Man sagt mir den Hang fĂŒr das Opulente nach. Dabei stimmt das gar nicht. Doch Hotels mit Flair und dem besonderen Touch haben es mir angetan. Egal ob trendig oder futuristisch, heimelig und traditionell oder eben solche, in denen Grafen schlafen wĂŒrden. Schlosshotels und solche mit langer Tradition haben, fĂŒr mich einfach eine gewisse Ausstrahlung.
Gerade um 1900 sind die ersten sogenannten âGrand Hotelsâ entstanden. LegendĂ€r war der Pomp und die Persönlichkeiten in dieser Epoche. Klar das man das bei manchen Luxus Herbergen bis heute spĂŒrt. So war es wohl eher kein Zufall, als wir uns fĂŒr das Art Deco Hotel âGrand Hotel des Iles des BorromĂ©esâ in Stresa, am Lago Maggiore entschieden. Unser Hotelcheck.
Stresa am Lago Maggiore.
Ein beliebter Ferienort entsteht â die ersten Touristen
Um das Jahr 1900 entstanden viele der Grand Hotels, wie wir sie heute kennen. Damals jedoch gab es noch gar keinen Standard, was ein Grand Hotel alles können muĂ. MaĂstab aller Dinge war unendlicher Komfort, neuste Technologien und Service vom Feinsten. Auch die AktivitĂ€ten haben sich verĂ€ndert. Es entstanden die ersten PalĂ€ste in denen sich das Who is Who die Klinke gaben. So auch im bereits erwĂ€hnten Grand Hotel, am Lago Maggiore.
Die im Klassizistischen Stil erbaute See Villa kannst du noch heute besuchen. Um sie herum ist ein wunderschöner Botanischer Garten.
Reiche TuchhĂ€ndler aus Italien und viele bekannte KĂŒnstler und Aristokraten entdeckten Anfang des 19ten Jahrhunderts den Lago Maggiore. Die Tuberkulose war erneut in Europa ausgebrochen und die Medizin hatte zumindest damals schon eine Idee davon, dass ein Luftkurort dem Lungenleidenden schnelle Abhilfe der Symptome geben konnte. Der Lago Maggiore hatte neben der Höhe auch ein ganz besonderes Reizklima. ZunĂ€chst entstanden die ersten Luftkurorte, bevor die wahrscheinlich ersten Patienten selbiger, begannen fĂŒr die Gegend zu schwĂ€rmen.
Der Hochadel entdeckt den Lago Maggiore
Die russische Zarenfamilie, der Italienische und Ăsterreichische Hochadel gaben sich um 1900 die Klinke in die Hand. Hemingway und andere KĂŒnstler bevorzugten die schöne Landschaft um kreativ zu sein.
Erste Familien aus dem Italienischen und dem österreichischen Hochadel begannen sich am Ufer des bezaubernden Alpensees erste Domizile zu erbauen Die Architektur liest sich noch heute wie das who is who der Bauherrengilde 19ten Jahrhunderts. Bald folgte die betuchte Oberschicht und letztendlich wollten es sich auch weitere reich betuchte nicht nehmen lassen, die Sommerfrische am tĂŒrkis-blauen Alpen See zu verbringen. Wie immer voran war Ernest Hemingway, der sich hier von einer Kriegsverletzung erholte. SpĂ€ter kam er immer wieder zurĂŒck. In einem seiner Romane, A Farewell to Arms (dt. In einem andern Land) spielen Stresa und das Grand Hotel eine Rolle. Noch heute ist er fĂŒr mich ein Garant fĂŒr schöne Locations.
Das Hotel heute
Die Rezeption des Gand Hotel des Iles Borromees im ĂŒppigen Stil. Wir haben gerade eingecheckt und ich mache einen Schnappschuss von Peter.
Das Art-Deco Hotel ââGrand Hotel Iles des BorromĂ©esâ ist so ein Haus. Lange Tradition blickt auf illustre GĂ€ste, die in den GĂ€stezimmern des luxuriösen Hotels abstiegen. Darunter allerhand Adel und KĂŒnstler. Seit jeher waren die Besitzer begeisterte Kunstsammler und so entstand mit den Jahren eine betrĂ€chtliche Sammlung von KunstgegenstĂ€nden, deren Repliken heute noch das Hotel und seine GĂ€nge schmĂŒcken. Einiges darunter ist sogar noch ein Original.
So hat dein Auge erst einmal allerhand zu verarbeiten, wenn du in diesem Hotel eincheckst. Das Grand des Stils kann ich einmal dem Klassizismus und viel Art-Deco zuordnen. So sind die Spiegel und VertĂ€felungen der Lobby und Empfangshalle auf alle FĂ€lle einmal aus jenen Epochen. Auf den GĂ€ngen in die Suiten tummelt sich allerhand aus verschiedensten Jahrhunderten und aus aller Welt. Von der Ming Vase bis zu Venezianischen FĂ€chern in flachen Glasvitrinen ist einiges zu bestaunen. Vom Garten tönt leise das Glockenspiel, das zum Lustwandeln einlĂ€dt und ein begehrter Spot fĂŒr Touristen ist.
Das Glockenspiel des Grand Hotels ist wie eine riesige Spieluhr, die man begehen kann. Sie spielt immer zur vollen Stunde.
Die Suiten und Zimmer â Zeitzeugen
Das der Pomp nicht im eigentliche Hotelzimmer aufhört wird dir spĂ€testens klar, wenn du die EingangstĂŒre in den EntrĂ©es vorsichtig aufstöĂt. Venezianische Möbel, Jugendstil und edle Seidenstoffe an den WĂ€nden geben dem Zimmer ein wohliges Kuschel-Ambiente. Samtene VorhĂ€nge halten die Hitze des Sommers ab und verleihen den RĂ€umlichkeiten etwas schweres, schlĂ€friges, beruhigendes.
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View into the bedroom with a tiny balconary.
A Canopy Bed invites me for a nap.
Nice big bathrooms with enough light and space for our stuff.
Beautiful tile motifs can be found in the bathroom above the bathtub.
The salon of our suite is designed in Bordeaux red and a lot of velvet.
Beside some replicas I can find some awesome originals.
A replica of a 19th century secretary
A small reading area or a place for breakfast in the room.
Murano glass decorates the ceiling, like this chandelier and lamps.
Some fruits from the Customer Relation. Thank you!
FĂŒr mich zu viel des Guten und das Allererste was ich tue ist, zu beginnen die schweren Brokate zu Seite zu schieben um dann die sommerliche Landschaft, die Promenade und GĂ€rten des Sees zu betrachten und das Tageslicht in die verpennten Zimmer zu locken.
Der Blick ĂŒber die Balustrade des kleinen Balkons auf den See ist perfekt. Perfekt symmetrisch teilt sich der See und er Horizont links und rechts fast exakt gesĂ€umt von den HĂ€ngen der Berge. Der Architekt hatte eine Idee, wo hin er das GebĂ€ude ausrichtet. Soviel ist einmal klar.
Ausblick vom Balkon der Suite im Grand Hotel des Iles des Borromees
Unsere Suite verfĂŒgt ĂŒber einen Salon, ein kleines Ankleidezimmer, ein groĂes Schlafzimmer und ein gerĂ€umiges Bad mit Wanne im Art Deco Stil. Dabei musst du als Gast jedoch nicht auf die Bequemlichkeiten eines Modernen Hotels verzichten. WLAN, TV, Klimaanlage und Minibar stehen dir als Gast zur VerfĂŒgung.
Facilities und Unterhaltung
Legte man zur GrĂŒndungszeit auf gesellschaftliche Events, wie BĂ€lle, Hauskonzerte und EmpfĂ€nge groĂen Wert, Ă€nderte sich das Unterhaltungsprogramm in der Neuzeit. Heute ist die Nachfrage auf die sogenannten Facilities enorm. Das schöne Aussenbad hat mehrere Bassins. Einen Sprungturm und ein langes Sportbecken.
Aussenbereich Poollandschaft mit Sprungturm des Grand Hotels des Iles Borromees
Kleines CafĂ© mit Blick auf das Becken. Hier kann man kleinere Snacks fĂŒr zwischendurch zu sich nehmen, oder einen guten Cappuccino trinken.
Hier kann der Schwimmbegeisterte sich ausleben. Der Spa ist edel und viele exklusive Behandlungen können nicht nur das Aussehen verbessern, sondern es stehen allerhand verjĂŒngende Therapien zur VerfĂŒgung.
Kulinarisches und öffentliche RÀumlichkeiten
Beim Essen hat man ebenso auf nichts vergessen. Die zwei groĂen SĂ€le fassen viele hungrige GĂ€ste, ohne dass man sich darin verloren fĂŒhlt. Die Teppiche schlucken den Schall und die groĂen Fenster wechseln sich mit vielen Spiegeln und Wandbildern ab. Geschmackvoll ist auch die floristische Dekoration, auf die man hier offensichtlich groĂen Wert let. Auf die groĂen Terrassen gelangt man durch groĂe, offen stehende GlasflĂŒgeltĂŒren und der Blick auf den See, die Promenade und den sorgfĂ€ltig gepflegten kleinen Park dazwischen ist wunderschön.
Ein feines Chateaubriand haben wir uns am ersten Abend genehmigt.
Dessert
Das MenĂŒ ist ausgewogen und nur vom Feinsten. Egal ob man nun gerne ein gutes StĂŒck Fleisch auf dem Teller haben mag, sich auf einen guten Seefisch oder MeeresfrĂŒchte freut, frisch gefangenen Fisch aus dem See bevorzugt, oder auch vegetarischen und veganen Speisen den Vorzug gibt. Hier lĂ€sst es sich wunderbar genieĂen.
Das FrĂŒhstĂŒck wird von einem ĂŒppigen Buffet begleitet, Eierspeisen auf Wunsch und prĂ€zise nach Deinen WĂŒnschen frisch gekocht. SĂ€fte, Obst und der feine, originale Prosciutto warten darauf dir den morgendlichen Hunger zu vertreiben.
Die GĂ€ste
Die meisten GĂ€ste sind international â auffallend viele Amerikaner und EnglĂ€nder waren zur unserer Zeit (Juli) hier eingecheckt. Fein gekleidet, ruhig, vornehm geht es zu. Wenig Kinder und wenn, dann sehr gut erzogen und angenehm. Die AtmosphĂ€re ist nobel.
FĂŒr manchen, der das nicht alle Tage gewohnt ist, vielleicht ein wenig anstrengend.
Wenn das Personal sich nobler wÀhnt, als der eigentliche Gast
Vor allem beim Personal fĂ€llt mir etwas negativ auf. So freundlich unverbindlich man sich auch bemĂŒht, ich werde das GefĂŒhl nicht los, das sich manch Kellner und auch die Concierge teilweise nobler vorkommen, als der Gast selbst und das lĂ€sst man selbigen auch leider spĂŒren. Kleinere Reklamationen werden mit hochgezogenen Augenbrauen entgegen genommen, man wird das GefĂŒhl nicht los, dass man das sehr persönlich nimmt. Auch das die Delikatessen am FrĂŒhstĂŒcksbuffet bewacht werden, wie von einem Pitbull, macht einen unentspannten Eindruck. Letztendlich sind ja auch die Preise ebenso âmondĂ€nâ wie das gesamte Etablissement und diese Restriktionen irritieren mich im höchsten MaĂ.
Auch der Concierge glĂ€nzt eher durch Einfallslosigkeit und Arroganz, als das man wirklich Engagement auf Bitten und WĂŒnsche zeigt. Wer mit dem eigenen Wagen anreist sollte, sobald er selbigen fĂŒr AusflĂŒge oder sonstige Notwendigkeiten benötigt, recht vorzeitig beim Concierge anmelden.
Das sind auch die einzigen Minuspunkte in einem Traumhotel, dass ich dennoch sehr gerne weiterempfehle.
*Dieser Artikel enthÀlt Werbung durch Namensnennung. Der Aufenthalt wurde von uns selbst finanziert.
Die schönsten Hotels weltweit - Artdeko Pomp am Lago Maggiore. #hotelcheck #luxushotels Man sagt mir den Hang fĂŒr das Opulente nach. Dabei stimmt das gar nicht. Doch Hotels mit Flair und dem besonderen Touch haben es mir angetan.









