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blades of grass

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Das wilde Sein
#grashalme im #morgentau https://www.instagram.com/p/CS_mNHPsooI/?utm_medium=tumblr
a calm spectacle von Nicolas Heinzelmann Über Flickr: Betlehem, Switzerland
„Ihr vielen krank und müde gewordenen Herzen!“ - Walt Whitman ‚Grashalme‘

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„...bedeutest mir mehr und bist mehr in meinen Gedanken, als du glaubst.“ - Walt Whitman ‚Grashalme‘
„Ich will die Worte sagen, die den Tod lustvoll machen.“ - Walt Whitman ‚Grashalme‘
Heute war ich ein alter Dichter.
Ich hatte Angst vor dem Sterben, aber zum Glück war Frühling und ich lag im Gras und das Gras duftete, da war der Gedanke halb so schlimm. Denn wer lange genug unter dem Gras liegt, geht am Ende selbst über ins Gras und kommt so wieder an die Sonne.
Im Sommer hätte ich aber auch keine Angst vor dem Sterben gehabt, denn im Sommer riecht es nach Heu, wenn die Ernte eingefahren wird, und nachts scheint ein warmer Mond am Himmel und lädt ein, über ihn nachzudenken, und es wird immer den Mond geben, und Heu wird immer wie Heu riechen, und weil nächstes Jahr vielleicht ein anderer denkt und riecht als ich selbst, ist mein Denken deshalb nicht weniger wert gewesen, und mein Riechen.
Im Herbst hätte ich aber auch keine Angst vor dem Sterben gehabt, denn im Herbst wird die Luft kalt und klar wie Wasser in einem Gebirgssee, und auch das Denken wird kalt und klar, und alles riecht nach der Erde, die unter dem Gras liegt, und die Erde riecht nicht schlechter als das Gras, und das Gras riecht nicht schlechter als die Erde.
Vielleicht hätte ich im Winter ein bisschen Angst gehabt. Im Winter riecht es nach nichts, nicht Gras, nicht Heu, nicht Erde, und man denkt zu viel, und das Falsche.
Aber es war nicht Winter. Es war Frühling und ich war ich ein alter Dichter und lag in der Sonne und war am Leben, und einmal würde ich Gras sein.