"Allein auf der FC Bayern Facebook Fanpage mit ca. 37 Mio Fans erreichten einzelne Videos der Feierlichkeiten am Sonntag vom Münchner Rathaus-Balkon 700.000 Views. Dazu kommen die Profile der Spieler mit weiteren Millionen-Reichweiten. Der FC Bayern YouTube Channel hat fast 500.000 Abonnenten. Dagegen erscheint die Reichweite des BR verzichtbar klein. Die Marke FC Bayern wird selbst zu Medium. Und das ist kein Zufall sondern klare Strategie. Denn damit ist der Club in der Lage, Erlöse für Übertragungen anderer Medien zu kassieren. Gleichzeitig hat man auf den eigenen Plattformen alles selbst in der Hand – das dürfte vor allem gegenüber Sponsoren ein großer Vorteil sein. [..] In der englischen Premier League gehen die Club schon länger so vor. Die hauseigenen Medien haben maximale Reichweiten – die Vereine werden somit selbst zum Vermarkter ihrer Übertragungsrechte. [..] Am Beispiel des BR wird deutlich, dass die Marke FCB mit ihren Media Kanälen schon so weit ist, TV-Übertragungen zu riskieren bzw. die Bedingungen zu diktieren. Ob dies der nationalen Identität der Marke FC Bayern München gut tut, ist eine Frage. Hier muss der Club ganz sicher eine Balance finden, die nicht einfach ist. Langfristig strategisch ist die Entwicklung mit Blick auf globale und digitale Märkte aber nur konsequent. Mit Facebook und YouTube erreicht der FCB Millionen rund um den Globus. Mit dem BR nicht. [..] Viele proklamieren, dass Marken zu Medien werden. Für globale Sportvereine in den großen Sportarten stimmt dies ganz sicher. Natürlich ist der FC Bayern München in Deutschland eine Ausnahme. Kein Club spielt in dieser Liga in Sachen Vermarktung. Im internationalen Vergleich aber ist die Bundesliga weit zurück. Die Zukunft liegt ganz sicher im konsequenten Reichweitenaufbau der eigenen Plattformen. Übrigens gibt es bereits Unternehmen wie Solidtango, die für Vereine der zweiten Reihe TV-Übertragungen auf einer zentralen Plattformen anbieten. Das skalierbare Vereins-TV sozusagen. Die Zukunft des Sports ist weiter eine im Bewegtbild. Es ist aber davon auszugehen, dass die Massenmedien ihre zentrale Rolle hierfür ein Stück weit verlieren werden. Oder sehr teuer bezahlen müssen."










