Meistens bin ich keine besonders große Redenschwingerin und meine Posts auf sozialen Netzwerken beschränken sich auf das rebloggen mehr oder weniger wichtiger Dinge, heute jedoch wird sich das ändern. Die meisten meiner Freunde und „Facebook-Bekannten“ haben irgendwann im Laufe der Zeit teils erfreut, meist genervt zur Kenntnis genommen, dass ich politisch gesehen ziemlich weit links unterwegs bin. Dazu gehört auch das Teilnehmen an gewissen Demonstrationen, hier mit beziehe ich mich nicht explizit auf die Demonstration, die am 22. April statt fand um den Parteitag der AfD so gut wie es geht zu behindern, sondern auch auf Demonstrationen die im Vorhinein statt fanden. Diese gab es um eben auf diese bevorstehende Großdemonstration aufmerksam zu machen und die Leute für die Gefahr, die von Parteien wie der AfD ausgeht, zu sensibilisieren. Eine dieser kleineren Demonstrationen mit circa 70 Teilnehmern wurde von einer Gruppe die den Namen „Jugend gegen AfD“ trägt organisiert und fand am 1. April statt und hier mit nähern wir uns jetzt dem eigentlichen Punkt. Über diese Demo wurde erfreulicherweise vom Kölner Stadtanzeiger berichtet. Eine Nachricht die mich erst viel später erreichte, die allerdings auch viel unerfreulicher war ist die, dass die AfD selbst den Demonstrierenden und so mit auch mir ihr persönliche Aufmerksamkeit geschenkt hat. Ein Geschenk auf das ich hätte verzichten können, doch jetzt wo es nun mal da ist nehme ich es trotzdem an. Das tue ich in dem ich mich mit dem Beitrag befasse, den die AfD zwei Tage nach der Demonstration veröffentlichte, dieser unter dem folgendem Link nachgelesen werden: https://afd.nrw/aktuelles/2017/04/jugend-gegen-zukunft/
In diesem Artikel kritisiert die AfD nicht nur Demonstranten, sie wirft auch dem Kölner Stadtanzeiger vor Vergewaltigung würde ihn nicht mehr interessieren, sie würden Informationen zurückhalten um die Bevölkerung nicht zu verunsichern. Mir tut es im Herzen weh so etwas zu lesen, nicht nur weil es schlichtweg gelogen ist sondern auch, weil es zeigt, dass die AfD bereit ist selbst die schrecklichsten Taten für ihren widerlichen Wahlkampf zu instrumentalisieren. Vergewaltigung ist so grauenhaft, dass ich es nicht in Worte fassen kann, Beatrix von Storch hat damit allerdings weniger Probleme: „Ehemänner müssen jetzt beim Sex die Ohren spitzen: Ein überhörtes „Nein“ kann sie zum Vergewaltiger machen.“ Mit diesem Post spielte sie auf den „Nein heißt Nein“-Grundsatz und die damit in Verbindung stehenden Verschärfung des Sexualstrafrechts an. So lange die AfD jemanden wie Beatrix von Storch ein Mitglied nennt, sollte sie sich also lieber überlegen was sie über Leute sagt, die Vergewaltigung angeblich nicht kümmert. Denn die AfD, die kümmert es wirklich nicht. Kleiner Tipp am Rande, etwas mehr Feminismus und etwas weniger „Zurück-in-die-Küche“-Politik könnten helfen.
Kommen wir zum nächsten Punkt ich werde nicht leugnen, dass ich noch ein Kind bin, aber ungebildet lasse ich mich doch ungern von jemandem nennen der die Meinung vertritt Kohlendioxid sei nicht schädlich. Natürlich, ist es ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens auf den wir nicht verzichten können, die AfD suggeriert jedoch Kohlendioxid könne gar nicht giftig sein. An dieser Stelle wünschte ich mir sie hätten im Unterricht damals besser aufgepasst, statt heimlich schwarze Sonnen in ihre Heftchen zu kritzeln und alternative Fakten auswendig zu lernen.
Weiter gehts mit dem wunderschönen Fachwort „Indoktriniert“, man ist jetzt wahrscheinlich einfach mal diskriminierender Weise davon ausgegangen, dass wir ungebildete Kids das nicht verstehen. An dieser Stelle möchte ich klar stellen, dass das keine Schande gewesen wäre im Gegensatz zu der Tatsache als Erwachsener Aussagen wie „ihren Namen tanzen“ abwertend zu verwenden. Eurythmie ist nämlich auch ein Fachbegriff und darüber hinaus nichts worüber gespottet werde müsste. Mal abgesehen davon, hätte man bei etwas besserem recherchieren oder generell, so bald man den Artikel auf den man sich bezieht ordentlich gelesen hätte schnell bemerkt, dass auf dieser Demo sicher niemand seinen Namen getanzt hat. Es wurde lieber eurer gelegt mit vollem Körpereinsatz und einem schönen „FCK“ davor.
Es tut mir Leid, wenn ich in euren Augen kindlichen Unsinn veranstaltet habe, doch in meinen veranstaltet ihr jeden Tag herzlosen Blödsinn. Ihr lasst Menschen vor den Grenzen sterben und innerhalb seit ihr gegen die Aufklärung über die LGBTQ-Community und so mit seit ihr gegen die Liebe, ihr seit gegen alles wofür ich stehe. Und es tut mir nicht Leid, dass ich von einer besseren Welt träume, einer Welt in der Nationalität, Sexualität und Kapital nicht mehr unsere Existenz bestimmen, dass ich bereit bin für das woran ich glaube einzustehen.
Nun kommen wir zu amüsantesten Stelle, dass ist die an der ihr denkt die „Staatsführung mit Hilfe ihrer Staatspropaganda“ hätte mich dazu getrieben euch zu missachten, auf den meisten Demonstrationen gegen Nazi’s auf denen ich war, waren nämlich ebenfalls enorm viele Antikapitalisten und die findet der Staat ja bekanntlich gar nicht so unfassbar toll. Für die Demonstration am Samstag hat mir auch noch niemand Demogehalt überwiesen, aber wenigstens weiß ich jetzt wer aus mir ein junges Mädchen mit Träumen von einer besseren Welt gemacht hat. Sicher nicht meine Familie, mein sonstiges Umfeld oder einfach menschliche Emotionen. Nein, laut euch war das der Staat, vielen Dank, dass ihr mich naives junges Ding aufklären wolltet. Über die Jugend zu urteilen, hat nämlich auch Tradition, fast so wie Nationalsozialismus trotzdem wäre es mir lieb wenn ihr das endlich mal ablegen könntet. Wenn nämlich der Hass die Menschen in seinen Würgegriff nimmt kommen solche Alternativen dabei heraus. Ich bin vielleicht nicht Jugend, die ihr euch wünscht, aber ihr seit auch nicht die Politiker, die ich mir wünsche. Ihr seit keine Alternative für Deutschland.