Bildungs-Institutionen
Alle halten "Kulturtechnik und Souveränität" für Vismanns Manifest und Testament. Alle? Ein schwarzgallig melancholischer Staatsrechtslehrer ('Born under Saturn') aus einer Gegend, die manche als Nachbarschaft, dieser Typ selbst aber als contubernium und Maulwurfshaufen versteht, nicht. Die Rede von der Macht produziert Halbwahrheit, wie die Rede von der Souveränität.
Man soll einmal Bildungs-Institutionen, einen Text für Werner Hamacher aus dem Buch Babel neben den Bewerbungsvortrag halten, den Vismann für Weimar geschrieben hat. Der hat ihr immerhin zwei Jahre Festanstellung eingebracht, ich war dann anschließend vier Jahre dort und kann mit gutem Gewissen sagen, dass der Text zwar erfolgreich, der Gewinn aber alles andere als ein Jackpot war. War schon toll, heißt nur nix. Das Leben geht nämlich nach Katastrophen und Apokalypsen weiter, nach Erfolgen auch. Nach der Differenzierung ist vor der Differenzierung.
Vismanns Wissenschaft handelt vom Begehren, erst dann folgen Überlegungen zu Kulturtechniken und Souveränität. Kittlers Medientheorie ist Mädchentheorie. Vismann ist keine Repräsentantin Kittlers. Sie ist das Subjekt und das Objekt seiner Theorie. Sie hat ihn in Sachen Begehren gebildet und instituiert, sie macht in ihren Texten deutlich, dass das nicht zu haben ist, ohne Substitution zu sein.
Merke: wenn man mit etwas arbeitet, dann richtig. Also nicht erst damit arbeiten und dann, sobald es Kritik gibt, sagen, das Thema würde einen ohnehin nicht interessieren und man würde sich da nicht auskennen. Nicht erst das Leben definieren und dann behaupten, man betrachte aber nur die juristische Seite des Leben und wisse eigentlich gar was das Leben sei, interessiere sich auch gar nicht dafür. Nichts tun, um teflonisiert wie ministrable Staatsrechtslehrer zu werden. Merke: Mache nicht, was alle tun.












