Hörst du das? Das ist die kosmische Hintergrundstrahlung, welche nach deiner dummen Frage verstummte.
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Die Stille der Stadt
Seit zwei Stunden laufe ich, durch die Gassen und Nebenstraßen, immer vorbei am Zentrum. Auf den kleinen Wegen, dort wo man immer nur wenigen begegnet.Â
Man ist allein, obwohl man Menschen begegnet. Auch wenn ich genau das wollte, beunruhigt es mich doch. Die Einsamkeit, die ich eben noch als Segen empfand, wird schlagartig und überraschend zum Fluch. Die Geräusche der Stadt, das Grundrauschen, welches so undefinierbar und laut ist, dass es mir zu folgen scheint. Dieser omnipräsente Pegel, erscheint mir Plötzlich wie Stille.
Erst nach einigen Momenten fällt mir auf, dass es wirklich still ist. Denn die Menschen sind still, sie sprechen nicht. Hier Abseits der Innenstadt, in der der Trubel und das Leben im Mittelpunkt stehen, wird nicht gesprochen.
Beobachtend gehe ich weiter und sehe ab und an jemanden. Keiner sagt wirklich etwas. Manche starren mir auf die Füßen, überrascht, dass ich keine Schuhe trage, aber sie sagen nichts. Die meißten sind auch allein und selbst wenn nicht, wenn es dich einmal mehrere sind, dann kann man den vereinzelten Lautaustausch nicht als Gespräch bezeichnen. Kurze, stoßartige Klänge, um Aufmerksamkeit auf etwas, notfalls sich selbst oder meine Füße, zu lenken.
Ich gehe durch einen Park. Auch hier, einzelne Menschen, manchmal Paare. Aber das Sprechen scheinen sie nach Arbeitsende beim Portier abgegeben und gegen eine finstere Miene getauscht zu haben. Es ist beste Feierabendzeit, mitten in der Woche. Ich nehme dies als Ursache für diese Stille der Stadt an und erhöhe meine Schrittfrequenz.Â
Jetzt möchte ich diesem Rauschen, dieser Stille, die sich nun in einen dröhnenden Lärm gewandelt hat, entfliehen, denn hier finde ich keine Ruhe. Aber auch dieser Lärm scheint mir zu folgen. Immernoch sind es nur Geräusche ... Pkw, Straßenbahnen, Schlagende Türen. Aber immer wenn jemand aus Bus oder Bahn ein oder aussteigt: Stille, Kein Wort. Die Einsteigenden scheinen die Aufgabe ernst zu nehmen, sich still schweigend einen Platz zu suchen und die Aussteigenden möglichst Kommentarlos und unauffällig den Ort zu velassen, an dem sich konzentriert Menschen aufhalten.
Es bedrückt mich, zeitweise, mir wird schwindelig davon. Das Rauschen scheint mich zu wiegen, wie ein Schiff in rauer See, welches einen Seekrank macht. Es ist wie ein Nebel um mich, eine dichte Wolke aus Schall, welche keinen Blick in die Ferne zulässt.
Doch der Nebel lichtet sich. Jemand bricht das Schweigen. Eine hohe Stimme, mal leise, mal etwas lauter, einmal spricht und einmal lacht sie, den Nebel jedenfalls, scheint sie einfach zu ignorieren.
Je näher ich komme, um so mehr Stimmen tauchen auf und durchbrechen den dichten Rauch aus Schall. Viele lachen. Es ist eine ehrliche Freude, ein ehrliches Lachen das mir begegnet, welches selten geworden ist. Langsam mischen sich weitere Stimmen, einzeln aber da, darunter.Â
Es unterhalten sich Menschen. Mir scheint, es sind zwei Gruppen, die der hellen, welche lachen und auch mal lauter werden, und die der tieferen, die sich leiser unterhalten. Ab und an überschneiden sich die Gruppen, und sprechen miteinander.
Ich setze mich in die Nähe.
Wieder war ich da, wieder... Es ist schon ein Widerspruch, das ich ausgerechnet an diesem Ort Ruhe finde und nicht in der Stille der Stadt. Hier auf dem Kinderspielplatz.Â