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Zahlensysteme
Ein Zahlensystem mit der Basis 32? Ăh, welche Basis?
Kleiner Ausflug in Wissen das man nicht zu brauchen glaubt und doch jeden Tag nutzt.
Oder: warum in der Matrix Hieroglyphen zu sehen sind.
 Einleitung: Dezimalsystem
Was die meisten von uns ja schon wieder aus der Schulzeit vergessen haben: unser Dezimalsystem ist ein Zahlensystem mit der Basis 10. Wir kennen alle noch die Bezeichnung der Stellen (10âer, 100âer, 1000âer, âŠ). Aber wie kommt das zustande? Durch Basis und Exponent im Stellenwertsystem. Die erste Stelle hat den Wert 10â°. Das ergibt per Definition den Wert 1. Die zweite Stelle hat den Wert 10Âč, das ergibt 10. Die dritte Stelle 10ÂČ ( = 10*10 = 100 ), die vierte 10Âł ( = 10 * 10 * 10 = 1000 ) und immer so weiter. Bei den Nachkommastellen geht es genau so, nur mit negativen Exponenten. Die erste Nachkommastelle mit 10â»Âč ergibt 0,1. Die zweite mit 10â»ÂČ dann 0,01 und immer so weiter.
Das ergibt den Wert der Stelle. Wie oft dieser Wert zĂ€hlt wird durch die Zahlzeichen bestimmt (das was wir landlĂ€ufig Zahlen nennen). In unserem Dezimalsystem sind das die Zeichen 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, und 9. Streng genommen muss man hier nĂ€mlich unterscheiden: Die Potenz bestimmt den Wert einer Stelle, die Zeichen bestimmen wie oft die Stelle zĂ€hlt, und die Summe aller gezĂ€hlten Stellen ergibt die Zahl. Verwirrend ist das weil 0-9 auch die ersten Zahlen sind. Das sind die Zahlen die sich mit nur einer Stelle im Dezimalsystem darstellen lassen. FĂŒr die 10 brauchen wir schon zwei Stellen.
Beispiel:
2111 = (2 * 10Âł) + (1 * 10ÂČ) + (1 * 10Âč) + (1 * 10â°) = 2000 + 100 + 10 + 1 = 2111
So weit so ĂŒberflĂŒssig könnte man meinen. Ist es aber nicht. Warum sollte man jetzt ein Zahlensystem entwerfen das eine andere Basis als die Zehn hat? Anders gefragt, warum sollte man nicht ein komplett anderes Zahlensystem entwerfen, und warum benutzen wir ĂŒberhaupt dieses? Ja, es gibt andere. Nicht nur andere Stellenwertsysteme, auch sogenannten Additionssysteme. Die römischen Zahlen zum Beispiel. Wer dazu noch mehr sehen möchte findet dies unter KnowHow: Zahlen.
Herleitung: Base32
Nur so viel sei gesagt: die binĂ€ren (0 und 1) im Computer sind ein duales Zahlensystem. Und wenn man heutzutage auf einem Computer einen Salat aus Buchstaben und Zahlen sieht, dann handelt es mit hoher Wahrscheinlichkeit um das hexadezimale System. Das nutzt nĂ€mlich die Basis 16. Wegen der Basis 16 kann man mit einer Stelle schon die Werte 0-15 abbilden. Um das tun zu können braucht man aber Zeichen, Zahlzeichen, genau wie im dezimalen System. Damit die Menschen sich nicht zu sehr umgewöhnen mĂŒssen, hat man dafĂŒr folgende verwendet: 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, A, B, C, D, E, F. Dabei hat das A den Wert 10, B = 11, C = 12, D = 13, E =14 und F = 15. WĂ€hrend die erste Stelle im hexadezimalen System genau wie im dezimalen den Wert 1 hat (wegen 16â°), hat die zweite Stelle aber schon den Wert 16 (16Âč) und die dritte den Wert 256 (16ÂČ). Das bedeutet eine â10â im hexadezimalen System hat den Wert (1 * 16Âč) + (0 * 16â°) = 16. Eine â100â hat den Wert (1 * 16ÂČ) + (0 * 16Âč) + (0 * 16â°) = 256.
Wo der Vorteil liegt? Nun, im hexadezimalen System kann man gröĂere Zahlen mit weniger Stellen abbilden. Im dezimalen kann eine Stelle von 0-9 und zwei Stellen von 0-99. Im hexadezimalen System kann eine Stelle von 0-15 und zwei Stellen können von 0-255. Wenn ich die Zahl 250 darstellen möchte habe ich hexadezimalen also schon eine Stelle gespart. Bei gröĂeren Zahlen entsprechend (exponentiell).
Wenn man jetzt ein System entwirft das mit der Basis 32 arbeitet (nennen wir es âunser 32âerâ), hat man den Vorteil noch einmal erhöht. Dann kann die erste Stelle schon von 0-31 und zwei Stellen können von 0-1023. Also wenn ich eine 1020 darstellen möchte habe ich schon zwei Stellen gespart. FĂŒr die Zahlzeichen nutze ich einfach wieder das Alphabet: die Buchstaben A â V mit den Werten 10 â 31. Eine 100 wĂ€re dann (1 * 32ÂČ) + (0 * 32Âč) + (0 * 32â°) = 1024 + 0 + 0 = 1024. Eine 10 wĂ€re (1 * 32Âč) + (0 * 32â°) = 32 und eine 1V wĂ€re (1 * 32Âč) + (31 * 32â°) = 32 + 31 = 63. Cool? Irgendwie schon ein bisschen, aber das beste kommt noch.
Ausblick: Hieroglyphen und Aliens
Und genau hier kommt der Haken mit dem Clou ins Spiel: rein theoretisch kann ich beliebige Zeichen fĂŒr die Zahlzeichen verwenden. Ich könnte genau so gut alt-germanische Runen fĂŒr die Zahlzeichen nehmen. Im alten Futhark gibt es immerhin 24 StĂŒck, also kann ich statt A â V auch Runen verwenden und komme mit 0-9 wieder auf genug Zeichen fĂŒr mein 32âer System. Oder ich nehme nur die Runen und verwende die 24 als Basis. Was dabei raus kommt? Kryptische Zeichen auf dem Bildschirm, wie in der Matrix.
Auch erfundene Zahlensysteme sind also kein Hexenwerk. Jeder kann sich sein eigenes System ausdenken. Ihr wollt ein eigenes System fĂŒr eure eigene kleine Fantasie-Welt? Oder eine eigene Alien-Rasse entwerfen die auf ihre eigene Art zĂ€hlt? Kleiner Tipp: die Aliens in dem Film âAvatarâ (die Naâvi) zĂ€hlen im octalen Zahlensystem.
ZurĂŒck zu Erde
Zu abgehoben geworden? Nun, was das alles mit uns und unserem Alltag zu tun hat ist einfach: Das die Naâvi in Avatar octal zĂ€hlen macht deswegen Sinn, weil sie an jeder Hand vier Finger haben. Und jetzt wissen wir vermutlich auch warum wir Erdlinge im Dezimalsystem zĂ€hlen ⊠đ
Wer so ein Zahlensystem mit der Basis 32 mal ausprobieren möchte kann das unter Tools: Zahlen tun. Dort findet sich auch das duale, das octale und das römische Zahlensystem.
2017 in römischen Ziffern? MMXVII.
2017 Dual: 11111100001
2017 Octal: 3741
2017 Hexadezimal: 7E1
2017 Base32: 1V1
Lust bekommen?
Viel SpaĂ beim ausprobieren!
KnoHow: Zahlen
Tools: Zahlen
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Neben den am hĂ€ufigsten verwendeten Dezimalzahlen gibt es einige weitere Zahlensysteme, die fĂŒr die unterschiedlichsten Einsatzgebiete wichtig sind, etwa das BinĂ€r-, Oktal- oder Hexadezimal-System. Im Computerbereich ist zum Beispiel das BinĂ€rsystem wichtig, das nur aus den Ziffern 0 und 1 besteht. Wer hĂ€ufiger Zahlen von einem in ein anderes Zahlensystem umwandeln muss, kann dafĂŒr Excels umfangreiche Konvertierungsfunktionen verwenden.
Umrechnen - dezimal in dual/binÀr
Eine kurze Analyse unseres dezimalen Zahlensystems: Eine Zahl besteht aus den Ziffern 0 bis 9, die nach ihrer Wertigkeit Stellen in der Zahl zugewiesen bekommen. Diese Wertigkeit ist von rechts nach links aufsteigend. Bei der Zahl 6348 hat also die 6 aufgrund ihrer Position in der Zahl einen wesentlich höheren Wert als die Zahl 8. Wir sind es gewohnt, in "Zehner", "Hunderter" und "Tausender" Stelle zu denken - diese Stellen kann man als Multiplikatoren verstehen, die auf die Zahl angewendet werden. Das obige Beispiel ist also vom Ergebnis identisch zu
(6*1000)+(3*100)+(4*10)+(8*1)
. Mit jeder Stelle, die wir weiter nach links rĂŒcken, erhĂ€lt die Stelle einen zehnmal höheren Wert. Technisch ausgedrĂŒckt: Jede weitere Stelle erhöht den Multiplikator um einen Faktor entsprechend der Basis des Zahlensystems. Zum binĂ€ren (dualen) System: BinĂ€re Zahlen funktionieren genauso, es gibt nur weniger Werte, die jede Stelle annehmen kann. Wie unsere gewohnten Dezimalen Zahlen auch haben sie ganz rechts die Stelle mit der geringsten Wertigkeit (0 oder 1), die sich mit jedem Schritt nach links verdoppelt (die Basis des Zahlensystems ist schlieĂlich 2). Die Stelle mit der geringsten Wertigkeit wird deshalb auch als LSB (least significant bit = binĂ€re Zahlenstelle mit geringster Bedeutung) bezeichnet. DemgegenĂŒber steht das MSB (most significant bit), das natĂŒrlich die höchste Wertigkeit innerhalb dieser Zahl hat. Die Wertigkeit der Stellen ist also z.B. 16 8 4 2 1, in einer Zahl mit 5 Bit. Die binĂ€re Zahl 10110 (entspricht dezimal 22) hat demnach den Wert
(1*16)+(0*8)+(1*4)+(1*2)+(0*1)
Die Umrechnung von dezimal in binĂ€r: Ich bin vor ein paar Tagen auf eine unheimlich schöne Methode gestossen, dezimale Zahlen in binĂ€re Zahlen umzurechnen. Wir erinnern uns hoffentlich alle aus der Grundschule noch an Divisionen mit Rest. Wenn ich z.B. die Zahl 7 durch 3 teile, dann erhalte ich das Ergebnis 2 mit einem Rest von 1. Wenn ich nun eine Zahl in binĂ€r ausdrĂŒcken möchte, dann kann ich sie einfach immer wieder durch 2 (Basis des binĂ€ren Zahlensystems) teilen. Der Rest ist von LSB nach MSB meine binĂ€re Zahl. Beispiel: Ich möchte die Zahl 43 in binĂ€r ausdrĂŒcken. 43 / 2 = 21 Rest 1 21 / 2 = 10 Rest 1 10 / 2 = 5 Rest 0 5 / 2 = 2 Rest 1 2 / 2 = 1 Rest 0 1 / 2 = 0 Rest 1 Die Zahl lautet daher 101011 (weil wir die geringwertigste Stelle zuerst berechnet haben und von dort nach links wandern). Noch ein Beispiel, diesmal die Zahl 12: 12 / 2 = 6 Rest 0 6 / 2 = 3 Rest 0 3 / 2 = 1 Rest 1 1 / 2 = 0 Rest 1 Die Dezimalzahl 12 sieht also in BinĂ€r so aus: 1100