Mit dem Titel meine ich natürlich keine Drogentrips sondern unsere Tagesausflüge, die wir in Osaka und Umgebung gemacht haben. Dazu zählt zum einen die nahegelegene Stadt Nara, welche wir in einer Stunde mit dem Zug von Osaka aus erreichen. Die Stadt ist bekannt für die frei herumlaufenden Sikahirsche. Wir haben uns schon darauf eingestellt, diesen in großer Zahl dort zu begegnen, unsere Erwartungen wurden jedoch übertroffen. Die Hirsche halten sich nämlich nicht nur im abgegrenzten Park auf, sie grasen friedlich auf Verkehrsinseln und auf Gehsteigen und lassen sich dabei weder von Autos noch von Touristen aus der Ruhe bringen. Das Einzige, was sie aufzuscheuchen vermag, sind so eine Art Getreidekekse, welche man bei Straßenständen kaufen und den Tieren zum Fraß vorwerfen kann. Ich würde aber eher davon abraten. Man ist zwar nicht so beliebt und wird größtenteils ignoriert, wenn man ohne Leckereien daherkommt und die Tiere fotografiert und streichelt, dafür wird man nicht von einer Riesenhorde auf einmal attackiert und angeknabbert. Ist bei Menschen übrigens auch so. (Spaß…)
Nara bietet aber auch einige historische Sehenswürdigkeiten, wie den Todai-ji Tempel, in dem sich eine 15 m hohe Buddha Statue aus Bronze befindet. Wenn man durch den Park dort spaziert, stößt man auch auf ein paar hübsche Schreine und Plätzchen, zum Ausruhen, aber das war´s dann auch schon. Es ist auf jeden Fall sehenswert, aber mehr als einen halben Tag, muss man dafür nicht einplanen.
Ein weiteres beliebtes ruhiges Ausflugsziel ist der sogenannte Minoo Park, welchen wir auch in einer knappen Stunde vom Hostel aus erreichen. Diesen schauen wir uns gemeinsam mit einem britischen Gast aus dem Hostel an, welcher sich durch ein peinliches Missverständnis unverhofft eingebaut hat. Trotz der komischen Umstände ist der Ausflug mit ihm nicht so unangenehm, wie man es sich vorstellen möchte. Minoo Park hat im Grunde nicht so viel zu bieten, man kann dort einfach einen netten Waldspaziergang zu einem kleinen Wasserfall machen und dabei die Ruhe und die Auszeit von der Großstadt genießen. Eine Besonderheit gibt es jedoch dort und das sind frittierte Ahornblätter, welche man im ganzen Ort kaufen kann. Es schmeckt eigentlich nur nach süßer Panier, aber frittiert schmeckt eh fast alles gut.
An einem kühlen und regnerischen Tag haben wir uns mal entschieden, nach Tempozan zu fahren, die Hafengegend von Osaka. Dort befindet sich das Aquarium, welches das größte in ganz Japan sein soll. Es ist ganz nett, sich die verschiedenen Tierarten anzusehen, wobei man sich bei einigen wundern muss, wie so etwas überhaupt existieren kann. Quallen und Seesterne fallen mir da als erstes Beispiel ein, wobei es viel mehr eigenartige Spezies auf dieser Erde gibt. Ich meine, ein durchsichtiges Ding mit herabhängenden Fäden, das sich durch das Wasser stößt. Wos sull des?
Jedenfalls ist der Aquariumsbesuch schon ein hübscher Ausflug, wobei die Unmengen an anderen Besuchern einem etwas die Freude dämpfen (vor allem Schulklassen – ew). In der Nähe des Aquariums befindet sich auch ein Riesenrad, von dem man einen schönen Ausblick auf die Hafengegend erhaschen kann. Perfekt für ein paar Fotos – vorausgesetzt man hat keine Höhenangst (ähem Lisa).
Wir haben mal in einem Reiseführer oder im Internet gelesen, dass man sich in Osaka das Grab von Kaiser Nintoku, welches sich in einem Park mit der Form eines Schlüssellochs befindet, ansehen sollte. Bevor wir uns dorthin auf den Weg machen, wurde uns im Hostel von einer Kollegin, welche wir nicht besonders mögen, was auch offensichtlich auf Gegenseitigkeit beruht, davon abgeraten. Diesen Rat ignorieren wir geflissentlich und gehen zu Fuß zu diesem Grab, wofür wir 2 Stunden brauchen. Dort angekommen, merken wir, dass wir nur um den eingezäunten Park herumgehen können, da es Privatbesitz irgendeiner Familie ist und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist. In diesem Fall hätten wir also lieber auf unsere nette Kollegin hören sollen, nur meistens wenn sie ihre Meinung zu irgendetwas abgibt, beruht es meist auf persönliche Vorlieben, welche von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein können. Naja, wenigstens haben wir uns ausgiebig bewegt.
Es gibt auch einen Park in Osaka, den wir tatsächlich auch betreten dürfen, namens Nagai Park. Dort befindet sich auch das Stadion, sowie ein kleiner Platz zum Baseball spielen und der botanische Garten, sowie das naturhistorische Museum. Letzteres sparen wir uns, dafür spazieren wir durch den Garten, welcher schon ein paar hübsche Blumen und Bäume zu bieten hat, leider aber noch nicht in voller Frühlingspracht erstrahlt. Ende März kann man sich das noch nicht erwarten. Immerhin ist es noch immer besser, als um einen Zaun herumzuspazieren.
Das waren zum Großteil unsere Ausflüge in Osaka. Ab und an haben wir uns auch verschiedene Shopping Malls angeschaut, wie Qs Mall in unserer Nähe in Tennoji oder Hep Five in Umeda. Diese haben einige hübsche Kleidungsgeschäfte zu bieten, welche einem ziemlich in Versuchung bringen, ein paar mehr yen als gewollt auszugeben.
Man sieht also, in Osaka gibt es einiges zu sehen und zu unternehmen, trotzdem ziehen wir Anfang April weiter in die nächste Stadt, mehr dazu aber im nächsten Post. Bye Bye