Via Hannes Mayer
Hotellobbykunst
Hotellobbyism soleil levante. Hotellobbykunst vereint das, was ein Hotel ist, mit dem, was Lobby ist, und dazu noch mit dem, was Kunst ist. Hannes Mayer sendet mir heute das Foto eines Objektes aus dem Land, das die große Nation ist. Das geht dort mir dem Stolz auf Atomkraftwerke, Waffenarsenal und Val Thorens einher.
In meinem Zettelkasten gab es bisher nur ein entsprechendes Bild, also auch das Bild eines Bildes aus einer Hotellobby. Das ist ein Foto aus dem Hotel Central in Recife, auf dem man wiederum das Foto der oberen Stockwerke dieses Hotel sieht, über denen ein Zeppelin kreist. Das Hotel ist um 1929 herum gebaut, also zu der Zeit, in der Aby Warburg sich nicht nur für Zeppeline interessierte, sondern den Zeppelin auch als Objekt der Polarität, also als Polobjekt in seinen Atlas integrierte. Das Foto in Recife zeigt sogar exakt den Zeppelin, den auch Warburg zeigt - und der sogar auf Tafel 79 noch einmal erwähnt wird, weil Warburg dort in Ausschnitten eine Meldung zeigt, die von einer Weltreise dieses Zeppelins berichtet. Der Zeppelin kommt also auf Tafel C das erste mal, auf Tafel 79 das letzte Mal vor (und wird dort auf magische und mantische, also wahrsagende und vorausehende/ wenigstens vorsehende Weise mit Katastrophen und Desastern assoziiert).
Jetzt habe ich zweites Bild von Bildern aus Hoteklobbys, jetzt ist es eine Serie - und so etwas soll ein Schlagwort erzeugen.Hotellobbykunst, das ist eine Kunst an Orten, zu denen Reisen und das Pendeln einen vorübergehend führen, an denen man Gast ist, an denen es auch eine Lobby gibt, das sind Empfangsorte und Fürsprecher in einem. Und da gibt es Kunst.
Hannes hat ein tolles Exemplar gefunden: das ist in dem Fall nämlich Volkskunst, manche nennen das naive Kunst. Hier kommt sie an einem Hubschrauber zum Einsatz, der in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts entwickelt wurde (ich werde das noch recherchieren müssen).







