Retrosport mit Retrotechnik
Kegelbahntechnik ist beständige Technik. Auf unserer Bahn wirft man mit elektronischer Erfolgsanzeige: Vorne bei den Kegeln leuchten die getroffenen Kegel auf einem Diagramm auf, hinten an der Abwurfstelle gibt es noch eine grafische Erfolgsanzeige. Die kann mehr; während hinten nur Lichter für umgeworfene Kegel leuchten, blinkt es vorne auch mit Spezialeffekten, wenn etwa ein Kranz geworfen wird. (Nur der innere Kegel steht noch.)
An einem Steuermodul lassen sich verschiedene Spielmodi konfigurieren. Dort gibt es auch einen Hinweis auf das Alter der Anlage: Die Postleitzahl ist vierstellig. 1993 wurden in Deutschland fünfstellige Postleitzahlen eingeführt, die Anlage ist also bestimmt 30 Jahre und noch älter.
Die Technik scheint mir Standard zu sein: Ich habe noch nie ein grundsätzlich anderes Kegelbahnsystem gesehen, mit einer Ausnahme. Im Kloster St. Peter im Schwarzwald ist man sehr stolz darauf, angeblich die älteste erhaltene Kegelbahn Badens vorweisen zu können. Die kommt ganz ohne Technik aus. Statt einem ausgeklügelten System zur Kugelrückgabe und zum Kegelaufstellen mußten, so erzählt man dort, die Novizen für die Mönche Kugeln holen und Kegel stellen.
Auch wenn sich unser Kegeclub per Facebook-Chatgruppe organisiert: Zur Mitgliederverwaltung und zur Aufzeichnung von Spielberichten und des Reglements greifen wir auf branchenübliches Papier zurück: In den einschlägigen Fachverlagen für Formulare gibt es dafür selbstverständlich (es ist Deutschland hier!) auch vorgefertigte Kegelbücher. Gut Holz!