, Teile im SĂŒden und Westen des damals von germanischen StĂ€mmen bewohnten Landes besiedelt, und sie waren es auch, die uns die ersten Baukunstwerke hinterlieĂen (die germanischen StĂ€mme lebten in hölzernen HĂŒttensiedlungen und ĂŒberlieferten uns keine bleibenden Bauten). Heute noch zu bewundern sind einige Ăberreste der um 100 bis 150 n. Chr. entstandenen römischen Grenzbefestigung. Der Limes berĂŒhrte die heutigen BundeslĂ€nder Bayern, Baden-WĂŒrttemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. Dieses komplexe System von Barrieren ist als Gesamtheit von Palisaden, GrĂ€ben und WĂ€llen bis heute im GelĂ€nde zu verfolgen, es wurde im Jahr 2005 als 550 km langes Bodendenkmal âObergermanisch-RĂ€tischer Limesâ ins Weltkulturerbe aufgenommen. Da eine wie auch immer gebaute Barriere bei einer Besichtigung vor Ort nicht ungemein spektakulĂ€r wirkt, wurden einige der rund 900 WachtĂŒrme und der etwa 120 kleineren und gröĂeren Truppenlager bzw. Kastelle in verschiedenstem Umfang rekonstruiert. Welche der Rekonstruktionen einen Besuch wirklich lohnen, hat Claus te Vehne aus 74189 Weinsberg in bewundernswerter Detailarbeit auf seinen www.limesseiten.de zusammengestellt. Hier finden Sie inzwischen noch mehr zu den [âŠ]
Zur Kunst, die unseren Alltag stĂ€ndig und deutlich wahrnehmbar begleitet, gehört die Baukunst. Menschen, die in der NĂ€he wirklich beeindruckender Baukunstwerke wohnen, gewinnen sicherlich an dauerhafter LebensqualitĂ€t, wenn sie tĂ€glich daran erinnert werden, welche SchĂ€tze sie um sich haben â im Gegensatz zu den Touristen, die extra kommen, um sich diese beeindruckenden Bauwerke anzusehen, stehen sie Ihnen ja jeden Tag zur VerfĂŒgung! In Deutschland können wir ab der Antike die baulichen Spuren der Vergangenheit verfolgen: Zu Beginn unserer Zeitrechnung hatte die damalige Weltmacht, das Römische Reich, Teile im SĂŒden und Westen des damals von germanischen StĂ€mmen bewohnten Landes besiedelt, und sie waren es auch, die uns die ersten Baukunstwerke hinterlieĂen (die germanischen StĂ€mme lebten in hölzernen HĂŒttensiedlungen und ĂŒberlieferten uns keine bleibenden Bauten). Heute noch zu bewundern sind einige Ăberreste der um 100 bis 150 n. Chr. entstandenen römischen Grenzbefestigung. Der Limes berĂŒhrte die heutigen BundeslĂ€nder Bayern, Baden-WĂŒrttemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. Dieses komplexe System von Barrieren ist als Gesamtheit von Palisaden, GrĂ€ben und WĂ€llen bis heute im GelĂ€nde zu verfolgen, es wurde im Jahr 2005 als 550 km langes Bodendenkmal âObergermanisch-RĂ€tischer Limesâ ins Weltkulturerbe aufgenommen. Da eine wie auch immer gebaute Barriere bei einer Besichtigung vor Ort nicht ungemein spektakulĂ€r wirkt, wurden einige der rund 900 WachtĂŒrme und der etwa 120 kleineren und gröĂeren Truppenlager bzw. Kastelle in verschiedenstem Umfang rekonstruiert. Welche der Rekonstruktionen einen Besuch wirklich lohnen, hat Claus te Vehne aus 74189 Weinsberg in bewundernswerter Detailarbeit auf seinen www.limesseiten.de zusammengestellt. Hier finden Sie inzwischen noch mehr zu den [âŠ] Der Beitrag Bauten in Deutschland â Die AnfĂ€nge von Antike bis Romanik erschien zuerst auf Kunstplaza.
Baukunst in Deutschland â Kitsch as Kitsch can oder Rokoko?
Neuer Beitrag im Kunstplaza Blog veröffentlicht: unter http://www.kunstplaza.de/kunststile/baukunst-in-deutschland-kitsch-oder-rokoko/
Deutschland im 17. Jahrhundert und wieder einmal verzögerte Fröhlichkeit
Die Deutschen hatten schon beim Barock einen ziemlichen SpÀtstart hingelegt: Erste barocke AusprÀgungen tauchten um 1575 in Frankreich auf, das mehr am Rand seines Herrschaftsgebiets Schlachten schlug und im Herz des Landes Baukunst feierte.
Italien schlug sich ĂŒberhaupt nur wenig, ging direkt von der Romanik zum Renaissance-Bau ĂŒber und konnte auch bereits gegen Ende des 16. Jahrhunderts die ersten Vorboten des Barocken bewundern. Deutschland hatte wie ĂŒblich mehr mit Krieg zu tun, die Auseinandersetzungen des 30-jĂ€hrigen Krieges (1618 â 1648) fanden hauptsĂ€chlich auf dem Boden des Reiches statt, mit zahlreichen âNebenkriegenâ, 1650 waren von rund 17 Millionen Einwohnern nur noch 10 Millionen ĂŒbrig, viele Schlacht-Regionen brauchten lange, um sich von den Kriegsfolgen zu erholen.
Kaiser Ferdinand III. hatte das Heilige Römische Reich Deutscher Nation ein Jahrzehnt vor Kriegsende von seinem nicht sehr regierungsgeeigneten (kleinwĂŒchsig, schwach, gutmĂŒtig bis gutglĂ€ubig auch gegenĂŒber gewissenlosen Beratern, freigiebig bis zum Ende des Geldes) Vater ĂŒbernommen und war in einer ziemlich angeschlagenen Position (dem Himmel sei heute noch Dank, sonst hĂ€tte es sicher keinen WestfĂ€lischen Frieden gegeben). Er guckte sich gerne etwas von dem Können und der bewundernswerten Kunstfertigkeit ab, die Frankreich und Italien inzwischen entwickelt hatten â der prĂ€chtige Barock kam gerade recht, um seine Macht zu stĂ€rken.
Asamkirche, MĂŒnchen Fotografie von Poco a poco [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
SchmĂŒcken mit fremden Federn klappt nicht? Doch, schon immer, der ganze Barock war nur dazu da, um die Machtvollkommenheit von Herrschern und KirchenfĂŒrsten zu betonen; und wer heute stolz âmein Haus â mein Boot â mein Autoâ vorstellt, hat auch meist weder das eine selbst gebaut noch die anderen zusammengeschraubt.
So entstanden erst mit rund einem Jahrhundert VerspĂ€tung in Deutschland viele prĂ€chtige Barockbauten, die in ihrer gesamten Raumkomposition darauf ausgerichtet waren, das Publikums durch gewaltige Höhen und viel Prunk und Pracht davon zu ĂŒberzeugen, dass ihre weltlichen und kirchlichen Herrscher unvergleichbar und unvergleichlich mĂ€chtig seien.
Dieses Publikum bewunderte eine Weile pflichtschuldig, hatte dann aber irgendwann genug. Die barocke Baukunst verzĂŒckte nĂ€mlich nicht nur, sondern erinnerte den Betrachter stĂ€ndig und vehement und in vielen Einzelheiten daran, dass er vergĂ€nglich sei und dass er betend bedauern mĂŒsse, wie schnell seine Zeit vorĂŒber sein werde.
Der Innenraum von St. Johann Nepomuk (Asamkirche) in MĂŒnchen (SendlingerstraĂe) Fotografie von Schlaier [GFDL oder CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Bedauern konnte auch damals nĂŒtzlich sein, beten war den Menschen wichtig; aber sie waren gerade dabei, sich von einem Generationen ĂŒberschattenden Dauerkrieg zu erholen, und wollten einfach leben, fröhlich leben.
So wurden die Bauten im SpĂ€tbarock immer heller und immer fröhlicher verziert, ernsthafte Mahnung wich verspielter Aufforderung, dunkle Steinfluchten wurden durch strahlendes Gold und Pastellfarben ersetzt. Ein gutes Beispiel ist die MĂŒnchner Asamkirche ( St.-Johann-Nepomuk, Sendlinger StraĂe), von den als Maler, Architekten und Bildhauer tĂ€tigen BrĂŒdern Asam nach neuesten französischen Trends errichtet.
Ăberbordende VergĂ€nglichkeitsfurcht und DĂŒsterkeit verbreiten hier weder die Fassade (siehe Asamkirche in MĂŒnchen), noch die innere Ausgestaltung (siehe Innenansicht der Asamkirche), der Gnadenstuhl (siehe Fotografie) oder die von geschwungenen Bögen und rosa MarmorsĂ€ulen umrahmten Bildnisse der Erbauer (siehe Fotografie).
Barocker Gnadenstuhl im Chor der Asamkirche Fotografie von Rollroboter [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Baubeginn war 1733, seit 1726 herrschte in Bayern der kunstinteressierte Karl Albrecht (von Bayern), der 1716 auf Bildungsreise in Italien war, am 5. September 1725 in Frankreich an der Hochzeit König Ludwigs XV. teilnahm und 1742 die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches aufsetzte, die er bis 1745 trug.
Ein Jahr spĂ€ter wurde die Asamkirche geweiht, der Bau begleitet also ĂŒber ein Jahrzehnt der lebensfrohen kunstgeschichtlichen SpĂ€tphase des Barocks, die als Rokoko bekannt wurde und in Deutschland ab ca. 1730 datiert wird.
Rokoko â ĂŒbermĂŒtiger, ĂŒbertriebener SpĂ€t-Barock oder eigener Stil?
Dieser von Frankreich importierte aus dem SpĂ€tbarock entwickelte Stil hat seinen Namen Rokoko von einem Ornamentmotiv, der Rocaille (siehe Fotografie der katholischen Pfarr- und Klosterkirche St. Alto und St. Birgitta in AltomĂŒnster), eine aus den beiden französischen Wörtern roc = Fels und coquilles = Muscheln zusammengesetzte Felsenmuschel.
Ein im Rokoko ĂŒberaus beliebtes Dekorationselement, das fast leichtfertig erstmalig Asymmetrie in die Baukunst bringt und damit die festen Vorbilder des Barock frech auflöst.
Bildnis des Erbauers Cosmas Damian Asam Fotografie von Rollroboter [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Wenn auch die Baukunst monumental blieb und nicht jeder bildende KĂŒnstler mit Muscheln spielte (weswegen das Rokoko in diesen Bereichen nur bedingt als eigene Stilepoche anerkannt wird), erteilten die verspielten Formen des Rokoko dem Pathos des Barocks eine variantenreiche, entschieden entzĂŒckende Absage.
Katholische Pfarr- und Klosterkirche St. Alto und St. Birgitta in AltomĂŒnster im Landkreis Dachau (Bayern), Stuck von Jakob Rauch (1718â nach 1785), Rocaille Fotografie von GFreihalter [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
âNurâ ein Dekorationsstil, aber Deko ist das, was zuerst ins Auge fĂ€llt, im Fall Rokoko mit geradezu ĂŒberbordenden Verzierungen an den Bauten, wie in Schloss Peterhof (siehe Fotografie) und in den GĂ€rten davor, wie in Schloss Schwetzingen (siehe Fotografie).
Mit durchaus neuen Ideen, eines der wichtigen Elemente des Barock, die strenge Symmetrie, wurde vergnĂŒgt ĂŒber Bord geworfen, zugunsten von Ranken und Lianen, Kreiseln und Kringeln, SchwĂŒngen und Rundungen.
Und Verzierungen in RÀumen, denen in Kirchen (siehe Fotografie) und denen bei Hof, mitsamt den Möbeln und den kunsthandwerklichen GegenstÀnden. Hier leisteten Stuckateure, Schnitzer, Tischler, Sticker usw. usw. teils unglaubliche Feinarbeiten (auch wenn das Ergebnis heute schnell einmal etwas kitschig anmutet, de.wikipedia.org/wiki/Datei:JAMeissonnierTable.jpg). Innenarchitekten und Kunstgewerbeschaffende sehen deshalb das Rokoko ganz entschieden als eigene Epoche, die streng vom SpÀtbarock abzugrenzen ist.
Schloss Peterhof, groĂe Kaskade Fotografie von Alexxx1979 [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
SchloĂ Schwetzingen Fotografie von Erdie [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
Basilika in Ottobeuren (AllgÀu) Fotografie von Allie_Caulfield [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons
Tafel von Juste-Aurele Meissonnier (1730) von Juste-Aurele Meissonnier [Public domain], via Wikimedia Commons
Insgesamt verliert die Architektur durch all diese Dekorationen viel von ihrem pompösen Charakter, die Schlösser werden kleiner, HauptgebÀude werden hÀufig von DienstgebÀuden getrennt.
Neben ĂŒberreich verzierte ReprĂ€sentationsrĂ€ume treten kleinere PrivatrĂ€ume oder Privatschlösschen mit leichtfĂŒssiger Architektur und ebenso eleganten wie verspielten Details (obwohl man sich aus heutiger Sicht trefflich darĂŒber streiten kann, ob ein Privatschlösschen wie dieses wirklich seinen pompösen Charakter verloren hat:
Hameau der Königin, Versailles Fotografie von Urban [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons
Ein Hauch von Freiheit ist zu spĂŒren âŠ
Mit der neuen Lust an der Dekoration litt auch die ernste Verehrung der Macht, die der höfischen Gesellschaft auch auf einmal gar nicht mehr so wichtig zu sein schien.
Die Herrschenden hatten den Pomp offensichtlich auch satt, sie wollten es einfach schön haben; und elegant, wie ein neues Modewort aus Frankreich vorgab â im Rokoko wurde das gesamte höfische Lebens ein gutes StĂŒck âfeinerâ und damit (manchmal) inhaltsreicher.
Noch Ludwig XIV. von Frankreich hatte in exaltiert barocker Art sein Leben als öffentliches Ereignis zelebriert. Mit Ziel und Zweck, er wollte seine AnhĂ€nger (den Adel) willfĂ€hrig am Hof halten und wunschgemÀà lenken, er fĂŒhrte seine Gefolgschaft durch Gunstbeweise oder durch Entzug der Gunst. Also ein ganz Ă€hnliches Modell wie es heute so mancher Facebook-Star abfeiert, der seiner Gefolgschaft Gunstbeweise oder Gunstentzug durch die Umgebung in Aussicht stellt, wenn diese (mit hormonell wirksamen, allergieauslösenden und krebsverdĂ€chtigen Inhaltsstoffen versehene) Schönheitsprodukte, (ausbeuterisch produzierte) Designerklamotten, (am StĂŒck nur wenige Sek. betriebsbereite) Maschinen zur Produktion von GemĂŒsepampe und Utensilien zur Optimierung des eigenen Erscheinungsbildes (augenverstörend neonbuntes Plastik, Produktionskosten gen Null) kaufen/verwenden bzw. versĂ€umen zu kaufen und zu verwenden.
FĂŒr solch plumpe Anbiederung und Beherrschung war man sich nun zu fein, im Rokoko zog man sich ins Private zurĂŒck, um eine kultivierte LebensfĂŒhrung, ein feinsinniges LebensgefĂŒhl, zarter Sinnlichkeit und galante Umgangsformen zu pflegen.
Zu dieser Kultur gehörten im intellektuellen Bereich auch schon die ersten Vorboten der AufklĂ€rung, dem epochalen Projekt des herannahenden Jahrhunderts. Thomas Hobbes (1588 â 1679), John Locke (1632 â 1704), Montesquieu (1689 â 1755) und Immanuel Kant (1724 â 1804) hatten ihre entscheidenden Schriften vorgelegt, die sich langsam aber unaufhaltsam verbreiteten.
Ab etwa 1700 war das rationale Denken erlaubt, durfte man sich auf die Vernunft als universelle Urteilsinstanz berufen, nicht nur als Herrscher, sondern auch als BĂŒrger â und als BaukĂŒnstler. Deshalb haben die neuen Ideen auch die Baukunst beeinflusst, die Werke der barocken Theater-KĂŒnstler wurden als Kirchen-Propaganda oder als Hilfe bei der Selbstdarstellung eines Herrscher abgelehnt, das Rokoko als Kunst der AufklĂ€rung lehnte solche Verherrlichungen ab.
Neben Schnörkeln und Arabesken gibt es durchaus Skurriles zu entdecken, manche scheinbar vornehm verhaltene Mimik sagt bei genauem Hinschauen etwas ganz anderes, manche grotesk ĂŒbertriebene Gestik kann getrost als pure Ironie gedeutet werden.
⊠aber Gestalt siegt vor Inhalt
Und ĂŒberschreitet die Grenzen des Zumutbaren: AufklĂ€rerische Ideen schwingen mit bei dieser neuen Lust am freier gestalteten Zierwerk, die Schnörkeln und Arabesken der Gestaltung ĂŒbernehmen jedoch die Hauptrolle.
AusschmĂŒckungen, Beiwerk, Dekor, Ornamente, Putz und Stuck, Rankenwerk, Verschnörkelung und was weiĂ ich noch fĂŒr anderer Zierrat machen sich im Ăberfluss breit und begraben jeden Ansatz auf dem Weg zur Freiheit des Geistes unter sich.
Pastellfarben waren auch da, und der Stuck kroch langsam die Wand entlang, vielleicht noch ein wenig aufgelockert durch ein Spiegelscherbenkabinett mit unregelmĂ€Ăig geformten SpiegelstĂŒcken an den WĂ€nden und an der Decke.
An den WĂ€nden sogenannter Spalierzimmer krochen artifizielle Pflanzen durch die Gegend, in Musikzimmern reihten sich ĂŒppig verzierte PortrĂ€ts der am Hof wirkenden Schauspieler und Musikanten, das Schnörkel- und Rankenwerk nimmt nun genauso den Atem wie die schweren und drĂŒckenden Formen des Barock â SchwĂŒnge und Wölbungen verursachen Schwindel, wenn sie allgegenwĂ€rtig sind.
Hier ein paar der AuswĂŒchse, die im tĂ€glichem Gebrauch/Anblick wahrscheinlich irgendwann schwer zur ertragen sind:
Quadratisch, praktisch, gut: www.modagezgini.com/wp-content/uploads/rokoko3.jpg
Vor der Zierde noch âne Zierde noch âne Zierde: uppslag.kaapeli.fi/pub/Uppslagsverket/Rokoko/Rokoko.jpg
Als Alltagskleidung eine Freude fĂŒr brutwillige Vögel: www.fotocommunity.de/pc/pc/display/28902889
Nachdem die Vögel da waren (Bild 2): stylio.pl/artykul-styl-rokoko
Unter der Zierde noch âne Zierde noch âne Zierde: europeanchicdesign.blogspot.de/2012/02/roccoco-wall-decor.html
Auch Pastell kann bunt: quarknet.de/fotos/regionen/thueringen/rokoko-schloss.jpg
Wenn Sie innerlich bereits schreien, haben sie sicher recht, irgendwann wird Verfeinerung zur PlattitĂŒde, graziös zu kitschig, vielsagend zu nichtssagend, pikant zu schal, kapriziös zu banal, witzig zu abgedroschen, kokett zu manieriert und AmĂŒsement zur Qual.
Je mehr die Ideen der AufklĂ€rung diskutiert wurden, desto entschiedener fĂŒhlten sich denkende Menschen fehl am Platze in Salons wie diesem:
Beispielhafter Rokoko Revival Parlor von 1855 in New York City (Metropolitan Museum of Art) Fotografie von Andrew Balet [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons
So ist es nur folgerichtig, dass das Rokoko rechtzeitig vor dem groĂen Sturm der durch die AufklĂ€rung verursachten UmstĂŒrze um 1770 durch den Klassizismus abgelöst wird, mit Ă€sthetischem Leitbild einer puren Formensprache.
Weitere tolle Infos zu diesem Thema gibt es hier: http://www.kunstplaza.de/kunststile/baukunst-in-deutschland-kitsch-oder-rokoko/

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Baukunst in Deutschland â Kitsch as Kitsch can oder Rokoko?
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Deutschland im 17. Jahrhundert und wieder einmal verzögerte Fröhlichkeit
Die Deutschen hatten schon beim Barock einen ziemlichen SpÀtstart hingelegt: Erste barocke AusprÀgungen tauchten um 1575 in Frankreich auf, das mehr am Rand seines Herrschaftsgebiets Schlachten schlug und im Herz des Landes Baukunst feierte.
Italien schlug sich ĂŒberhaupt nur wenig, ging direkt von der Romanik zum Renaissance-Bau ĂŒber und konnte auch bereits gegen Ende des 16. Jahrhunderts die ersten Vorboten des Barocken bewundern. Deutschland hatte wie ĂŒblich mehr mit Krieg zu tun, die Auseinandersetzungen des 30-jĂ€hrigen Krieges (1618 â 1648) fanden hauptsĂ€chlich auf dem Boden des Reiches statt, mit zahlreichen âNebenkriegenâ, 1650 waren von rund 17 Millionen Einwohnern nur noch 10 Millionen ĂŒbrig, viele Schlacht-Regionen brauchten lange, um sich von den Kriegsfolgen zu erholen.
Kaiser Ferdinand III. hatte das Heilige Römische Reich Deutscher Nation ein Jahrzehnt vor Kriegsende von seinem nicht sehr regierungsgeeigneten (kleinwĂŒchsig, schwach, gutmĂŒtig bis gutglĂ€ubig auch gegenĂŒber gewissenlosen Beratern, freigiebig bis zum Ende des Geldes) Vater ĂŒbernommen und war in einer ziemlich angeschlagenen Position (dem Himmel sei heute noch Dank, sonst hĂ€tte es sicher keinen WestfĂ€lischen Frieden gegeben). Er guckte sich gerne etwas von dem Können und der bewundernswerten Kunstfertigkeit ab, die Frankreich und Italien inzwischen entwickelt hatten â der prĂ€chtige Barock kam gerade recht, um seine Macht zu stĂ€rken.
Asamkirche, MĂŒnchen Fotografie von Poco a poco [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
SchmĂŒcken mit fremden Federn klappt nicht? Doch, schon immer, der ganze Barock war nur dazu da, um die Machtvollkommenheit von Herrschern und KirchenfĂŒrsten zu betonen; und wer heute stolz âmein Haus â mein Boot â mein Autoâ vorstellt, hat auch meist weder das eine selbst gebaut noch die anderen zusammengeschraubt.
So entstanden erst mit rund einem Jahrhundert VerspĂ€tung in Deutschland viele prĂ€chtige Barockbauten, die in ihrer gesamten Raumkomposition darauf ausgerichtet waren, das Publikums durch gewaltige Höhen und viel Prunk und Pracht davon zu ĂŒberzeugen, dass ihre weltlichen und kirchlichen Herrscher unvergleichbar und unvergleichlich mĂ€chtig seien.
Dieses Publikum bewunderte eine Weile pflichtschuldig, hatte dann aber irgendwann genug. Die barocke Baukunst verzĂŒckte nĂ€mlich nicht nur, sondern erinnerte den Betrachter stĂ€ndig und vehement und in vielen Einzelheiten daran, dass er vergĂ€nglich sei und dass er betend bedauern mĂŒsse, wie schnell seine Zeit vorĂŒber sein werde.
Der Innenraum von St. Johann Nepomuk (Asamkirche) in MĂŒnchen (SendlingerstraĂe) Fotografie von Schlaier [GFDL oder CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Bedauern konnte auch damals nĂŒtzlich sein, beten war den Menschen wichtig; aber sie waren gerade dabei, sich von einem Generationen ĂŒberschattenden Dauerkrieg zu erholen, und wollten einfach leben, fröhlich leben.
So wurden die Bauten im SpĂ€tbarock immer heller und immer fröhlicher verziert, ernsthafte Mahnung wich verspielter Aufforderung, dunkle Steinfluchten wurden durch strahlendes Gold und Pastellfarben ersetzt. Ein gutes Beispiel ist die MĂŒnchner Asamkirche ( St.-Johann-Nepomuk, Sendlinger StraĂe), von den als Maler, Architekten und Bildhauer tĂ€tigen BrĂŒdern Asam nach neuesten französischen Trends errichtet.
Ăberbordende VergĂ€nglichkeitsfurcht und DĂŒsterkeit verbreiten hier weder die Fassade (siehe Asamkirche in MĂŒnchen), noch die innere Ausgestaltung (siehe Innenansicht der Asamkirche), der Gnadenstuhl (siehe Fotografie) oder die von geschwungenen Bögen und rosa MarmorsĂ€ulen umrahmten Bildnisse der Erbauer (siehe Fotografie).
Barocker Gnadenstuhl im Chor der Asamkirche Fotografie von Rollroboter [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Baubeginn war 1733, seit 1726 herrschte in Bayern der kunstinteressierte Karl Albrecht (von Bayern), der 1716 auf Bildungsreise in Italien war, am 5. September 1725 in Frankreich an der Hochzeit König Ludwigs XV. teilnahm und 1742 die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches aufsetzte, die er bis 1745 trug.
Ein Jahr spĂ€ter wurde die Asamkirche geweiht, der Bau begleitet also ĂŒber ein Jahrzehnt der lebensfrohen kunstgeschichtlichen SpĂ€tphase des Barocks, die als Rokoko bekannt wurde und in Deutschland ab ca. 1730 datiert wird.
Rokoko â ĂŒbermĂŒtiger, ĂŒbertriebener SpĂ€t-Barock oder eigener Stil?
Dieser von Frankreich importierte aus dem SpĂ€tbarock entwickelte Stil hat seinen Namen Rokoko von einem Ornamentmotiv, der Rocaille (siehe Fotografie der katholischen Pfarr- und Klosterkirche St. Alto und St. Birgitta in AltomĂŒnster), eine aus den beiden französischen Wörtern roc = Fels und coquilles = Muscheln zusammengesetzte Felsenmuschel.
Ein im Rokoko ĂŒberaus beliebtes Dekorationselement, das fast leichtfertig erstmalig Asymmetrie in die Baukunst bringt und damit die festen Vorbilder des Barock frech auflöst.
Bildnis des Erbauers Cosmas Damian Asam Fotografie von Rollroboter [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Wenn auch die Baukunst monumental blieb und nicht jeder bildende KĂŒnstler mit Muscheln spielte (weswegen das Rokoko in diesen Bereichen nur bedingt als eigene Stilepoche anerkannt wird), erteilten die verspielten Formen des Rokoko dem Pathos des Barocks eine variantenreiche, entschieden entzĂŒckende Absage.
Katholische Pfarr- und Klosterkirche St. Alto und St. Birgitta in AltomĂŒnster im Landkreis Dachau (Bayern), Stuck von Jakob Rauch (1718â nach 1785), Rocaille Fotografie von GFreihalter [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
âNurâ ein Dekorationsstil, aber Deko ist das, was zuerst ins Auge fĂ€llt, im Fall Rokoko mit geradezu ĂŒberbordenden Verzierungen an den Bauten, wie in Schloss Peterhof (siehe Fotografie) und in den GĂ€rten davor, wie in Schloss Schwetzingen (siehe Fotografie).
Mit durchaus neuen Ideen, eines der wichtigen Elemente des Barock, die strenge Symmetrie, wurde vergnĂŒgt ĂŒber Bord geworfen, zugunsten von Ranken und Lianen, Kreiseln und Kringeln, SchwĂŒngen und Rundungen.
Und Verzierungen in RÀumen, denen in Kirchen (siehe Fotografie) und denen bei Hof, mitsamt den Möbeln und den kunsthandwerklichen GegenstÀnden. Hier leisteten Stuckateure, Schnitzer, Tischler, Sticker usw. usw. teils unglaubliche Feinarbeiten (auch wenn das Ergebnis heute schnell einmal etwas kitschig anmutet, de.wikipedia.org/wiki/Datei:JAMeissonnierTable.jpg). Innenarchitekten und Kunstgewerbeschaffende sehen deshalb das Rokoko ganz entschieden als eigene Epoche, die streng vom SpÀtbarock abzugrenzen ist.
Schloss Peterhof, groĂe Kaskade Fotografie von Alexxx1979 [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
SchloĂ Schwetzingen Fotografie von Erdie [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
Basilika in Ottobeuren (AllgÀu) Fotografie von Allie_Caulfield [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons
Tafel von Juste-Aurele Meissonnier (1730) von Juste-Aurele Meissonnier [Public domain], via Wikimedia Commons
Insgesamt verliert die Architektur durch all diese Dekorationen viel von ihrem pompösen Charakter, die Schlösser werden kleiner, HauptgebÀude werden hÀufig von DienstgebÀuden getrennt.
Neben ĂŒberreich verzierte ReprĂ€sentationsrĂ€ume treten kleinere PrivatrĂ€ume oder Privatschlösschen mit leichtfĂŒssiger Architektur und ebenso eleganten wie verspielten Details (obwohl man sich aus heutiger Sicht trefflich darĂŒber streiten kann, ob ein Privatschlösschen wie dieses wirklich seinen pompösen Charakter verloren hat:
Hameau der Königin, Versailles Fotografie von Urban [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons
Ein Hauch von Freiheit ist zu spĂŒren âŠ
Mit der neuen Lust an der Dekoration litt auch die ernste Verehrung der Macht, die der höfischen Gesellschaft auch auf einmal gar nicht mehr so wichtig zu sein schien.
Die Herrschenden hatten den Pomp offensichtlich auch satt, sie wollten es einfach schön haben; und elegant, wie ein neues Modewort aus Frankreich vorgab â im Rokoko wurde das gesamte höfische Lebens ein gutes StĂŒck âfeinerâ und damit (manchmal) inhaltsreicher.
Noch Ludwig XIV. von Frankreich hatte in exaltiert barocker Art sein Leben als öffentliches Ereignis zelebriert. Mit Ziel und Zweck, er wollte seine AnhĂ€nger (den Adel) willfĂ€hrig am Hof halten und wunschgemÀà lenken, er fĂŒhrte seine Gefolgschaft durch Gunstbeweise oder durch Entzug der Gunst. Also ein ganz Ă€hnliches Modell wie es heute so mancher Facebook-Star abfeiert, der seiner Gefolgschaft Gunstbeweise oder Gunstentzug durch die Umgebung in Aussicht stellt, wenn diese (mit hormonell wirksamen, allergieauslösenden und krebsverdĂ€chtigen Inhaltsstoffen versehene) Schönheitsprodukte, (ausbeuterisch produzierte) Designerklamotten, (am StĂŒck nur wenige Sek. betriebsbereite) Maschinen zur Produktion von GemĂŒsepampe und Utensilien zur Optimierung des eigenen Erscheinungsbildes (augenverstörend neonbuntes Plastik, Produktionskosten gen Null) kaufen/verwenden bzw. versĂ€umen zu kaufen und zu verwenden.
FĂŒr solch plumpe Anbiederung und Beherrschung war man sich nun zu fein, im Rokoko zog man sich ins Private zurĂŒck, um eine kultivierte LebensfĂŒhrung, ein feinsinniges LebensgefĂŒhl, zarter Sinnlichkeit und galante Umgangsformen zu pflegen.
Zu dieser Kultur gehörten im intellektuellen Bereich auch schon die ersten Vorboten der AufklĂ€rung, dem epochalen Projekt des herannahenden Jahrhunderts. Thomas Hobbes (1588 â 1679), John Locke (1632 â 1704), Montesquieu (1689 â 1755) und Immanuel Kant (1724 â 1804) hatten ihre entscheidenden Schriften vorgelegt, die sich langsam aber unaufhaltsam verbreiteten.
Ab etwa 1700 war das rationale Denken erlaubt, durfte man sich auf die Vernunft als universelle Urteilsinstanz berufen, nicht nur als Herrscher, sondern auch als BĂŒrger â und als BaukĂŒnstler. Deshalb haben die neuen Ideen auch die Baukunst beeinflusst, die Werke der barocken Theater-KĂŒnstler wurden als Kirchen-Propaganda oder als Hilfe bei der Selbstdarstellung eines Herrscher abgelehnt, das Rokoko als Kunst der AufklĂ€rung lehnte solche Verherrlichungen ab.
Neben Schnörkeln und Arabesken gibt es durchaus Skurriles zu entdecken, manche scheinbar vornehm verhaltene Mimik sagt bei genauem Hinschauen etwas ganz anderes, manche grotesk ĂŒbertriebene Gestik kann getrost als pure Ironie gedeutet werden.
⊠aber Gestalt siegt vor Inhalt
Und ĂŒberschreitet die Grenzen des Zumutbaren: AufklĂ€rerische Ideen schwingen mit bei dieser neuen Lust am freier gestalteten Zierwerk, die Schnörkeln und Arabesken der Gestaltung ĂŒbernehmen jedoch die Hauptrolle.
AusschmĂŒckungen, Beiwerk, Dekor, Ornamente, Putz und Stuck, Rankenwerk, Verschnörkelung und was weiĂ ich noch fĂŒr anderer Zierrat machen sich im Ăberfluss breit und begraben jeden Ansatz auf dem Weg zur Freiheit des Geistes unter sich.
Pastellfarben waren auch da, und der Stuck kroch langsam die Wand entlang, vielleicht noch ein wenig aufgelockert durch ein Spiegelscherbenkabinett mit unregelmĂ€Ăig geformten SpiegelstĂŒcken an den WĂ€nden und an der Decke.
An den WĂ€nden sogenannter Spalierzimmer krochen artifizielle Pflanzen durch die Gegend, in Musikzimmern reihten sich ĂŒppig verzierte PortrĂ€ts der am Hof wirkenden Schauspieler und Musikanten, das Schnörkel- und Rankenwerk nimmt nun genauso den Atem wie die schweren und drĂŒckenden Formen des Barock â SchwĂŒnge und Wölbungen verursachen Schwindel, wenn sie allgegenwĂ€rtig sind.
Hier ein paar der AuswĂŒchse, die im tĂ€glichem Gebrauch/Anblick wahrscheinlich irgendwann schwer zur ertragen sind:
Quadratisch, praktisch, gut: www.modagezgini.com/wp-content/uploads/rokoko3.jpg
Vor der Zierde noch âne Zierde noch âne Zierde: uppslag.kaapeli.fi/pub/Uppslagsverket/Rokoko/Rokoko.jpg
Als Alltagskleidung eine Freude fĂŒr brutwillige Vögel: www.fotocommunity.de/pc/pc/display/28902889
Nachdem die Vögel da waren (Bild 2): stylio.pl/artykul-styl-rokoko
Unter der Zierde noch âne Zierde noch âne Zierde: europeanchicdesign.blogspot.de/2012/02/roccoco-wall-decor.html
Auch Pastell kann bunt: quarknet.de/fotos/regionen/thueringen/rokoko-schloss.jpg
Wenn Sie innerlich bereits schreien, haben sie sicher recht, irgendwann wird Verfeinerung zur PlattitĂŒde, graziös zu kitschig, vielsagend zu nichtssagend, pikant zu schal, kapriziös zu banal, witzig zu abgedroschen, kokett zu manieriert und AmĂŒsement zur Qual.
Je mehr die Ideen der AufklĂ€rung diskutiert wurden, desto entschiedener fĂŒhlten sich denkende Menschen fehl am Platze in Salons wie diesem:
Beispielhafter Rokoko Revival Parlor von 1855 in New York City (Metropolitan Museum of Art) Fotografie von Andrew Balet [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons
So ist es nur folgerichtig, dass das Rokoko rechtzeitig vor dem groĂen Sturm der durch die AufklĂ€rung verursachten UmstĂŒrze um 1770 durch den Klassizismus abgelöst wird, mit Ă€sthetischem Leitbild einer puren Formensprache.
Weitere tolle Infos zu diesem Thema gibt es hier: http://www.kunstplaza.de/kunststile/baukunst-in-deutschland-kitsch-oder-rokoko/
Art Brut â Die âroheâ Kunst
Neuer Beitrag im Kunstplaza Blog veröffentlicht: unter http://www.kunstplaza.de/kunststile/art-brut-die-rohe-kunst/
Bedeutung und Herkunft
Outsider KĂŒnstler Markus Meurer am 16.9.2014 in der Halle Saint-Pierre, Paris Foto von Leonhardus30 [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons
Die Bezeichnung Art Brut geht auf den französischen KĂŒnstler (Maler, WeinhĂ€ndler, Bildhauer) Jean Dubuffet zurĂŒck. Sie beschreibt die autodidaktische und ursprĂŒngliche Kunst von Menschen mit geistiger Behinderung, Laien oder Kindern.
Diese Kunstrichtung wird auch gelegentlich als âOutsider Artâ bezeichnet. Auch Charity Art hört man in diesem Zusammenhang des öfteren. Zu den Urhebern von Art Brut, deren Werke abseits des etablierten Kunstsystems entstanden sind, zĂ€hlen sowohl Menschen mit psychischer Erkrankung oder mehrfacher Behinderung als auch Medien, Gefangene, AuĂenseiter oder einfach gesellschaftlich Unangepasste.
Diese âunverbildete, roheâ Kunstströmung wurde 1945 begrĂŒndet, und sieht sich abseits von etablierten Kunstströmungen oder Kunstformen.
Art Brut ist demnach frei von akademisch-kĂŒnstlerischer Schulung und entsteht aus einem inneren AusdrucksbedĂŒrfnis, dem der kreativ tĂ€tige Mensch in unterschiedlicher Weise nachkommt und somit einen Teil seines Innersten in kĂŒnstlerischer Weise sichtbar machen kann. Der Autodidakt arbeitet in erster Linie fĂŒr sich selbst und nicht fĂŒr ein Publikum. Auch kommerzielle ErwĂ€gungen spielen in den allermeisten FĂ€llen keine Rolle.
Die Bezeichnung âArt Brutâ hat sich mittlerweile international durchgesetzt und einen groĂen Beitrag zu Anerkennung marginalisierter Kunst (Kunst von Bevölkerungsgruppen oder sozialen Gruppierungen, die an den Rand der Gesellschaft gedrĂ€ngt werden und somit nur bedingt am kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Leben teilnehmen können) geleistet.
Art Brut â Begriffliche Abgrenzung basierend auf der Vorlage der Galerie KoKo unter galerie-koko.de/galerie-art-brut.htm
Die kulturelle Anerkennung fĂŒr Art Brut steigt
Durch verschiedene Ausstellungen (z.B. Wanderausstellung Outsiders) hat Art Brut stark an kultureller Anerkennung gewonnen und findet Aufmerksamkeit in der erfolgreichen Förderung kĂŒnstlerischer Arbeiten zu therapeutischen Zwecken.
Auch ein eigenes Segment des Kunsthandels spezialisiert sich mittlerweile bei internationalen Messen (z.B. die KunstKöln oder die New Yorker Outsider Art Fair) auf die autodidaktische, unverbildete Kunst.
Mehr Informationen und HintergrĂŒnde zur Art Brut Ausstellung auf der KunstKöln erfahren Sie in diesem Artikel der WELT: Die WELT â SpektakulĂ€re Art Brut auf der âKunstKölnâ
Ein weiterer Meilenstein der âOutsider Artâ (âAuĂenseiter-Kunstâ, im anglo-amerikanischen Sprachraum gebrĂ€uchlich) ist der EUWARD â EuropĂ€ischer Kunstpreis Malerei und Graphik fĂŒr KĂŒnstler mit geistiger Behinderungâ, den es seit dem Jahre 2000 gibt. Mehr Infos dazu auf der offiziellen Homepage des EUWARD.
Eine Auswahl an Werken
Adolf Wölfliâs Irrenanstalt Band-Hain, 1910
âVentana y caminoâ â AcrylgemĂ€lde der mexikanischen Malerin Susana Noriega (2009) von Susana Noriega [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Bruno Montpied, Ohne Titel, 1977 von Bruno Montpied [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Farbstiftzeichnung von Adam Dario Keel, Rebstein von Adam Keel (Pressebild des KĂŒnstlers) [CC BY 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5)], via Wikimedia Commons
Ivan Summersky â Vampire (2014) von Ivan Summersky [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons
Art Brut Werk, von einem an paranoider Schizophrenie leidenden Menschen gemalt von Thomas.ZAPATA [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons
von einem Schizophreniepatienten bestickter Stoff, Glore Psychiatric Museum von cometstarmoon [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons
âCĂtaraâ, Acrylbild der mexikanischen Malerin Susana Noriega von Susana Noriega [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Informative VideobeitrÀge zum Thema
Die Ausstellung WELTENWANDLER. DIE KUNST DER OUTSIDER widmete sich der Produktion von Kunst entlang und jenseits der Grenzen des Gewohnten:
Unter dem programmatischen Titel âgugginger irritationen Iâ fand im Juni 2008 erstmals das von Standortmanagerin Nina Katschnig, Michael Martinek und seinem Musiklabel fabrique records gemeinsam mit dem KĂŒnstlerduo marshall!yeti initiierte Musik- und Kunst-Festival im Art / Brut Center Gugging statt, das mit ĂŒber 700 begeisterten Besuchern erfolgreich startete:
Eine Sammlung Art Brut Kunstwerke von Menschen, die an Schizophrenie litten (aus den BĂŒchern âOutsider Art: Spontaneous Alternativesâ und âBeyond Reason: Art and Psychosisâ):
WeiterfĂŒhrende Anlaufstellen zu Art Brut:
Nachfolgend ein kleiner Ăberblick zu verschiedenen Anlaufstellen, die Ihnen die Welt des Art Brut nĂ€herbringen:
Museum âCollection de lâart brutâ in Lausanne
Das auĂergewöhnliche Museum Collection de lâArt Brut stellt Werke von (fast) ganz normalen Menschen, keinen âKĂŒnstlernâ, aus. Die Ausdrucksweise dieser Bilder ist oft unheimlich und intensiv â Durch kurze ErklĂ€rungen neben den Bildern wird dem Betrachter der Hintergrund sowie die Geschichte des Urhebers (meist psychisch erkrankte Menschen) nahe gebracht.
Weblink: http://www.artbrut.ch/fr/21070/collection-art-brut-lausanne
Zeitschrift âRaw Vision
Die englischsprachige Kunstzeitschrift Raw Vision widmet sich als einzige Zeitschrift weltweit der Art Brut (Outsider Art). Die von John Maizels herausgegebene Zeitung wurde im Jahre 1998 als beste Kunstzeitschrift ausgezeichnet. In den einzelnen Ausgaben werden Informationen zum Thema Outsider Art (Ausstellungstermine, Tagungsberichte, und Ausstellungskritiken) veröffentlicht und neue KĂŒnstler vorgestellt.
Weblink: http://rawvision.com
Galerie arte nuova
Die Galerie Arte Nuova in der Schweiz hat sich auf Art Brut spezialisiert und Sammlungen diverser KĂŒnstler angelegt.
Weblink: http://www.artenuova.ch/
Galerie KoKo
Die Galerie KoKo in Wien widmet sich schwerpunktmĂ€Ăig Art Brut. Sie bietet RĂ€ume fĂŒr Ausstellungen, Vernissagen, Ausstellungen und GeschĂ€ftsessen.
Weblink: http://www.galerie-koko.de
Kunsthaus Kannen
Das Kunsthaus Kannenin MĂŒnster ist ein Museum fĂŒr Outsider Art und Art Brut, mit Galerien, Kunst-Projekten und Ateliers. Als integrative BegegnungsstĂ€tte ermöglicht es der Ăffentlichkeit, die AuĂenseiter Kunst zu entdecken.
Weblink: http://www.kunsthaus-kannen.de/
Kunst von Innen â Art Brut in Austria (Buchtipp)
Kunst von Innen â bringt die Kunst behinderter Menschen einem internationalen Publikum nahe und setzt sich mit Ăsterreichs âArt Brut-Szeneâ auseinander.
Weblink: shop.verlagholzhausen.at
Literatur und Buchempfehlungen:
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Weitere tolle Infos zu diesem Thema gibt es hier: http://www.kunstplaza.de/kunststile/art-brut-die-rohe-kunst/