Unternehmen werden oft mehrmals pro Jahr angegriffen, teilweise mit erheblichen Folgen.
Die Zahlen des aktuellen DDoS Intelligence Report fĂŒr das dritte Quartal 2016 zeigen, dass die ĂŒber Botnetze ausgefĂŒhrten DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service) in und aus Westeuropa zugenommen haben. Erstmals seit einem Jahr sind Deutschland, Frankreich und Italien wieder unter den zehn am stĂ€rksten von Angriffen betroffenen LĂ€ndern. DDoS-Angriffe können weitreichende Folgen fĂŒr betroffene Unternehmen und Internet Service Provider haben. Das hat auch der durch einen DDoS-Angriff mit der Malware Mirai ĂŒber das Internet der Dinge auf den Internetdienstleister Dyn verursachte Ausfall von Online-Angeboten wie Amazon, Netflix, Twitter, Spotify, AirBnB oder Reddit am 21. Oktober 2016 gezeigt . Einzelne DDoS-Attacken können SchĂ€den in Millionenhöhe verursachen. Und acht von zehn Unternehmen werden im Zeitraum eines Jahres sogar mehrfach angegriffen, wie eine weitere Studie von Kaspersky Lab belegt.
Angriffe ĂŒber das Internet der Dinge
Die Anzahl der Attacken durch Linux-basierte DDoS-Bots ist weiter angestiegen. 79 Prozent der DDoS-Angriffe werden mittlerweile ĂŒber Linux-GerĂ€te durchgefĂŒhrt. Der Einsatz Linux-basierter GerĂ€te aus dem Internet der Dinge fĂŒr DDoS-Angriffe wird immer beliebter und wird sich aller Voraussicht nach durch die Veröffentlichung des Mirai-Schadcodes weiter ausbreiten.
»Die Infektionsmethode ĂŒber das Internet der Dinge ist sehr einfach und stĂŒtzt sich auf menschliche NachlĂ€ssigkeit: Hersteller liefern GerĂ€te mit Standardkonfiguration aus und Nutzer Ă€ndern diese nicht. Die Angreifer nutzten Standardanmeldeinformationen, um Zugang zu Online-GerĂ€ten wie Heimrouter, IP-Kameras oder digitale Videorekorder zu erhalten. Sobald sich der schĂ€dliche Code auf einem GerĂ€t befindet, wird dieses Teil des Botnetzes und dient als Helfer, um das Angriffsziel mit Netzverkehr beziehungsweise Anfragen zu ĂŒberfluten und damit zu verhindern, dass Webseiten regulĂ€r funktionieren. Jeder, der internetverbundene GerĂ€te nutzt, sollte alle voreingestellten Passwörter Ă€ndern. Es sollten einzigartige und komplexe Passwörter verwendet werden â das gilt vor allem fĂŒr den Heimrouter, der die TĂŒr zum Heimnetzwerk darstellt«, erklĂ€rt David Emm, Principal Security Researcher bei Kaspersky Lab.
Regionale Verbreitung von DDoS-Angriffen
FĂŒr den Kaspersky DDoS Intelligence Report werden quartalsweise die AktivitĂ€ten des DDoS Intelligence System ausgewertet. Im dritten Quartal 2016 waren weltweit in 67 LĂ€ndern DDoS-Angriffe ĂŒber Botnetze zu verzeichnen. Die Zunahme der Angriffe in Westeuropa geht einher mit einer wachsenden Zahl von Command-and-Control-Servern, die die Botnetze steuern. Diese Server stehen vor allem in GroĂbritannien, Frankreich und den Niederlanden.
Die Mehrheit der DDoS-Attacken richtet sich allerdings gegen Ressourcen in China. So wurde eine chinesische Suchmaschine 19 Mal in einem Quartal attackiert. Und auch der mit 184 Stunden lÀngste Angriff im dritten Quartal 2016 richtete sich gegen einen Provider im Reich der Mitte. Deutlich zugenommen haben Angriffe auf Internet-Ressourcen in den USA, Japan und Russland.
Hohe Folgekosten
Die Studie âșCorporate IT Security Risksâč , die von B2B International im Auftrag von Kaspersky Lab im Jahr 2016 durchgefĂŒhrt wurde und in 25 LĂ€ndern ĂŒber 4.000 Unternehmen befragte, ergĂ€nzt die Erkenntnisse des Kaspersky DDoS Intelligence Reports. Die Studie zeigt, dass unabhĂ€ngig von der Art der DDoS-Angriffe die Folgen fĂŒr betroffene Unternehmen verheerend sein können. Die durchschnittlichen FolgeschĂ€den eines DDoS-Angriffs betragen laut Studie etwa 100.000 Euro bei kleineren Unternehmen und reichen bei GroĂunternehmen bis an die 1,5 Millionen-Euro-Grenze.
Die höchsten Kosten (etwa 20 Prozent) entstehen bei mittleren und groĂen Unternehmen durch ein schlechteres Rating bei Versicherungen in Folge der Angriffe. Ăberstunden der Angestellten sind dagegen bei Unternehmen mit unter 100 Mitarbeitern der gröĂte Kostenfaktor (17 Prozent). Daneben entstehen Kosten fĂŒr die Wiederherstellung der Reputation, den Ausbau der IT-Infrastruktur und Software, Mitarbeiterschulungen sowie Kompensationen fĂŒr Kunden.
FrĂŒhzeitige Erkennung reduziert den Schaden
Acht von zehn Unternehmen werden im Zeitraum eines Jahres mehrfach angegriffen. 39 Prozent der DDoS-Angriffe waren nur von kurzer Dauer, doch 21 Prozent der befragten Unternehmen blieben den Attacken mindestens eine Woche oder sogar monatelang ausgesetzt. DDoS-Attacken werden generell zu spĂ€t entdeckt. 27 Prozent der Unternehmen wurden erst durch Hinweise von Kunden auf die Angriffe aufmerksam. In 46 Prozent der FĂ€lle waren es Dritte, die Alarm schlugen. WĂŒrden aber DDoS-Angriffe in den ersten 24 Stunden also solche erkannt, wĂ€ren die SchĂ€den im Schnitt nur halb so hoch wie bei einer spĂ€teren Enttarnung.
DDoS Protection vereint langjĂ€hrige Cybersicherheitsexpertise mit selbstentwickelten Technologien. Die Lösung schĂŒtzt vor allen Formen von DDoS-Angriffen, unabhĂ€ngig von KomplexitĂ€t, StĂ€rke und Dauer der Attacken.
Fazit
Attacken »klassischer« Botnetze auf der Basis von weit verbreiteten Malware-Tools wie etwa Pandora, Drive und dergleichen mehr sind von Analysten grĂŒndlich erforscht worden und es wurden effektive und einfache Methoden zur Neutralisierung von Angriffen unter Verwendung dieser Tools entwickelt. Das zwingt Cyberkriminelle zum einen immer hĂ€ufiger dazu, ihre Attacken raffinierter zu organisieren, unter anderem unter Verwendung von DatenverschlĂŒsselung. Zum anderen mĂŒssen sie auch neue Methoden bei der Entwicklung der Tools zur Organisation der Attacken und zum Aufbau der Botnetze anwenden.
Eine weitere interessante Tendenz dieses Quartals ist die gestiegene AktivitĂ€t von DDoS-Botnetzen in Westeuropa. Erstmals seit einem Jahr sind drei westeuropĂ€ische LĂ€nder in den Top 10 der angegriffenen LĂ€nder vertreten, und zwar Italien, Frankreich und Deutschland. Diese Statistik korreliert mit der gestiegenen Zahl der aktiven Steuerungsserver in Westeuropa â insbesondere in Frankreich, GroĂbritannien und Holland. Insgesamt entfielen etwa 13 Prozent der aktiven Steuerungsserver von DDoS-Botnetzen auf westeuropĂ€ische LĂ€nder.
Der DDoS Intelligence Report fĂŒr das dritte Quartal 2016 ist unter https://de.securelist.com/analysis/quartalsreport-malware/72097/kaspersky-ddos-intelligence-report-for-q3-2016 abrufbar.
http://hub.dyn.com/static/hub.dyn.com/dyn-blog/dyn-statement-on-10-21-2016-ddos-attack.html
âCorporate IT Security Risksâ ist eine jĂ€hrliche Umfrage, die von B2B International im Auftrag von Kaspersky Lab durchgefĂŒhrt wird. Im Jahr 2016 wurden mehr als 4.000 Entscheider aus kleinen, mittleren (50 bis 999 Mitarbeiter) und GroĂunternehmen in 25 LĂ€ndern zu IT-Sicherheitsthemen und bei den Unternehmen aufgetretenen IT-SicherheitsvorfĂ€llen befragt.
Kaspersky DDoS Intelligence (als Teil von Kaspersky DDoS Protection) wurde dazu entwickelt, um Befehle, die von Command-and-Control-Servern zu Botprogrammen versendet werden, zu unterbrechen und analysieren zu können. Die daraus resultierenden Statistiken beziehen sich daher nur auf Botnetze, die von Kaspersky Lab entdeckt und analysiert wurden.
http://www.kaspersky.com/de/business-security/ddos-protection
http://ap-verlag.de/die-neuesten-angriffstrends-bei-ddos-attacken/27253/
http://ap-verlag.de/ddos-attacken-durch-das-internet-der-dinge/27150/
http://ap-verlag.de/das-internet-der-dinge-wird-zunehmend-fuer-ddos-attacken-genutzt/25951/
http://ap-verlag.de/ddos-attacken-ueber-linux-server-steigen-signifikant-an/24246/
http://ap-verlag.de/unternehmen-kaempfen-gegen-ploetzlichen-tod-durch-ddos-attacken/22878/
http://ap-verlag.de/wie-unternehmen-sich-am-besten-gegen-ddos-attacken-schuetzen/21532/
http://ap-verlag.de/ddos-attacken-deutschland-zurueck-in-den-top-10/21270/
http://ap-verlag.de/massiver-anstieg-bei-ddos-und-web-application-attacken/18798/
http://ap-verlag.de/web-security-trends-2016-komplexe-ddos-attacken-und-iot-angriffe/18213/
http://ap-verlag.de/ddos-attacken-gefaehrden-auch-den-mittelstand-kontinuierlich/18027/
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