!UPDATE! Dieter, Dönermann: eine extra-scharfe Romanze in fünf Akten
Teil Eins der Deaner Kebap Reihe
** ~~ Dieter Jäger war ein einfacher Dönermann…bis der Steuerrechtsberater Karsten Engelmann das erste Mal in seine Dönerbude einmarschiert und damit seine Welt (und seinen Dönerspieß) auf den Kopf stellt. ~~**
Kapitel Zwei: Steigerung Teil I (oder: Dieters 101 Flirtversuche. Naja, fast.)
An dem Tag, an dem Karsten das erste Mal in die Jägerbude in der Wegwart-Straße eintrat, wehten draußen Orkanböen.
~~* weiter auf ao3 oder kapitel zwei auch komplett ganz unten unterm cut! ~~*
fanart von the amazing @solarcas, extra Dank mit Schäfchen auch an @sheepstiel für unparalleled gc und discord energien <3
An dem Tag, an dem Karsten das erste Mal in die Jägerbude in der Wegwart-Straße eintrat, wehten draußen Orkanböen.
Insgesamt war so was für Dieter Jägers Geschäft immer eher schlecht. Der geschredderte Salat im Döner hatte jetzt an sich nicht so das Gewicht, um bei der Windlage ohne Festhalten im Brot zu bleiben. Deshalb war die Innenseite der Fensterfront in der Dönerbude an diesem Tag dauerhaft von ein paar grünen Streifen bedeckt.
Dieter versuchte schon wieder, die Scheibe sauber zu kriegen, aber es half eben alles nichts. Die Tür ging auf, und der ganze Spaß fing von vorne an. Samu kicherte schon die ganze Zeit in der Ecke, so endnervig wie es eben nur kleine Geschwister hinkriegen. Auch die, die inzwischen nen Jura-Abschluss haben und auf Jobsuche sind.
So oder so, Dieters Geduld war eh bereits am Ende, als die Tür schon wieder aufgeblasen wurde.
„Hau mal die Tür zu, ich dreh ja gleich durch!“ Die Leute kamen halt auch nicht wegen Dieters sonniger Persönlichkeit in die Jägerbude.
„Oh, oje. Das tut mir sehr leid. Ich kann auch wieder gehen, wenn es bei Ihnen gerade nicht so optimal ist?“
Wie vom Blitz getroffen schaute Dieter auf. Der Typ, der anscheinend zu der sexy Stimme - wie drei Tage Erkältung - gehörte, sah auch noch gut aus? Wie unfair.
„Äh, naja. Also, das hier ist ne Dönerbude. Solange ich einen hochkrieg – ähhhh. Ähm. Also, nein. Solang ich hochkomme - nee, nicht so... Aus dem Bett, weißte? Wenn ich das hinbekomm, dann gibt’s Döner. Will sagen: passt eigentlich immer ganz optimal.“
Der Typ war erst mal etwas verdattert. Und sah dabei so süß erleichtert aus, dass Dieter sich fast selber das Dönermesser in die Brust rammte, als er damit rumspielte. (Das lag natürlich ausschließlich an dem Dönerfett an seinen Händen, und nicht an der beeindruckenden Wortkotze, die grad aus ihm rausgeplatzt war.)
Die Lampe an der Wand hatte wohl ähnliche fett-basierte Probleme, und flackerte erstmal etwas in der Halterung. Dummer Orkan. Wobei. Wenn das dem Typen so süß die Haare verwuschelt hatte…naja. Kann man nix sagen, ne?
„So, mein Lieber, was darfs denn sein? Bist bestimmt ’n scharfer Bursche, wa?“
Dieter wackelte mit den Augenbrauen, aber die geheime Morse-Nachricht kam wohl nicht an.
Verwirrung zeichnete sich in diesen hammermäßigen, tief-blauen Augen aus. In die Dieter absolut nicht reinfallen wollte wie der, äh, Junge in den Brunnen? Oder wie auch immer es hieß. Nein, hier fiel gar nix und gar keiner. Höchstens vom Himmel. Hehe. Weil Orkan, und der Typ war halt auch schon so bisschen Engel.
„Ähm. Naja, eigentlich wollte ich mich nur kurz vorstellen. Ich bin Karsten, von, äh, oben.“
„…oben?“
Konnte der Typ jetzt auch noch Gedanken lesen? Vielleicht hatte Dieter eigentlich Fieber und lag grad irgendwo im Koma. Das wärs noch. Wer sollte die Familiendönerbude dann weiterführen? Samu würde doch auch nur einen Sojadönerspieß einführen.
Der Typ – Karsten – wurde erstmal etwas rot. „Ja. Meine Kanzlei. Steuerrecht und so. Zahlen…ja, die find ich einfach knorke.“
Würde Dieter eine Tomate neben Karstens Gesicht halten, wäre da wohl kein großer Unterschied mehr.
„Haste also gar keinen Hunger, Karsten aus der Anwaltskanzlei von oben?“
Da fischte der Karsten doch glatt eine gelbe, rechteckige Tupperbox aus seinem Jutebeutel heraus und winkte einmal damit. Das Ding hatte ausgerechnet Bienchen-Muster. „Meistens nehm ich mir was von zuhause mit, ist eben billiger auf Dauer…aber vielleicht ein anderes Mal?“
„Na klar, Diggi. Bruder. Karsten. Karsti?“
Als der Karsten ihn so augenverdrehend musterte, machte es auf einmal Klick bei Dieter.
„Warte. K. Engelmann? Vom Schild außen am Gebäude? Steuerrecht GmbH & Co. KG?“
Karsten nickte.
„Oh…na dann.“ Dieter machte absichtlich seine krümmsten Finger-Pistolen. „Vom Himmel gefallen ne, Karsten? Weil, naja…schon so Engel, Mann.“
Er zwinkerte nochmal dazu, um dem Ganzen die Krone aufzusetzen. (Gut, erwartet hatte Dieter zwar eigentlich eher eine Karla Engelmann, aber so wollte er ja nicht sein. Er mochte seine Pommes ja auch rot-weiß.)
„Ja, ich …bin Engelmann? Karsten Engelmann, sagte ich doch.“ Karsten kniff die Augen etwas zusammen, mit passender Kopfschieflage.
Dieter verzweifelte natürlich auf der Stelle. Fuck, wie konnte jemand so gutaussehend nicht wissen, wann der freundliche Dönermann ihn anbaggerte?
„Na dann. Äh, gutes Ankommen, da oben.“
Karsten nickte nochmal kurz, in Gedanken bestimmt ganz woanders, und drehte sich zur Tür. Nein, das ging so doch nicht!
Dieter hechtete von hinter der Theke hervor, ein Dönerpapier wie einen Pokal in die Höhe gehalten. "Deaner Kebap" stand da drauf. Eigentlich ein Gag von jemandem aus der Kunstschule, wo Dieter mal nebenbei gemodelt hatte. Auf dem Papier war er in rot gezeichnet - Dönermann mit Spieß, der Klassiker - aber natürlich zwinkernd.
„Warte! Hier!“ Dieter angelte sich einen Kuli aus nem leeren, herumstehenden Ayran-Becher und kritzelte schnell aufs Papier.
„So. Hier. Falls du mal nicht vom Schreibtisch wegkommst…sag Bescheid, ich bring dir Essen hoch. Und es gibt, äh. Gebäude-Rabatt. Also keine Sorge wenns theoretisch teurer ist als das Toast aus der Tupper, das kriegen wa’ hin.“
Karsten lächelte. Es war eine ganz kleine Bewegung, aber er lächelte. Und plötzlich machte der Orkan Dieter gar nicht mehr so viel aus.
Da räusperte sich jemand hinter ihm. Huch, nanu! Ach ja, Samuel war ja auch noch in der Ecke, und beobachtete Karsten beim Rausgehen. Karsten Engelmann, Steuerrechtsberater. Hoffentlich hatte der ordentlich Hunger, so als Mensch. Immer gut für die Jägerbude.
„Gebäude-Rabatt, Dieter? Meine Fresse, der hätte deine Handynummer bestimmt auch so genommen.“
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