Individuation â Integration â Ganzwerdung
Je weiter wir von unserem Kern entfernt sind, desto unlebendiger sind wir, desto mehr Energie mĂŒssen wir aufwenden, um zu leben. Bianka Maria Seidl  Wir werden hinein geborgen in diese Welt und dabei umgibt uns noch die Aura des göttlichen Seins. Im Laufe der Zeit bilden sich um unseren göttlichen Kern viele verschiedene Schichten, Ă€hnlich den Jahresringen bei einem Baum. Darin gespeichert sind die Programme unserer Konditionierung, die derart gestaltet sind, dass wir in der jeweils vorherrschenden Zeit und Kultur in den bestehenden gesellschaftlichen Strukturen leben können. Irgendwann haben wir völlig vergessen, wer wir sind und wo wir herkommen. Wir identifizieren uns ausschlieĂlich mit unserer Persönlichkeit und unserem grobstofflichen Körper und das Leben erscheint schwierig â ein Kampf verbunden mit viel Leid. All das ist so, weil wir aufgewachsen sind in einem Zeitalter, indem der Seele keine Aufmerksamkeit geschenkt wird, weil sie nicht gewogen, gezĂ€hlt oder gemessen werden kann. Â
Im Spannungsfeld der aktuellen ZeitenwendeÂ
Aktuell leben wir in einer Zeit des Ăbergangs, in einer Zeitenwende. Das groĂe, bislang vorherrschende patriarchale System, das seit Jahrtausenden die BĂŒhne der Selbstverwirklichung nutzte, ist dem Vergehen geweiht. Der Zenit ist ĂŒberschritten, der Kraftbogen ĂŒberspannt. Aus einstiger StĂ€rke ist SchwĂ€che geworden. Denn statt dem Leben zu dienen, sind Systeme entstanden, die losgelöst vom Leben und seinen GesetzmĂ€Ăigkeiten, den ergĂ€nzenden Gegenpol vernachlĂ€ssigt, ja, geradezu verleugnet und verdrĂ€ngt haben. Alles, was man nicht sehen und messen konnte, gab es nicht. Dies fĂŒhrte dazu, dass das Leben immer mehr auf Zahlen, Daten und Fakten reduziert wurde. Das Wesen, das eigene und das der Dinge, wurde nicht mehr wahrgenommen und jegliche Ehrfurcht vor dem Leben ging verloren. So entzieht sich auch das Wesen der Natur dem modernen, kopfgesteuerten Menschen und es verwundert nicht, dass auch das Artensterben in der Natur, das Roden der WĂ€lder, das Trockenlegen der Sumpfgebiete, dass die Ausrottung solch wichtiger ökologischer Systeme immer noch viele unberĂŒhrt lĂ€sst. Â
Fliehen vor der schlechten inneren Stimmung
Das FĂŒhlen dieser VorgĂ€nge in der Welt ist fĂŒr viele Menschen nicht mehr möglich, weil es ihnen an Empathie mangelt, weil sie vor allem sich selbst auch nicht mehr spĂŒren. Warum ist das so? Nun, weil durch die Negierung der eigenen Seele, des eigenen Wesens, auch kein Bedarf besteht. Zumindest glauben das viele. Sie wissen auch zu wenig ĂŒber ihre Innenwelt und darĂŒber, wie sie ihre eigenen, ihnen zur VerfĂŒgung stehenden schöpferischen KrĂ€fte so anwenden, dass sie in Frieden mit sich selbst und der Welt ein Sinn erfĂŒlltes Leben fĂŒhren. Stattdessen fliehen sie vor der inneren, schlechten Stimmung in Ersatzprogramme, die versprechen glĂŒcklich zu machen. Das GlĂŒck liegt dann in der Ă€uĂeren Welt, in Drogen, Alkohol, in Computerspielen, im Internet, in einem ĂbermaĂ an Sport oder Arbeit. Sich abzulenken vom Wesentlichen ist die NormalitĂ€t in unserer Gesellschaft. Das haben wir in unserer Kindheit bereits vorgelebt bekommen, das haben unsere Eltern auch bereits gemacht, wenngleich sich das WIE und die Mittel verĂ€ndert haben. Â
 Wenn sich das Unterste nach oben dreht
Jetzt allerdings kommt hinzu, dass sich die Ă€uĂere Stimmung, das Ă€uĂere Klima ebenfalls Ă€ndert, ja verschlechtert. Die vielen Krisen in der Welt fĂŒhren dazu, dass das, was einst Sicherheit schenkte, unsicher wird, teilweise sogar ganz wegfĂ€llt. Denken wir dabei an das Geld auf dem Sparkonto, oder die RĂŒcklage fĂŒr das Alter. So fĂŒhren die groĂen Krisen in der Ă€uĂeren Welt dazu, dass die Mehrheit der Menschen im Moment anfĂ€llig ist fĂŒr Ăngste, Zweifel und Desorientierung und von den groĂen Wogen des Lebens hin und her geworfen wird. Der GefĂŒhlsorkan findet im feinstofflichen Emotionalkörper statt. Alle Dramen, Traumen und Schmerzen aus diesem Leben oder auch aus frĂŒheren Leben sind hier gespeichert. Vieles von dem, was lĂ€ngst ĂŒberwunden war, zumindest dachte man das, poppt jetzt in einer bislang nicht gekannten IntensitĂ€t auf. Der Mentalkörper hat hierfĂŒr keine Lösungen, denn er schwingt auf einer anderen Frequenzebene. Und daher kennt er nur das Umgehen, oder das VerdrĂ€ngen der intensiven GefĂŒhle. Â
Vom Kopf ins Herz, in den Körper
Wie wichtig daher der Umgang mit den GefĂŒhlen und die Integration der seelischen Belange ist, zeigt das hohe MaĂ an Literatur, Workshops und Seminaren, die sich mit genau diesen Themen beschĂ€ftigen. âVom Kopf ins Herz, in den Körperâ, das ist das grundlegende Thema in der jetzigen Zeit, vor allen bei jenen Menschen, die gewillt sind sich weiterzuentwickeln und auf diesem Weg all das zurĂŒckholen und integrieren wollen, das sie im Laufe ihres Lebens irgendwo am Wegrand stehen gelassen und vergessen haben. Â
Den ausgeblendeten Pol der Schöpfung wieder ins Spiel bringen
Aus einer ĂŒbergeordneten Perspektive heraus gesehen hat der derzeitige, fĂŒr viele schmerzvolle Entwicklungsprozess den Hintergrund, den bislang ausgeblendeten Pol der Schöpfung wieder vermehrt ins Spiel zu bringen. Und so geht es um eine Renaissance der weiblichen Kraft, mir deren Hilfe es gelingt auf einer neuen Ebene in eine neue Balance zu gelangen. Das Sein nimmt Platz neben dem Werden, die Seele und damit verbunden das FĂŒhlen erhalten einen neuen Stellenwert. Empathie lĂ€sst uns dann auch die Verbundenheit mit allem Lebendigen fĂŒhlen. Und So werden wir das Wesenhafte, das der Natur innewohnt, wie auch unser eigenes Wesen wieder ehren und vermehrt das Wesentliche leben. Â
Individuation â Integration â Ganzwerdung
Auf diesem Entwicklungsweg verbindet sich die Seele harmonisch mit der Persönlichkeit. WĂ€hrend letztere ein Produkt der gesellschaftlichen und familiĂ€ren Konditionierung und darauf angelegt ist, sich den vorherrschenden kollektiven Werten anzupassen, birgt hingegen die Seele die spirituelle Essenz und die Aufgaben des Menschen. So finden wir Wahrheit und Sinn der Existenz im Reich der eigenen Seele. Und so liegt es auf der Hand: Wenn wir uns als ganze, individuelle Wesen wahrnehmen wollen, ist es offensichtlich notwendig, das wir sĂ€mtlichen Teilen von uns folgen und sie fĂŒr uns zurĂŒck gewinnen. Beim Prozess der Individuation geht es daher um die bewusste Integration der Seele und darum ganz zu werden. In dessen Verlauf werden wir unseren Körper und unser Bewusstsein befreien von starren und ĂŒberlebten Selbstbildern und von allen zementierten Einstellungen und blockierten Emotionen. Unsere Persönlichkeit wird sich mit unserer Seele harmonisch verbinden und dann werden wir ihren Ruf vernehmen und unserer Bestimmung folgen. Carl Gustav Jung, ein bekannter Schweizer Psychiater lehrte uns, dass die Individuation letztendlich die wichtigste Entfaltung im Leben sei. Er ging davon aus, dass diese Entwicklungsphase am besten in der zweiten LebenshĂ€lfte erreicht werden kann, wo wir genĂŒgend Lebenserfahrung erworben haben und die Gegenwart des Todes uns vorwĂ€rts drĂ€ngt. Â
Die Krisen helfen uns wach zu werden fĂŒr unsere wahren Aufgaben
Die Krisen und die Not, die auf unserem Planeten herrschen, helfen uns wach zu werden fĂŒr unsere wahre Aufgaben, fĂŒr unsere wahre Berufung. Auf diesem Entwicklungsweg gelangen unsere mĂ€nnlichen und weiblichen SchöpferkrĂ€fte in Harmonie. Unsere Entscheidungen und Handlungen werden ganzheitlicher Natur sein und dem Ganzen dienen, dem Leben, der Natur, der Gesellschaft und auch dem Einzelnen. Mann und Frau begegnen sich auf Augenhöhe und gemeinsam erschaffen wir eine neue, lebenswertere Welt. Wagen wir es! Wir sind die, auf die wir gewartet haben.  ***** Aktueller Hinweis:
Vortrag beim 26. Pulsar-Kongress in GRAZ am SA 14.03.2020 - 15-16 h âHol zurĂŒck was dir gehört und du bist ganz!â  Read the full article












