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Farbenlehre, Farbtheorie und Styleguides im (Fashion) Design
Die Farbenlehre ist generell erst mal die Lehre von Systemen zur Ordnung von Farben und schon einer der bedeutendsten Dichter und Denker der deutschen Geschichte beschÀftigte sich im Austausch mit Malern und Philosophen intensiv mit diesem Thema: sein Name war Johann Wolfgang von Goethe.
Er entdeckte u.a. das PhĂ€nomen der subjektiven Farben und die Grundprinzipien des Farbensehens. Gleichzeitig beschrĂ€nkte er seine Ăberlegungen jedoch nicht lediglich auf die physikalische Farberzeugung und -zerlegung einschlieĂlich der Farbmischung, sondern beschĂ€ftigte sich ebenso mit der sinnlich-sittlichen Wirkung der Farbe.
Seine dadurch entstandenen Beobachtungen und Methoden können als Beginn der modernen Farbpsychologie angesehen werden. Sie wurden seither viele Male aufgegriffen und stÀndig weiterentwickelt.
Weitere wesentliche BeitrĂ€ge zur Farbenlehre kamen von Leonardo da Vinci, Adolf Hölzel und Georges Seurat. Alle diese in die Kunstwissenschaft eingegangenen Lehren â auch als kĂŒnstlerisch-Ă€sthetischen Farblehren bekannt â gingen anfangs ĂŒbrigens vom unmittelbaren Sehen aus.
Der französische Maler Marc Chagall machte mal eine interessante Aussage zur Strukturierung von Farben: âAll colors are the friends of their neighbors and the lovers of their opposites.â
Ăbersetzt etwa: âAlle Farben sind die Freunde ihrer Nachbarn und die Liebhaber ihrer GegensĂ€tzeâ. Gemeint ist damit die Kombinierbarkeit von Farben anhand des Farbkreises. Demnach passen entweder nebeneinander oder gegenĂŒber liegende Farben sehr gut zusammen. Dieser Grundsatz wird noch bis heute â insbesondere im Fashion Design â angewandt.
Ein weiteres schönes Zitat zum Thema stammt von Hans Hofmann: âIn der Natur, erschafft das Licht die Farben. Auf Bildern erschaffen die Farben das Licht.â
Einteilung der Farben und Farbkreis
Erinnern wir uns mal an unsere Schulzeit. Dann kommt Ihnen bestimmt auch wieder der Farbkreis nach Johannes Itten in den Sinn. Zumindest hat er sich bei mir fest ins GedĂ€chtnis gebrannt, da er in imposanter GröĂe an der Wand der naturwissenschaftlichen RĂ€umlichkeiten abgebildet war. Viele Male, wenn meine Gedanken mal wieder vom Unterricht abschweiften, erwischte ich mich dabei, diesen bunten Kreis zu mustern.
Vielleicht erinnern Sie sich auch noch daran, als von PrimĂ€r, SekundĂ€r- und TertiĂ€rfarben die Rede war. Diese Einteilung ist Ă€uĂerst wichtig, um das Zusammenspiel der Farben zu verstehen und diese in gekonnter Manier miteinander zu mischen.
Die PrimÀrfarben sind die drei Grundfarben Gelb, Rot und Blau. Sie können nicht aus anderen Farben gemischt werden, jedoch können alle anderen Farben aus den drei PrimÀrfarben gemischt werden.
Farbkreis nach Johannes Itten. 1961
Dieser Farbkreis geht zurĂŒck auf den Bauhaus Zeichenlehrer Johannes Itten (1888â1967). Er differenzierte zum ersten Mal die Farbtöne und erweiterte die PrimĂ€rfarben Rot, Gelb und Blau durch die KomplementĂ€rfarben (oder: SekundĂ€rfarben) Orange, GrĂŒn und Violett und stellte sie in einem Farbkreis dar. WeiĂ und Schwarz bezeichnete er ĂŒbrigens als âNicht-Farbenâ.
Geht man dann noch einen Schritt weiter und mischt die SekundĂ€rfarben mit den PrimĂ€rfarben, entstehen daraus die TertiĂ€rfarben Rotorange, Gelborange, BlaugrĂŒn, Blauviolett, Rotviolett und GrĂŒngelb.
Eine wichtige Eigenschaft der TertiĂ€rfarben ist es, dass nicht einfach jede PrimĂ€rfarbe mit einer beliebigen SekundĂ€rfarbe gemischt werden kann. Beispielsweise ergibt das Mischen von GrĂŒn mit Rot â genauso wie Blau mit Orange â kein harmonisches Resultat. Beide Kombinationen wĂŒrden eine Art Braun ergeben. Nur die Kombinationen, wie sie im Farbkreis zu sehen sind, ergeben harmonische Resultate.
Nimmt man in die MischverhÀltnisse der drei Grundfarben noch Weià und Schwarz hinzu, lÀsst sich dadurch jede beliebige Farbe (samt aller Schattierungen) erstellen.
Neben dieser dreistufigen Einteilung existiert noch eine weitere Klassifizierung anhand der Mischmethode. Hier unterscheidet man zwischen Additivem und Subtraktivem Verfahren zur Farbmischung.
Bei der additiven Farbmischung entsteht der Farbeindruck dadurch, dass Licht unterschiedlicher Farben zusammengemischt wird. Die drei Grundfarben (PrimĂ€rfarben) der additiven Farbmischung sind meistens Rot, GrĂŒn und Blau â daher spricht man hier auch von einem RGB-System. Mischt man alle drei Grundfarben passend zusammen, so erhĂ€lt man weiĂ. Der RGB-Farbraum findet vor allem beim Grafikdesign fĂŒr Bildschirme und digitale Anzeigeformen Anwendung (z.B. Webdesign).
RGB Farbkreis
Grafik von Låszló Németh [CC0]
Bei der subtraktiven Farbmischung wird aus dem weiĂen Lichtspektrum gezielt das Licht verschiedener Farbe durch Farbfilter ausgeblendet (also subtrahiert) oder durch Pigmente absorbiert. Die Grundfarben der subtraktiven Farbmischung sind Gelb, Magenta (Purpur) und Cyan (BlaugrĂŒn). Diese Form der Farbmischung spiegelt sich im CMYK-Farbraum wieder, wobei die einzelnen Buchstaben fĂŒr die Anfangsbuchstaben der drei Grundfarben stehen (C = Cyan, M = Magenta, Y = Yellow) â ergĂ€nzt um den Buchstaben K = Key (d.h. Schwarz). Dieses Verfahren kommt vor allem bei Print-Produkten zur Anwendung.
Tipps fĂŒr die Zusammenstellung stimmiger Farbschemata
Nun, da wir die Grundlagen der Farbtheorie kennengelernt haben, ist es Zeit herauszufinden, wie wir damit in der Praxis umgehen. Die meisten Design-Projekte und Kunstwerke beginnen mit der Zusammenstellung bzw. der Auswahl einer stimmigen und harmonischen Kombination verschiedener Farben. Wir sprechen hier von einem Farbschema.
Nehmen wir mal an, wir haben basierend auf einer Marke oder einem Produkt ein oder zwei Farben vorgegeben. Davon ausgehend, wollen wir nun eine Farbpalette mit 3-5 harmonierenden Farben erstellen. Doch wie ist nun vorzugehen?
Sie haben vermutlich bereits festgestellt, dass manche Farben sehr gut zusammen passen und sich ideal ergÀnzen, andere Kombinationen hingegen sehr unÀsthetisch wirken. Das hat nicht unbedingt etwas mit individuellem Geschmack zu tun. In der Tat gibt es ein Muster bei Farbkombinationen, die uns Menschen im Allgemeinen als stimmig erscheinen. Und diese Muster lassen sich nutzen, um zielgerichtet und strukturiert passende Farbschemata zu kreieren.
Es lassen sich folgende Methoden und Herangehensweisen postulieren:
Split-KomplementÀr-Kontrast
Eigener Ansatz â Jenseits der Vorgaben
Beziehen Sie stets den Kontext mit ein. Kontext bezieht sich auf die Art und Weise, wie wir Farben im Kontrast zu anderen Farben wahrnehmen.
GrĂŒn hat so eine andere Wirkung in Verbindung mit WeiĂ als mit Dunkelblau oder Schwarz. Das sollten Sie bei der Zusammenstellung einer Farbpalette stets im Hinterkopf behalten.
Ausgehend von einer PrimĂ€rfarbe werden bei diesem Ansatz zwei weitere Farben ausgewĂ€hlt, welche direkt benachbart im Farbkreis sind. Möchte man statt 3 lieber 5 Farben haben, dann kann man noch einen Schritt weiter nach auĂen gehen und die nĂ€chsten Nachbarn der beiden Ă€uĂeren Farben dazu nehmen.
Analoge Farbpaletten zeichnen sich ĂŒblicherweise nicht durch hohe Kontraste aus und werden in der Regel fĂŒr weichere, pastelligere und kontrastĂ€rmere Kompositionen verwendet.
KomplementÀre Farbauswahl
Wahrscheinlich haben Sie es schon erraten, dass KomplementĂ€rfarben im Farbkreis gegenĂŒber liegend zu finden sind. Hierbei kann man sich auch fĂŒr verschiedene Abstufungen in der Helligkeit der Farben entscheiden, um den Kontrast ein wenig abzumildern.
Bei der komplementĂ€ren Farbpalette erzeugt man groĂen Kontrast, daher empfiehlt sich etwas FingerspitzengefĂŒhl bei dieser Methode. In der Praxis hat es sich bewĂ€hrt, bei einem Design eine Farbe stĂ€rker in den Vordergrund zu stellen, und die komplementĂ€re Farbe als dezente ErgĂ€nzung dazu zu verwenden. Werden beide Farben gleichermaĂen intensiv genutzt, kann das Design schnell ĂŒberladen wirken.
Monochromatisches Farbschema
Bei dieser Auswahlmethode werden verschiedene Nuancen oder Abstufungen eines einzelnen Farbtons verwendet â unter Beimischung von Schwarz und/oder WeiĂ. Obwohl der farbliche Kontrast fehlt, wirken monochromatische Schemata meist sehr sauber, einheitlich, harmonisch und aufgerĂ€umt.
Diese Technik ist gut geeignet, wenn das Design sich nicht so sehr in den Vordergrund drĂ€ngen soll und eher unterstĂŒtzendes Bei- oder Rahmenwerk ist. Möchten Sie ein Design mit stark aufmerksamkeitserregender Wirkung, ist dies wohl nicht die beste Wahl.
Mit dem triadischen Schema werden drei Farben auf dem Farbkreis ausgewĂ€hlt, die gleichmĂ€Ăig darin verteilt sind. Sie haben also die gleichen AbstĂ€nde zu einander und können gefunden werden, indem vom Mittelpunkt des Kreises drei Strahlen mit dem gleichen Winkel zueinander weggehen und somit die drei Farben definieren. Möchte man mehr als nur 3 Farben haben, dann kann man weitere ergĂ€nzende Farben auf den drei Strahlen im Farbkreis finden.
Diese Form der Farbauswahl wird verwendet, um Farben mit hohen Kontrasten zueinander zu finden. Eine weiteres MaĂ zur Verfeinerung einer solchen Auswahl ist das VerhĂ€ltnis bei der Anwendung. Man kann so beispielsweise eine helle Farbe fĂŒr FlĂ€chen und HintergrĂŒnde verwenden und eine dunkle fĂŒr die Kernelemente, die heraus stechen sollen. Oder eben auch anders herum.
Split-KomplementÀr-Kontrast
Bei diesem Farbschema wird eine dominante Farbe, und davon ausgehend, zwei direkt angrenzende KomplementĂ€rfarben ausgewĂ€hlt. Diese Methode schafft eine etwas nuanciertere Palette als bei der herkömmlichen KomplementĂ€rauswahl. Diese ist aber ein gleichem MaĂe relativ kontrastreich und unter UmstĂ€nden ein wenig schwieriger abzustimmen. Es ist sehr wichtig, die richtige Balance zu finden, damit eine gute Wirkung erzielt werden kann.
Bevor Sie also auf diese Methode setzen, sollten Sie schon ein wenig Erfahrung bei der Zusammenstellung von Farbpaletten mitbringen.
Sobald Sie ein wenig Ăbung haben, können Sie es sich durchaus mal zutrauen, mit den Konventionen zu brechen. Im Internet finden Sie unzĂ€hlige vorgefertigte Farbpaletten, die meist auf den zuvor genannten Prinzipien und Vorgaben beruhen. SelbstverstĂ€ndlich können Sie sich davon bedienen oder inspirieren lassen.
Sollten Sie aber keine zufriedenstellende Auswahl finden, gehen Sie einfach neue Wege. Der Einfachheit halber sollten Sie dabei mit einer Farbe Ihrer Wahl beginnen und darauf aufbauen. Haben Sie mehr als eine Farbe, ist die Abstimmung und die Herausarbeitung einer Balance deutlich erschwert.
Probieren Sie sich dann einfach mal aus und vergleichen Sie verschiedene Zusammenstellungen miteinander. Lassen Sie diese in ausreichender Zeit auf sich wirken, machen Sie sich an die Feinjustierung und beobachten Sie dabei, wie die Paletten auf Sie wirken. Die meisten Menschen, die etwas Erfahrung auf diesem Gebiet haben, entwickeln schnell ein GespĂŒr dafĂŒr, wann eine Farbauswahl harmoniert oder nicht.
Speichern Sie gelungene Zusammenstellungen ab â dafĂŒr gibt es Software (z.B. von Adobe) oder kostenfreie Online Tools. Und vergessen Sie nicht: Ăbung macht auch hier den Meister. Mehr Infos zur Farbtheorie erfahren Sie in diesem Beitrag: Your Guide to Colors: Color Theory, The Color Wheel, & How to Choose a Color Scheme auf Hubspot.
Farbpsychologie â Farben und ihre Wirkung
Farben lösen Stimmungen und Emotionen aus. Das hat â wie eingangs erwĂ€hnt â auch schon Goethe erkannt. Rund um diesen Umstand hat sich mittlerweile ein ganzer Berufszweig entwickelt und Farbpsychologie ist ein nicht mehr weg zu denkender Bestandteil von Design und Marketing.
Farben können die verschiedensten Reaktionen und Assoziationen in Menschen auslösen â meist unabhĂ€ngig von den individuellen Erfahrungen. GefĂŒhle sind viel kraftvoller als rationale Gedanken basierend auf Fakten und Zahlen. Deshalb wird die Wirkung von Farben vor allem im wirtschaftlichen Alltag gerne und ausgiebig zunutze gemacht.
Ăber die psychologische Wirkung von Farben wurden unter anderem folgende allgemeingĂŒltigen Erkenntnisse und Regeln festgeschrieben:
Gelb ist eine leuchtende, helle Farbe und verbreitet Optimismus, Erleuchtung und Freude. Goldgelbe Schattierungen verheiĂen eine positive Zukunft. Gelb setzt sich von anderen umgebenden Farben ab, kommt dem Betrachter entgegen. Diese Farbe gibt Energie und sorgt fĂŒr positive Gedanken. AuĂerdem fördert sie die KreativitĂ€t.
Stimuliert mentale Prozesse
Belebende Wirkung auf Kommunikation
GrĂŒn ist wohl in unserem Leben so verbreitet wie keine andere Farbe. Sie nimmt â alleine durch die Natur â erheblichen Raum ein und wir begegnen dieser Farbe einfach ĂŒberall. GrĂŒn ist neben Blau wohl eine der beliebtesten Farben beim Menschen, und durch unsere starke Gewöhnung daran ist sie fĂŒr den Einsatz als Hintergrundfarbe und bei der Gestaltung von InnenrĂ€umen prĂ€destiniert.
Beruhigend und BesÀnftigend
Entspannt uns mental und körperlich
Wirkt unterstĂŒtzend gegen Depressionen, Ăngste und NervositĂ€t
Vermittelt ein GefĂŒhl von Erneuerung, Selbstkontrolle und Harmonie
Fördert Selbstachtung, WĂŒrde, StabilitĂ€t, Ausdauer, EhrgefĂŒhl, AutoritĂ€t und Autonomie
Die Farbe Blau symbolisiert VertrauenswĂŒrdigkeit, ZuverlĂ€ssigkeit und Verbindlichkeit. Es ist die Farbe des Himmels und der Meere und wird als konstante Kraft in unserem Leben wahrgenommen. Blau wird auch nachgesagt, eine beruhigende Wirkung zu haben und kann beim Betrachter sogar den Puls senken.
Fördert die Gelassenheit, Zufriedenheit, Ausgeglichenheit, Nachdenklichkeit und Bindung
Violett oder Purpur verkörpert das Zusammenspiel von stimulierendem Rot und beruhigendem Blau. Es hat einen Touch von Mystik, Geheimnis und SpiritualitÀt. Gleichzeitig strahlt diese Farbe eine Königlichkeit und RoyalitÀt aus. Sie ist insbesondere bei kreativen Menschen, exzentrischen Persönlichkeiten und heranwachsenden MÀdchen sehr beliebt.
Beruhigende Wirkung auf Körper und Geist
Sinnlich, mit spirituellem Touch
Fördert die KreativitÀt
Pink ist grell, poppig, jugendlich, frech und zeugt von groĂer Lebensfreude. Ein leuchtendes Pink kann die gleiche Energie entwickeln wie Rottöne, wirkt sinnlich und leidenschaftlich, ohne die AggressivitĂ€t von einem knalligen Rot zu haben. Mischt man dieser Farbe mehr WeiĂanteile bei, dann wird sie sanfter, behĂ€lt aber ihre Sinnlichkeit. Besonders fĂŒr romantische AnlĂ€sse sind diese Farbtöne hervorragend geeignet.
Kann Blutdruck erhöhen und Herzschlag und Atmung beschleunigen
Wirkt ermutigend und stiftet Zuversicht
Fördert EinfĂŒhlungsvermögen, SensibilitĂ€t, Faszination, Charme und Hingabe
Keine andere Farbe ist mit so vielen Emotionen und persönlichen Assoziationen belegt, wie Rot. Sie ist Ă€uĂerst aktivierend, anregend und erzeugt viel Energie beim Betrachter. Mit dem Einsatz von Rot gelingt es Ă€uĂerst gut, Aufmerksamkeit zu erzeugen und Blicke einzufangen. Rot ist definitiv eine Signalfarbe und steht als Symbolfarbe fĂŒr Liebe und Leidenschaft.
Sehr aktivierend â Erzeugt Enthusiasmus
VersprĂŒht ein hohes MaĂ an Kraft und Energie
Kann Blutdruck erhöhen und Herzschlag und Atmung beschleunigen
Wirkt ermutigend und stiftet Zuversicht
Vermittelt ein GefĂŒhl des Schutzes vor Ăngsten und Unsicherheit
Fördert Selbstbewusstsein, StÀrke, VitalitÀt, Leidenschaft, AktivitÀt, Dynamik, Konkurrenz und Erotik
Orange ist ein enger Verwandter von Rot. Diese Farbe erzeugt jedoch ein hohes MaĂ an kontroversen Gedanken und GefĂŒhlen beim Betrachter. Entweder man mag diese Farbe sehr gerne oder man hat eine deutliche Abneigung. Ein Dazwischen gibt es bei Orange deutlich seltener als bei anderen Farben.
Ein greller Orange-Ton strahlt Lebensfreude und SpaĂ aus und versprĂŒht eine warme Energie.
WeiĂ steht fĂŒr Reinheit, Unschuld und NeutralitĂ€t. WeiĂe Tauben stehen auĂerdem fĂŒr Frieden. Ărzte tragen bewusst weiĂe Kittel und auch das klassische Hochzeitskleid ist weiĂ.
BesÀnftigende und friedensstiftende Wirkung
Hilft bei einem Neubeginn
Grau ist die Farbe des Intellekts, der Weisheit und des Wissens. Sie wird als bestĂ€ndig, klassisch, glatt, wĂŒrdevoll und kultiviert wahrgenommen. Sie steht fĂŒr eine konservative Kraft und transportiert AutoritĂ€t. Grau verhĂ€lt sich im VerhĂ€ltnis zu anderen Farben neutral. Aus diesem Grund wird sie hĂ€ufig als Hintergrundfarbe bei Designs verwendet.
Kann zu Verunsicherung fĂŒhren
Fördert NeutralitĂ€t, Distanz, GleichgĂŒltigkeit, Bezugslosigkeit und Abschirmung
Schwarz hat eine starke Wirkung und steht vor allem auch fĂŒr AutoritĂ€t. ĂbermĂ€Ăiger Einsatz von Schwarz kann beim Betrachter zu einer Ăberforderung fĂŒhren. Schwarz ist die absolute Abwesenheit von Licht und symbolisiert Leere und Dunkelheit.
Im Zusammenspiel mit anderen Farben kann Schwarz diese aber erst so richtig zum Leuchten bringen und wird daher gerne in kleineren Dosen dafĂŒr eingesetzt. In der Mode hat Schwarz eine Sonderstellung und steht fĂŒr klassische Eleganz. Es lĂ€sst die TrĂ€ger schlanker, kultivierter und anspruchsvoller erscheinen und ist daher bei der Kleidungswahl Ă€uĂerst beliebt.
Verleiht dem TrĂ€ger Eleganz und ein GefĂŒhl der UnauffĂ€lligkeit
Symbolisiert Leere und Unendlichkeit
Erzeugt eine mysteriöse AtmosphÀre und nÀhrt Hoffnung auf neue Möglichkeiten
Fördert Leistungswillen, Unnahbarkeit, Ernst, Intoleranz, Zwang
Inspiriert zu RĂŒcksichtslosigkeit und/oder Auflehnung
Eine schöne und visuell aufbereitete Ăbersicht zu den Erkenntnissen der Farbpsychologie sowie der Wirkung von Farben sehen Sie im folgenden (englische Version):
Infografik von linchpinseo.
Gelungene Farb-Kombinationen im Fashion-Design
Bisher haben wir uns mit den GrundsĂ€tze der Farbenlehre und -psychologie beschĂ€ftigt. Diese können â unabhĂ€ngig von Art und Bereich der Anwendung â als universell gĂŒltig betrachtet werden. Wir möchten im letzten Abschnitt dieses Beitrags jedoch noch etwas nĂ€her auf spezifische Anwendungsbeispiele und bewĂ€hrte AnsĂ€tze in der Fashion- und Modebranche eingehen.
Sollten Sie in dieser Branche tÀtig sein, dann sind Sie wahrscheinlich schon vertraut mit der Zusammenstellung einer passenden Farbauswahl bei Outfit und Mode. Verschiedene Fashion-Design-Schulen haben unterschiedliche AnsÀtze, Vorlieben, Vorgaben und Schwerpunkte. Farben und deren Kombinationen richten sich auch hÀufig nach Saison, Anlass und kulturellen PrÀferenzen.
Um das Zusammenspiel der Farben in der Mode gut zu beherrschen, sind die vorgenannten Grundlagen der Farbenlehre und Kenntnisse des Farbkreises unabgÀnglich. Nur mit diesem Fundament lÀsst es sich auch abseits von ausgetretenen Mode- und Trendpfaden gekonnt experimentieren und neue Kreationen schaffen.
Möchten Sie statt wilder Experimente lieber auf BewÀhrtes setzen, dann sind Sie mit folgenden Farbkombinationen auf der sicheren Seite:
Rot-Töne und beerige Purpur-Töne eignen sich perfekt als Gegenspieler zu allen Grautönen, um ergeben einen eleganten und ausbalancierten Farbmix. Meist werden die Grautöne als Hintergrund oder Hauptfarbe verwendet, wÀhrend die Rot-Töne dann die Akzente setzen.
So verbinden sich eine eher neutrale und zurĂŒckhaltende Farbe (Grau) als Grundlage mit einer leuchtenden Farbe (Rot oder Purpur) fĂŒr die besonderen Momente in einem Mode-StĂŒck. Man erreicht eine gewisse Strahlkraft, ohne dabei zu aufdringlich zu wirken.
Die Kombination von GrĂŒn- und Gelbtönen ist eine der peppigsten Varianten, um Ihre Garderobe vor allem im FrĂŒhling oder Sommer so richtig knallig in Szene zu setzen. Aber auch im Winter und in der dunkleren Jahreszeit setzen Sie damit ein farbliches Highlight. Diese Variante schaut ĂŒbrigens bei den meisten Hauttönen richtig gut aus. Mit einem gelben Blazer und einem passenden Rock dazu in GrĂŒn stechen Sie mit Sicherheit aus der Masse hervor.
Diese beiden Farben machen sich auch mit Jeans hervorragend. ErgĂ€nzen lĂ€sst sich solch ein Look dann noch mit schönen Accessoires in Gold und/oder GrĂŒn.
Nehmen Sie sich Ihre Lieblingsjeans und kombinieren Sie sie mit einem roten Oberteil und Sie können sicher sein, dass Sie damit ein gelungenes Outfit haben. Blauer Jeansstoff mit roten KleidungsstĂŒcken zu verbinden, ist daher Ă€uĂerst beliebt. Mit knalligen Rottönen kreiert man einen tolle Blickfang, und das zurĂŒckhaltende Blau von Jeans ist eine ideale ErgĂ€nzung dazu. Aber auch abseits von Jeans passen diese beiden Farbtöne sehr gut zusammen.
Diese Kombi strahlt Selbstbewusstsein, VitalitĂ€t und StĂ€rke aus man begegnet ihr vollem allem in den Sommermonaten. Möchte man noch eine dritte Farbe mit in das Outfit aufnehmen, dann empfiehlt sich eine neutrale, helle Farbe wie WeiĂ, Grau oder helle Creme-Töne.
(Helle) Brauntöne und Kastanie oder Burgunder
Möchte man eine weniger knallige, aber sehr erdige und stimmige Farbabstimmung in seiner Garderobe erzielen, dann eignen sich vor allem Brauntöne in Verbindung der leicht rötlichen Farbe âKastanieâ hervorragend fĂŒr diesen Zweck. Mit dieser Kombi schaffen Sie im Handumdrehen ein gelungenes Outfit fĂŒr den Herbst. Vor allem hellere Brauntöne wie Beige, Sandtöne, Ocker oder auch Cognac fĂŒgen sich gut ein mit dem etwas dunklerem Kastanie.
Als mögliche dritte Farbe kann man zu WeiĂ, hellen Gelbtönen oder auch sanftem Rosa greifen. Dabei sollte man aber ein wenig FingerspitzengefĂŒhl walten lassen, um das Outfit nicht zu ĂŒberladen. Alternativ zu Kastanie kann man auch Burgunder, Bordeauxrot oder Weinrot wunderbar mit sanften Brauntönen kombinieren.
Eine weitere klassische Kombo in der Welt der Mode ist die Verbindung von Pink und WeiĂ. Vor allem bei jungen Frauen und Teenies entfaltet diese Kombination eine charmante Wirkung und betont die weibliche Seite auf eine verspielte Art. AuĂerdem wirken groĂe WeiĂanteile sehr beruhigend auf das menschliche Auge und versprĂŒhen so einen Touch von Unschuld und Reinheit.
Um den starken Kontrast der beiden Farben ein wenig abzumildern, eignet sich alternativ zu WeiĂ vor allem Grautöne, sanftes Rosa oder Elfenbein. Sollte Pink zu grell fĂŒr den eigenen Geschmack sein, kann man natĂŒrlich auch zu den verwandten Farben Purpur, Flieder oder Violett greifen.
Welche Kleidung fĂŒr welchen Anlass: Ideen fĂŒr ein Date am Abend
Sie haben jetzt eine Menge ĂŒber Farben, deren Kombinationen und Wirkung gelernt. AuĂerdem haben Sie sich die eine oder andere tolle Inspiration fĂŒr Ihre nĂ€chste Alltagsgarderobe aus den oben angefĂŒhrten Beispielen herausziehen können. Gehen wir jetzt noch ein wenig weiter und schauen uns die passende Zusammenstellung der Kleidung fĂŒr einen konkreten Anlass mal genauer an: ein klassisches Date am Abend.
Damit ein Date am Abend auch gelingt, benötigen Sie ein passendes Outfit dafĂŒr â und auch hier kann der richtige Einsatz von Farbe eine Rolle spielen. Was Sie dabei anziehen sollten, hĂ€ngt natĂŒrlich auch von der Location ab. Mit welchem Kleid Sie wo einen Volltreffer erzielen, möchte ich nun erlĂ€utern.
Es haben bereits unterschiedlichste Studien ergeben, dass die Farbe Rot â wahrscheinlich neben Pink â an einer Frau die verfĂŒhrerischste Farbe ist. Die Studien besagen, dass sich MĂ€nner unter UmstĂ€nden schneller verlieben, wenn die Frau Rot trĂ€gt. In einem roten Abendkleid sieht jede Frau, egal mit welcher Figur unglaublich sexy und verfĂŒhrerisch aus. Der Grund dafĂŒr ist, dass MĂ€nner diese Farbe als besonders fruchtbar und leidenschaftlich ansehen. Vor allem dann, wenn es Ihr erstes Date ist und Sie zu einem romantischen Abend verabredet sind, eignet sich ein rotes Abendkleid hervorragend.
Möchten Sie statt einem ausladenden Kleid lieber auf eine lÀssigere Variante setzen, dann greifen Sie doch zu einer bequemen Blue-Jeans und tragen dazu ein rotes Oberteil oder einen roten Blazer.
Eine sehr wichtige Rolle bei einem Date spielt selbstverstĂ€ndlich der WohlfĂŒhlfaktor. Handelt es sich um das erste Date, dann ist es bestimmt nicht der richtige Zeitpunkt fĂŒr irgendwelche Mode-Experimente oder gewagte Farb-Kombinationen. Es gibt nichts Wichtigeres an einem Date, als das man sich wohlfĂŒhlt. FĂŒhlt man sich im richtigen Kleid wohl, dann wird einem automatisch ein LĂ€cheln ins Gesicht gezaubert und man hat eine gĂ€nzlich andere Ausstrahlung.
Das passende Outfit kann auch beim Date eine Rolle spielen
WĂ€hlen Sie bitte kein zu enges oder zu kurzes Kleid, um nicht die falschen Reize zu frĂŒh zu setzen. Das könnte kontraproduktiv sein, wenn Sie ernste Absichten hegen. Generell eignet sich ein langes Abendkleid oder Cocktail-Kleid (fĂŒr die eleganteren AnlĂ€sse) fĂŒr die meisten AnlĂ€sse und Date-Szenarien sehr gut. ZusĂ€tzlich kann man sagen, dass sich Frauen in dunkleren Farben wohler fĂŒhlen als zum Beispiel in hellen Farben. Ăberlegen Sie sich also, ob vielleicht ein klassisches schwarzes Kleid â eventuell mit einem aufregenden Moment â zu Ihrem Date am Abend passen wĂŒrde.
Bestimmt ist es Ihnen nicht entgangen, dass MÀnner Schuhe mit hohen AbsÀtzen, wie High Hells oder Stilettos, sehr anziehend finden. Nutzen Sie diesen Umstand und lassen Sie Ihre Ballerinas im Schrank und setzen Sie Ihre Beine mit höheren AbsÀtzen in Szene. Es ist ratsam, sich die Schuhe erst dann zu kaufen, nachdem das passende Outfit zusammengestellt worden ist. Die Schuhe sollten selbstverstÀndlich farblich auf das Kleid abgestimmt werden.
Bei der Farbkombination Pink und WeiĂ sollte man beispielsweise bei den Schuhen auch auf eine dieser Farben setzen. Bei anderen Kombis kann man eventuell auch eine weitere Farbe mit ins Spiel bringen.
Doch auch hier spielt der WohlfĂŒhlfaktor eine entscheidende Rolle. Wenn Sie im Alltag keine hohen Schuhe tragen, dann wĂ€hlen Sie fĂŒr romantische Verabredungen besser auch Schuhe mit einem niedrigeren Absatz. DarĂŒber hinaus empfiehlt es sich, dass neue Schuhe vor dem ersten Date unbedingt eingelaufen werden sollten.
Outfit passend zur Location
Ein Date am Abend muss natĂŒrlich nicht immer in einem schicken Restaurant stattfinden â obwohl das meist unsere erste Assoziation ist. Sollte das Date im Kino, im Theater, bei einer Veranstaltung oder im Freien stattfinden, dann sollten Sie sich darauf einstellen und auch richtig vorbereiten. Mit einem kurzen Rock und High Heels sind Sie bei einem Spaziergang im GrĂŒnen oder ĂŒber Pflastersteine schlecht beraten. Falls die Verabredung sehr spontan kommt und Sie keine Zeit mehr finden, ein passendes Kleid zu besorgen, dann empfiehlt sich ein eher lĂ€ssiges und komfortables Outfit, das vielseitig ist. Dieses können Sie ja mit ein paar peppigen Accessoires aufwerten.
Auch beim Make-up gilt, dass Sie es auf keinen Fall ĂŒbertreiben sollten. Weniger ist meist mehr! Verstecken Sie sich auf keinen Fall hinter einer Maske und schminken sich stattdessen lieber dezent. Ein wenig Rouge, ein schöner Lippenstift und etwas Wimperntusche reichen in den meisten FĂ€llen vollkommen aus. Auch hier können Sie die Farben des Outfits wunderbar aufgreifen oder ergĂ€nzen. So ergibt sich ein harmonisches und gleichzeitig aufregendes Bild und Sie haben die perfekten Voraussetzungen fĂŒr eine gelungenen Abend geschaffen.