Tod, unausweichliche Geliebte
âMarada war so weit gekommen, dass er den Tod als unausweichliche Geliebte erachtete, in deren Umarmung alle Schwierigkeiten vergessen werden konnten. HĂ€tte seine Gesellschaft den Selbstmord nicht untersagt, wĂ€re er lĂ€ngst an seine TĂŒre getreten und hĂ€tte so lange geklopft6, bis man ihm Zugang gewĂ€hrt hĂ€tte. Doch so wie die VerhĂ€ltnisse waren, konnte er die Geliebte Tod nur aus der Ferne verehren und strebte nach seinem eigenen Ende, wie ein Mann dies tun sollte, auf mannhafte Weise, indem er sich mit der GewiĂheit begnĂŒgte, letzten Endes einmal aufgebahrt zu liegen, allen Schmerzes enthoben zu sein und erlöst von jeglicher Notwendigkeit, Urteile ĂŒber die Unmoral seiner Mitmenschen zu fĂ€llen." Janet Morris, Traumwelt (Originaltitel: Earth Dreams), 1982 Die Kerrion-Serie von Janet Morris ist ein dreiteiliger Entwicklungsroman (englisch: Entwicklungsroman), der ebenso davon erzĂ€hlt, wie die KĂŒnstlichen Intelligenzen der Raumkreuzer Bewusstsein erlangen und wie Chaeron Kerrion und seine Frau Shebat erwachsen werden und die Macht ĂŒber das Konsulat erringen, wie vom Niedergang Marada Kerrions, der mit dem Tod seiner Frau und seines Schwagers unter den HĂ€nden eines wĂŒtenden Mobs auf einem HinterwĂ€ldler-Planeten beginnt. Bei dem handelt es sich ĂŒbrigens um die Erde, einer dĂŒsteren Welt, am Rand der Galaxie bevölkert von Genetisch-Retardierten, die immer noch an die Götter und an Freiheit glauben, wĂ€hrend der Rest des Universums elegant mit Ăberlichtgeschwindigkeit durch den Spongialraum reist (oder sich eher in den schmutzigen UnterstĂ€dten riesiger Raumstationen zusammendrĂ€ngt), statt Göttern die personifizierten ZufallskrĂ€fte des Universums, die Jux-Joker, beschwört und sich sonst im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten dem gepflegten Exzess hingibt. Der fĂ€llt im Kreis der Kerrion, der Bucyrus, der Tabrizi und der Orrefors hellenistisch ĂŒberladen aus. Doch sind die exotischsten Speisen dabei mit Verrat gewĂŒrzt, und die schönen Frauen und Knaben sind vielleicht nackt, aber doch immer in die PlĂ€ne der MĂ€chtigen gehĂŒllt, der Konsuln, ihrer Verwandten, die selbst Konsuln werden wollen, der Gilde der Raumpiloten. Selbstmord mag gesellschaftlich verpönt sein, Mord ist es ganz sicher nicht, auch ein nicht allzu ausgedehnter Massenmord wird unter bestimmten Vorbehalten durchaus toleriert. Eine Fortsetzung wĂ€re interessant gewesen, wird aber wohl von Janet Morris nicht kommen, da sie sich inzwischen der Entwicklung nicht-tödlicher Waffen zugewandt hat.













