Der Schwertner gehört zu den Klingenschmieden
und ist heute nicht nur in unseren Breiten ein sehr seltener Beruf.
 Er stellte sog. blanke Hieb- und Stichwaffen her,
d.h. er schmiedet sowohl Schwerter als auch Degen, SÀbel und Dolche,
sowie Hellebarden-, Lanzen- und Speerspitzen.
   âaltgermanischâ
Schwertner,  Schwertschmied,  Schwertmacher,  Schwertfeger,  Schwertfurbe,  SchwertfĂŒrbel
(veraltet)  Swerterer,  SwertfÀger,  Swertfeger,  Swertueger,  Schwerdtfeger,  Schwerthfeger,  Zweertvager
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Polnisch: ĐșĐŸĐČĐ°Ń ĐŒĐ”Ń
svĂŠrdsmed
swordsmith, sword maker
miekkaseppÀ
armurier
fabbro di spade
zwaardsmid, zweertfegher
sverdsmed
kowal mieczy Portugiesisch:
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Ungarisch: ferreiro de espadas
ĐșŃĐ·ĐœĐ”Ń ĐŒĐ”ŃĐ”Đč
svÀrdsmed
kovĂĄÄ meÄ
kovaÄ meÄev
herrero de espadas
kovĂĄĆ meÄ
demirci kılıç
kovĂĄcs kard
verwandte Berufe: andere Schmiede und Waffenschmied, Metallarbeiter
 Zunft- und Berufszeichen
 Schwertschmied / Schwertfeger
Vor dem Hochmittelalter schliffen die Schwertschmiede die Klingen ihrer Schwerter selbst. Ab dem 12. Jahrhundert findet man dann spezialisierte  Schwertfeger. Diese â auch Schleifer genannt â arbeiteten, wie die Scherenschleifer, an einem rund umlaufenden Schleifstein; kleinere wurden mit einem FuĂbrett, gröĂere durch Kurbeln angetrieben. Seit dem 14. Jahrhundert wurden Schleifsteine von bis zu zwei Metern Durchmesser durch Wasserkraft angetrieben.
Die ursprĂŒngliche Arbeit der Schwertfeger begann nachdem das Schmieden und HĂ€rten getan war. Seine Aufgabe war es, die Klinge und die ggf. eingearbeiteten Hohlkehlen (fĂ€lschlicherweise oft âBlutrinnenâ oder âBlutbahnenâ genannt) zu reinigen, sie auf einem Schleifstein blank zu schleifen und zu polieren. Zum Polieren setzte er PolierstĂ€hle, Polierachate, Schmirgelpulver und Polierhölzer ein.
 1698 â [Christoph Weigel]
     Der Schwerdt-Feger
Dem Schaf, das dulden kan, steht keine Wollfsklau an.
Wer auff deĂ Lamms bedornten Wegen,
Ihm folgen will zur Krom und Segen,
der steiget durch Gedult empor.
Der Feinde unverdientes Tchelten,
muĂ er mit segnen so vergelten,
wie ihm sein Heyland gienge vor.
Seit der maschinellen Schwertfertigung bezeichnete man als Schwertfeger einen Schmied, der die Endmontage von Schwertern, Degen, SĂ€beln, Dolchen und Ă€hnlichen Waffen vornahm. Er setzte Klinge und GefÀà (=Griff) zusammen, schĂŒtzte sie mit Fett gegen Korrosion und fĂŒgte sie in ihre Scheide.
âSword Maker Manufactory in Philadelphiaâ â um 1910, USA
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Erzeugnisse der Schwertner
Ein  S c h w e r t   ist eine Hieb- und Stichwaffe mit gerader oder gebogener, ein- oder zweischneidiger Klinge. Das Schwertende â sog. âOrtâ â kann stumpf (Schwert zum Hauen) oder spitz (Schwert zum Stechen) sein. Neben vielfĂ€ltigen individuellen Benennungen unterscheidet man allgemein
Reichsschwert, Zermeonien-schwert und Zepter â 1755
 Verschiedene Schwerter von der Antike bis zum Mittelalter
Griffe mittelalterlicher Schwerter
 Die Konstruktion und Teile eines mittelalterlichen Schwertes
1 â Der Griff oder auch das GefĂ€Ă
2 â Der Knauf dient als Abschluss des Schwertes und soll das Abrutschen des Schwertes aus der Hand verhindern. Zudem bildet der Knauf ein Gegengewicht zur Klinge, was die Schwerpunktlage verĂ€ndert und die SchwertfĂŒhrung verbessert.
3 â Die Angel (auch âErlâ genannt) bildet den Teil der Klinge, der durch die Parierstange, Griff und den Knauf fĂŒhrt und den Niet fĂŒr den Knauf bildet.
4 â Das Heft dient der Handhabung des Schwertes und besteht meist aus Hartholz, welches die Angel umschlieĂt und mit einem Geflecht aus Leder, Stoff oder Metall umwickelt ist.
5 â Die Parierstange soll SchlĂ€ge des Gegners abfangen und verhindern, dass die Hand auf die Klinge rutscht.
6 â Die Klinge
7 â Die Chappe (sog. âRegenlederâ)
8 â Die FehlschĂ€rfe ist der Bereich (am Anfang der Klinge kurz vor der Parierstange), der nicht geschliffen wurde. Bei groĂen, zweihĂ€ndigen Schwertern kann die FehlschĂ€rfe einen groĂen Bereich der Klinge einnehmen und wird dann bei verschiedenen Schlagversionen zeitweise mit der zweiten Hand gegriffen. Bei einigen SpĂ€trenaissance-ZweihĂ€ndern wurde dieser Bereich daher durch eine zweite Parierstange (sog. âParierhakenâ) geschĂŒtzt, die im Gegensatz zur Parierstange immer ein ausgeschmiedeter Teil der Klinge ist.
9 â Die Hohlkehle dient der Gewichtsreduzierung der Klinge, ist aber keine Abflussrille fĂŒr das Blut des Gegners. Oft wurden darin Markenbezeichnung, Namen oder SegenssprĂŒche eingearbeitet.
10 â Die Schneide ist der scharf geschliffene Teil der Klinge und bestand oft aus in die Klinge eingelassenen âSchneideleistenâ aus besonders hartem und schneidhaltigem Stahl.
11 â Der Mittelgrat einer Klinge dient der Versteifung derselben.
12 â Der Ort ist die Klingenspitze.
13 â Die Schwertscheide soll die Klinge und den TrĂ€ger schĂŒtzen; besteht aus Holz, Leder, Fell oder Metall. Die Scheiden mittelalterlicher Schwerter wurde wohl auch mit Fell gefĂŒttert, in dem sich auch Pflegeöle gut hielten.
14 â Das Scheidenmundblech soll das Leder vor der Schneide des Schwertes schĂŒtzen und das Eingleiten der Klinge erleichtern. Daran befinden sich meistens diverse TragebĂŒgel oder Schlaufen, um sie zu befestigen.
15 â Das Ortband schlieĂt die Schwertscheide schĂŒtzend nach unten ab.
Ein Degen ist eine vorwiegend auf den Stich ausgelegte zweischneidige Klingenwaffe (Stichdegen). Eine Ausnahme stellt eine im 16. Jahrhundert in Spanien und Italien fĂŒr die berittenen Truppen eingefĂŒhrt Abart mit einschneidiger Klinge und zweischneidiger Spitze dar (Haudegen).
1, 2, 12 â jĂŒngere preuĂische Degen  (19. Jh)
3, 4 â Degen Philipps II. von Spanien  (16. Jh)
5 â Degen Friedrichs d.Gr.  (18. Jh)
6 â Degen des Herzogs Friedrich Heinrich von Nassau (19. Jh)
7 â Degen Napoleons I.  (19. Jh)
8 â Klinge der Colada des Cid mit GefÀà (16. Jh)
9 â Degen aus Toledo  (17. Jh)
10, 11 â Ă€ltere preuĂische Degen  (18. Jh)
Mitte â Schild mit Degenbrecher
 Je nach historischem Kontext wurden im Deutschen allerdings auch eine Reihe von anderen Waffen als Degen bezeichnet. Demnach konnte/kann Degen bedeuten:
Sportdegen mit frz. Griff
â im 14. bis 17. Jahrhundert:Â ein Dolch
â im 16. bis 17. Jahrhundert:Â Â ein allgemeines Synonym fĂŒr Schwert (Rapier)
â im 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts: ein Bestandteil der vollstĂ€ndigen Garderobe von Offizieren und Adligen (Offiziersdegen, Uniformdegen, Paradedegen, Galadegen, Galanteriedegen, Trauerdegen, Ehrendegen etc.)
â im 18. bis 19. Jahrhundert: eine Fechtwaffe, u.a. im sog. âAkademischen Fechtenâ (Fechtdegen, Raufdegen, StoĂdegen)
â im 20. Jahrhundert: eine dreikantige, elastische Stichwaffe des modernen Degen-fechtens (Sportdegen)
Ein Dolch ist eine kurze ein- bis mehrschneidige Stichwaffe mit meist symmetrischem Griff. Allgemein spricht man bei einer KlingenlĂ€nge bis 40 cm von Dolchen, darĂŒber hinaus bis etwa 80 cm bereits von Kurzschwertern.
âHistorische Dolcheâ [Walter Hough]
2. Jahrhundert v. Chr, Ăsterreich
       18.-19. Jahrhundert
         diverse Hieb-und Stichwaffen
 Das Schmieden von Schwertern
⊠ist eine langwieriger, hochkomplizierter Prozess â eine hohe Kunst, die insbesondere in Japan kultiviert wurde.
 Korehira Watanabe ist einer der letzten verbliebenen japanischen Schwertschmiede. Er hat 40 Jahre damit verbracht, sein Handwerk zu verfeinern, um Koto, eine Art Schwert, das aus der Heian- und Kamakura-Zeit stammt, nachzubilden.
âUrzeitliche Klingenâ [Walter Hough]
340000-300000 v. Chr., England
Frankreich, 22.000-18.000 v. Chr. (Solutréenzeit)
DĂ€nemark, um 1600 v. Chr.
Die bis dato Ă€ltesten Schwerter, datiert in die Mitte des 4. vorchristlichen Jahrtausends, wurden auf dem Gebiet der heutigen TĂŒrkei in Arslantepe geborgen. Ebenda wurde durch dem Kupfer beigemischtes Arsen die sog. âArsenbronzeâ erzeugt, was schon so frĂŒh das GieĂen von Schwertern ermöglichte.
Mit groĂem Abstand zu jenen Funden treten um 2500 v. Chr. erneut bronzene Schwerter in Kleinasien auf; diese nun v.a. mit Zinnbeimischungen. Ab Beginn des 2. vorchristlichen Jahrtausends datierte Funde belegen Bronzeschwerter im gesamten Ă€gĂ€ischen Kulturraum. Nur wenig spĂ€ter finden sich Bronzedolche auch in Mittel- und Nordeuropa â um ca. 1.600 v. Chr. entwickeln sich daraus dann lange Schwerter.
Ăsterreich, um 1500 v. Chr.
Der Schwertner gehört zu den Klingenschmieden und ist heute nicht nur in unseren Breiten ein sehr seltener Beruf.
Der Schwertner Der Schwertner gehört zu den Klingenschmieden und ist heute nicht nur in unseren Breiten ein sehr seltener Beruf.