Schnee //Sam&Julian
Words: 743 Words
Characters: Julian Rushforth, Samuel Kingston
Author´s Note: Jetzt ist doch tatsächlich schon wieder Weihnachten und da dürfen die beiden Jungs natürlich nicht fehlen. ;) Fröhliche Weihnachten liebe @farsael <3
Es war der kalte Luftzug, der Julian weckte. Er war nicht direkt unangenehm und doch schien er nicht ins Bild zu passen. Julian blinzelte und drehte sich auf den Rücken, wobei ihm dann auch auffiel, was hier ebenso wenig ins Bild passte. Der Platz neben ihm war leer und mit einem leicht verwirrten Gesichtsausdruck richtete er sich auf und seine Augen suchten den kleinen Raum ab, bis sie schließlich fanden was sie suchten.
„Samuel. Es sind Minusgrade da draußen.“ Trotz seiner anklagenden Worte konnte Julian sich das Lächeln nicht ganz verkneifen, denn ihm gefiel das Bild eines halb entkleideten Samuel´s, der am offenen Fenster stand und nach draußen blickte, mehr als er es vielleicht zu gegeben hätte.
Vor ein paar Stunden hatte der andere Mann plötzlich vor Julian´s Londoner Apartment gestanden, einen Stapel Briefe und Pakete auf dem Arm, die alle samt zu Boden gefallen waren als Julian ihn freudig umarmt hatte. Der Stapel mit den Paketen, die Samuel noch bei dutzenden Leuten abliefern musste, war in der Ecke gelandet und Samuel in Julian´s Bett.
Besser als anders herum, Hatte Julian gescherzt und Samuel hatte ihm dafür ein Kissen an den Kopf geworfen.
„Es schneit.“ gab Samuel gerade zu bedenken und Julian konnte selbst von hier die Gänsehaut sehen, die sich über seine Arme und seinen Rücken ausbreitete.
„Und es ist kalt. Darum schlage ich vor, dass du wieder ins Bett kommst, “ gab Julian zurück und hätte Samuel ein Kissen gehabt, er hätte es sicher wieder nach ihm geworfen. „In London bleibt der Schnee nicht lange liegen, spätestens in ein paar Stunden ist das alles Matsch“, fügte er dann noch hinzu. Draußen auf dem Land war Schnee immer ein tolles Ereignis gewesen. Alle Kinder hatten sich die Nase am Fenster plattgedrückt, bis Genevieve und Charles ihnen endlich erlaubt hatten, nach draußen zu gehen. Benjamin hatte, wie jedes Jahr, fast bis zum Bauchnabel im Schnee fest gesteckt, Claire war nur ungefähr zwei Meter weit gekommen, bis sie beschlossen hatte, dass es im Haus doch viel schöner war, und Julian und Penelope hatten sich eine wilde Schneeballschlacht geliefert, bei dem mal der Eine und mal die Andere als Sieger hervorgekommen war.
Seit Julian allerdings in London wohnte, gab es weder Schneeballschlachten noch Befreiungsaktionen und überhaupt war Benjamin mittlerweile so groß, dass er auch wunderbar alleine klar kam. Bei dem Gedanken an seinen kleinen Bruder musste Julian lächeln und es war das Geräusch des sich schließenden Fensters, das ihn wieder in die Realität zurück brachte.
„Vielleicht schneit es ja über Nacht so viel, dass wir es morgen gar nicht bis nach Hause schaffen“, gab Samuel dann zu bedenken und Julian lachte. So sehr er seine Geschwister und Eltern auch vermisste, so musste er auch zu geben, dass er alles, was er brauchte, bei sich hatte. Und auch wenn Genevieve eine wundervolle Gastgeberin war so konnte sich Julian doch besseres vorstellen, als den ganzen Abend in einem feinen Anzug auf einer Weihnachtsgesellschaft sinnlose Gespräche zu führen.
Zum Bespiel hier zu bleiben. Mit Samuel. Und über gar nichts zu reden. Nackt.
Besagter schob sich in diesem Moment zu ihm unter die Decke und Julian quiekte ( etwas, das er später verleumden würde getan zu haben ) als Samuel´s kalte Arme sich um ihn schlangen und nun bei ihm eine Gänsehaut verursachten.
„Ich schwöre, wenn Genevieve mich noch einmal fragt, warum ich denn dieses Jahr keinen Damenbesuch mitgebracht habe, dann werde ich die Weihnachtsgans höchstpersönlich aus dem Fenster werfen.“ lachte er dann und schob seinen Arm unter Samuel durch um ihn dichter an sich heranzuziehen.
„Bloß nicht“, lachte der auch gleich mit. „Das muss ich dann nur wieder aufräumen, und ich habe an Weihnachten wirklich anderes zu tun“, fügte er dann noch hinzu bevor er sich auf Julian rollte und auf ihn herunter grinste. Julian war sich ziemlich sicher, dass er für einen Moment das Atmen vergaß, denn Samuel sah einfach umwerfend aus mit den roten Wangen, seinen zerzausten Haaren und den Augen, in denen Julian sich schon mehr als einmal verloren hatte.
„Ach, und was wäre das?“ brachte er schließlich heraus und sein Mund verzog sich zu einem Grinsen. Samuel schien darauf keine verbale Antwort geben zu wollen und verschwand stattdessen mit seinem Kopf unter der Decke.
Julian brachte gerade noch ein lachendes „Auf der Weihnachtsgesellschaft? Das gehört sich aber ganz und gar nicht!“ heraus, bevor seine Lippen ganz andere Töne hervorbrachten und er noch dankbarer dafür war, dass Samuel das Fenster zur Straße wieder geschlossen hatte.










