Wenn alle Frauen dieser Erde morgen früh aufwachten und sich in ihren Körpern wirklich wohl und kraftvoll fühlten, würde die Weltwirtschaft über Nacht zusammenbrechen.
Laurie Penny, Fleischmarkt: Weibliche Körper im Kapitalismus (p. 9)

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Wenn alle Frauen dieser Erde morgen früh aufwachten und sich in ihren Körpern wirklich wohl und kraftvoll fühlten, würde die Weltwirtschaft über Nacht zusammenbrechen.
Laurie Penny, Fleischmarkt: Weibliche Körper im Kapitalismus (p. 9)

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Holy Trinity Greek Orthodox Church. seat of the Greek Orthodox Metropolis of Austria and Exarchate of Hungary and Middle Europe of the Ecumenical Patriarchate of Constantinople. Griechenkirche zur Heiligen Dreifaltigkeit. Metropolitankathedrale der Griechisch-orthodoxen Metropolis von Austria Exarchat Ungarns und Mitteleuropas des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel. Wien I – Innere Stadt, Fleischmarkt 13, Österreich.
LeoHeß / NinSch - #fleischmarkt
Das Osterlamm - Neuseeland oder Brandenburg? [2]
Da die Händler*innen vor Ort leider nicht besonders offen in der Kommunikation ihrer Ware nach außen sind, fand ein Großteil der Recherche online statt. Hier findet man schnell heraus, dass Neuseeland einer der größten Schaf- und Lammproduzenten weltweit ist und auch einen riesigen Weideflächeanteil hat. Wird hier Lamm exportiert, dann in solchen Größen, dass der Einzelpreis und auch die Öko-Bilanz pro Kilogramm deutlich sinken. Außerdem bestimmen Nachfrage und Verbraucher den Preis. Momentan wird hinsichtlich eines Wandels in der Gesellschaft viel regional gekauft, auch wenn man dafür tiefer in die Tasche greifen muss. Die Preise können steigen, Abnehmer gibt es trotzdem. Aus ökologischer Sicht kann das Neuseeland-Lamm dennoch mit dem regionalen mithalten, wie Medienberichte zeigen. Die Konsumentscheidung und damit auch Preise und Angebote hängen letztendlich vom Verbraucher ab.
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Grafiken:
Eigene Darstellung, Grundlage: https://thenounproject.com/
https://feddersen.info/sortimentskataloge/
LeoHeß / NinSch - #fleischmarkt
Das Osterlamm - Neuseeland oder Brandenburg? [1]
Das Osterlamm gehört im Frühjahr auf viele deutsche Tische. Steht man im Supermarkt, muss die Entscheidung getroffen werden: Nehme ich das regionale Lammkotelett aus Brandenburg oder das, das seinen Weg von Neuseeland bestritten hat? Die Abwägung ist auf den ersten Blick vielleicht ganz leicht, beschäftigt man sich mit dem Thema jedoch weiter, wird festgestellt, dass die Thematik komplexer ist als zunächst angenommen. So oder so, das Fleisch - egal woher - macht Halt am Berliner Großmarkt und wird von dort aus verteilt. Recherchiert man Preise und Anbieter im Internet, fällt auf, dass deutlich mehr regionales Lammfleisch angeboten wird, als das aus Neuseeland, obwohl sich die Zahl des produzierten Fleisches massiv unterscheidet. Wird hier vielleicht global eingekauft und als vermeintlich regional verkauft? Oder landet das globale Fleisch bei dem Billig-Imbiss und das regionale auf dem Gourmet-Teller? Ausschlaggebend für diese Annahme ist, dass das regionale Lamm (im Internet) teurer ist und mit guter Bio-Qualität beworben wird. Wie kommen solche Preise und Angebote zu Stande, wenn das Neuseeland-Lamm über 18 000 km zurück legt und die Haltung auf der anderen Seite der Welt mindestens die gleichen Standards erfüllt?
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Grafiken:
Eigene Darstellung, Grundlage: https://thenounproject.com/
https://www.berliner-grossmarkt-gmbh.de/dt/visitenkarte.asp?site=haendlersuche&KEY=766
NinSch – LeoHeß / Fleischmarkt
Osterlamm regional und global, Distributionskette
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Grafik: eigene Darstellung, Kartengrundlagen (geobroker.geobasis-bb.de, cleanpng.com)

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NinSch – LeoHeß / Fleischmarkt
Interview mit einer Krähe
Dieses Interview ist ein Gedankenexperiment. Da Tiere auf dem Fleischmarkt eine große Rolle spielen (tod und lebendig), sollte auch ihnen die Möglichkeit des Mitteilens geboten werden.
Leonard + Nina Wie sieht Ihr Tagesablauf und der Ihrer Familie aus und wie hat sich dieser aufgrund der Corona-Pandemie verändert?
Krähe Das wichtigste ist eine gesunde Mischung aus Ausschlafen und den richtigen Zeitpunkt finden, um auf Nahrungssuche zu gehen. Sobald sich die Menschen verzogen haben wird nach Resten gesucht. Dabei müssen wir andere Krähen, Möwen, Ratten und vor allem die Menschen im Auge behalten. Man muss schnell sein für die besten Stücke. Seit Corona gibt‘s weniger Abfälle. Aber auch weniger Menschen. Das ist gut.
Leonard + Nina Wo sitzen Ihre Hauptnahrungslieferant*innen?
Krähe Schon eher am Fleischmarkt als am Fruchthof. Wir haben alle so unsere Hotspots. Das Großmarktgelände ist überall super, aber schon vor allem den Durchsetzungsfähigsten vorbehalten. Der Müll ist auch super. Die Menschen hinterlassen überall ihre Abfälle. Da fliegt man auch mal rüber zum Westhafen oder in die Straßen in der Nähe.
Leonard + Nina Sie nutzen menschliche Produkte und Reste. Wie beeinflusst der Mensch Ihr Leben und die Beschaffung Ihrer Nahrung?
Krähe Der Mensch ist wichtig für uns. Und gleichzeitig lästig. Ich meine, wir werden schon oft verscheucht. Aber warum? Das, was weg geschmissen wird; warum sollten wir das nicht kriegen? Die wollen‘s doch sowieso nicht mehr. Aber ich meine, ich kann mich nicht beschweren. Lieber hier als in Wansdorf. Da fällt keiner Krähe was vor die Füße.
Ich muss jetzt weiter. Da drüben ist gerade ne Kiste umgefallen. Ciao!
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Grafik: Eigene Darstellung, Grundlage:Google Maps
NinSch – LeoHeß / Fleischmarkt
Interview mit einem Händler
Die Interviewfragen wurden an insgesamt 8 Händler*innen mit Sitz am Fleischmarkt per Mail geschickt. Die Einzige Antwort kam von Herrn S. und wird hier in der knappen Form abgebildet, in der sie uns erreicht hat. Etwae Fehler und Unverständlichkeiten wurden für die Authenzität nicht korrigiert.
Leonard Wie sieht Ihr Tagesablauf und der Ihrer Mitarbeiter*innen aus und wie hat sich dieser aufgrund der Corona-Pandemie verändert?
Herr S. Wir arbeiten 24/7 1-14 Auslieferung 8-17 Uhr Zerlegung Tagschicht 19-3 Uhr Zerlegung Nachtschicht 19-3 Uhr Kommission der waren 4-16 Uhr Büro und Vertrieb 6-15 Uhr Reinigung betrieb / Kisten Bestellannahme 24/7 Pandemie hat uns nur insofern beeinflusst / Pausenzeiten / gruppenbildung A/b/c teams
Leonard In welchem Betriebszweig sind Ihre Hauptabnehmer*innen tätig? (Hotelgewerbe, Gastronomie,...)
Herr S. Hotel Gastronomie <<< Fleischereien<<< Supermärkte Wurstproduktionen<<< Kantinen Die 3 sind die hauptzielgruppe
Leonard Sie verarbeiten und handeln tierische Produkte. Welche lebenden Tiere beeinflussen Ihre Arbeit vor Ort und wie? (Ratten, Krähen, ...)
Herr S. Unser Schädlingsbekämpfer Geht aufgrund der Nähe auch zu den Bahngleisen Gegen Nager - Ratten Mäuse vor Rest tangiert uns eher weniger
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Grafik: Eigene Darstellung, Grundlage:Google Maps
NinSch – LeoHeß / Fleischmarkt
01 von 02 Montag, 25.01.2021, 5:28:19 Uhr
Für das experimentelle Mapping sind hier zwei Audioaufnahmen dargestellt, die die zeitlichen Unterschiede in der Aktivität und den anwesenden Akteuren um den Fleischmarkt herum zusammenfassen.
Die erste Aufnahme wurde an einem Montag um ca. 05:30 morgens gemacht, also zu der Zeit, zu der der meiste Warenumschlag passiert, die meisten Menschen vor Ort sind und vor allem die meisten Fahrzeuge bewegt werden. Auf dieser Aufnahme überwiegen entsprechend Motorengeräusche, das Summen von Kühlmaschinen sowie gelegentliche Rufe, Schritte oder Pfeifen von Mitarbeitenden (leider schlecht zu hören).
Die zweite Aufnahme entstand an einem Freitag gegen 12:15, also zu einer Zeit, zu der auf dem Gelände deutlich weniger Betriebsamkeit herrscht und sich die meisten Mitarbeitenden schon in den Feierabend bewegen (auch aufgrund der Pandemie). Hier ist die Geräuschkullisse deutlich kleiner. Es gibt weniger Autos und keine großen LKW, das Summen der Kühlautos ist nicht mehr so prägnant und vereinzelt sind sogar Möwen zu hören.
Der Raum hat zu beiden Zeiten eine komplett unterschiedliche Struktur. Verschiedene Prozesse stehen im Vordergrund und bilden die Raumqualität. Die Systemkomponente „Anlieferung und Abholung“ hat in der ersten Aufnahme höchste Priorität und Auswirkungen auf die Wahrnehmung. In der zweiten Aufnahme ist das Food-System beim reinen Hören fast nicht auszumachen, lediglich durch die konsumierenden Tiere und gelegentliche Motorengeräusche.
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Eigene Darstellungen