Belichtungsreihen nutzen
Eine Belichtungsreihe ist die Folge von 2, meist 3 oder mehr Aufnahmen, wobei mit jeder Aufnahme der Belichtungswert variiert. Im englischen heißt die Technik Exposure Bracketing und ist in den meisten Kameras eingebaut. Man braucht sie nur aktivieren.
Die Aufnahmen werden meist über die Belichtungszeit variiert. Die Einstellungsgrößen sind die Anzahl der Aufnahmen in Folge und der Unterschied in Blendenstufen von Aufnahme zu Aufnahme. Ich nutze meistens 3 Aufnahmen mit 1 oder 2 Blendenstufen. Es werden also 3 Aufnahmen gemacht, die 1. wird richtig belichtet, die 2. unterbelichtet und die 3. dann überbelichtet.
Es ist wichtig, dass alle Aufnahmen mit einem Druck auf den Auslöser aufeinander folgend angefertigt werden. Je nach Kamera muss man eventuell mit 2 Sekunden Selbstauslöser arbeiten oder auch mit Reihenaufnahmen in hoher Geschwindigkeit.
Es gibt 2 Anwendungsbereiche, wo ich diese Technik gerne nutze.
HDR Fotografie
Diese bekannte Technik erzeugt Aufnahmen mit hohem Kontrastumfang aus mehreren Fotos mit gleichem Motiv und unterschiedlichen Belichtungszeiten. Wenn mit einem Stativ gearbeitet wird, funktioniert das spätere Erzeugen eines HDR Bildes ohne Probleme. Die Bilder sind alle aus einem gleichen Winkel aufgenommen und werden auch in der Kombination sehr scharf. Nach meiner Erfahrung sind bei Stativeinsatz 1,5 oder 2 Blendensstufen bei 3 Aufnahmen für die HDR Verarbeitung ideal.
Man kann auch freihändig HDR Fotos anfertigen. Hier nutze ich immer Reihenaufnahmen mit hoher Geschwindigkeit und maximal 1 oder 1,5 Blendenstufen. Bei 2 Blendenstufen wird die überbelichtete Aufnahme oft von der Zeit her zu lang um ein scharfes Bild zu liefern. Wichtig ist auch, die Bildfolgen mit ruhiger Hand zu fotografiert. Bei Freihandaufnahmen in Bewegung passen die Bilder in der HDR Verarbeitung oft nicht mehr übereinander.
Mein wichtigstes Stück Software Adobe Lightroom hat schon länger eine eingebaute HDR Funktion. Die war anfangs unbrauchbar und sehr langsam. In der aktuellen Version (August 2017) ist das Feature gereift und für ein schnelles HDR Bildchen geeignet. Als externe Werkzeuge habe ich Photomatix Pro und PTGUI im Einsatz.
Schwierige Lichtverhältnisse
Ein weiteres Anwendungsgebiet für Belichtungsreihen ist das Fotografieren bei schwierigen Lichtverhältnissen. Darunter verstehe ich sehr kontrastreiche Szenerien und besonders Aufnahmen bei Gegenlicht. Der große Vorteil hierbei ist, dass man hinterher bei der Postproduktion auf die Aufnahme mit der besten Belichtung basieren kann. Die restlichen Aufnahmen werden ignoriert oder gelöscht. Der dynamische Umfang moderner Kameras ermöglicht heute, dass aus scheinbar fehlgeschlagenen Aufnahmen durch Absenken der Lichter und Anheben der Schatten passable Bilder entstehen können. Wenn es um kritische Aufnahmen wie bei einer Auftragsfotografie oder bei einmaligen Momenten geht, lohnt sich eventuell auch eine Montage aus den 3 Belichtungen anzufertigen. Hier kann dann, ähnlich wie bei der HDR Verarbeitung, aus jedem Bild die am besten belichteten Teile genutzt werden. Es macht Sinn, bei so kritischen Aufnahmen im 16 Bit/Kanal Modus zu speichern. Man sollte also vor dem Fotografieren überlegen, ob das Einschalten der Reihenbelichtung sinnvoll ist. Man hat hinterher eben drei- oder fünfmal mehr Bilder auf der Karte.
Allerdings: nachdem ich viel mit dieser Technik gearbeitet habe, merke ich immer wieder wie exakt die modernen Kameras belichten (bzw. der Fotograf Anm. d. Red.). Meistens nutze ich dann doch das 1. Bild der Reihe und optimiere die Belichtung über Lightroom. Die restlichen Belichtungen schleppe ich dann als Ballast durch mein datentechnisches Fotografenleben.












