Let the adventure begin...
Warum mache ich ein FSJ mit 25?
Wie komme ich dazu in einer Einrichtung für Autisten zu arbeiten?
Und was ist eigentlich mit meinem Studiumsabschluss?
Fragen über Fragen, denen ich mir nicht nur selbst stellen musste, sondern in den letzten Tagen auch reihenweise beantwortet habe.
Kurz um: Ich war ungewöhnlich nervös vor der Abreise - der Koffer (typischerweise) erst kurz vor Abfahrt fertig gepackt, kein Visum im Pass und tausend Fragen im Kopf. Wie wird unsere Wohnung sein? Wie sind die anderen Volontäre? Und wie komme ich überhaupt mit einer Arbeit zurecht, die ich weder gelernt, noch in irgendeiner Weise mit vorher verbunden war?
Visum und Anreise erwiesen sich mehr als unproblematisch. Ich habe bereits einige der anderen Volontäre der ZWST direkt am Frankfurter Flughafen getroffen, das Visum bekamen wir direkt vor Ort und wurden auch direkt in Tel Aviv abgeholt. Mit uns kamen noch viele weitere Volontäre aus Deutschland an und wir verbrachten unsere ersten fünf Tage gemeinsam im Rutenberghaus in Haifa. Wir wurden direkt sehr liebevoll von der verantwortlichen Koordinatorin empfangen und in verschiedenste Themen eingeführt. Wir erhielten Einblicke in die Arbeit mit Autisten, in verschiedene Methoden sowie kulturelle Besonderheiten der Stadt und Israel allgemein. An unserem fünften Tag wurden wir dann von den einzelnen Verantwortlichen der Einrichtungen abgeholt und sind dann in unsere “richtige” Wohnung eingezogen.
Das zum kurzen Orga-Einblick in die vergangenen Tage. Nun zum emotionalen, eher typisch verwirrtem Teil dieser letzten Zeit...
Die ungewöhnliche Nervosität vor Abflug liegt in all den Fragen begründet - auf die ich zum Teil auch jetzt keine gute Antwort habe. Was ich merke ist, auch wenn es sich teilweise etwas seltsam anfühlt mit einer Gruppe von (größtenteils) Abiturienten hier zu sein, es sich einfach für mich richtig anfühlt wieder hier zu sein. Ich habe das Gefühl, mich hier schnell zurecht zu finden, ich genieße den Klang der Sprache und die ständige Präsenz der salzigen Luft, die hier in Haifa überall zu spüren ist. Es ist wunderschön hier, die Menschen sind unfassbar entspannt und solange ich noch nicht arbeite (bis Sonntag) fühlt es sich nach einem Urlaub ‘zuhause’ an, den ich in diesem Sommer nicht hatte. Der Stress der letzten Wochen und Monate fällt ein wenig ab und ich freue mich langsam wieder darauf, meine Masterarbeit weiterzuschreiben und darauf eine ganz neue Arbeit kennenzulernen. Und vor allem auch darauf, all die Freunde und Bekannten wiederzusehen, die ich nur selten sehe und durch die ich diese unglaubliche Vielfalt des Landes am liebsten erkunde. Es werden noch viele Herausforderungen auf mich zukommen und ich werde versuchen davon zu berichten.
Ich wünsche Euch allen einen guten Shabbes und schicke sonnige Grüße nach Deutschland!