MĂ€nner im Kampf gegen KinderheiratÂ
Beitrag von Esther Rueden - Plan International - https://www.plan.de
Um zu verhindern, dass MĂ€dchen bereits im Kindesalter verheiratet werden, mĂŒssen wir Jungen und MĂ€nner mit ins Boot holen - das forderte Plan-GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Maike Röttger bei der Weltfrauenkonferenz in New York. Auch Toni Garrn, Botschafterin von Plans Because I am a Girl-Bewegung, war bei dem Side-Event dabei und plĂ€dierte fĂŒr einen geschlechterĂŒbergreifenden Lösungsansatz.
Auf der jĂ€hrlichen Konferenz der UN-Frauenrechtskommission (Commission on the Status of Women - CSW), die vom 12. bis 23. MĂ€rz in New York stattfindet, diskutieren Frauen aus der ganzen Welt ĂŒber die Gleichstellung der Geschlechter und die Förderung von MĂ€dchen- und Frauenrechten. Plan International ist in diesem Jahr Teil der deutschen Regierungsdelegation und hat dort zusammen mit dem Bundesministerium fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und dem Bundesministerium fĂŒr Familie, Senioren, Frauen und Jugend einen Side-Event zum Thema âAdvancing the development of girls and women in rural areas by ending child marriageâ veranstaltet.
Um im Kampf gegen FrĂŒhverheiratung nachhaltige VerĂ€nderungen zu bewirken, fordert Maike Röttger, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin von Plan International Deutschland, beide Geschlechter mit einzubeziehen. "Wenn wir Kinderheirat bekĂ€mpfen wollen, mĂŒssen wir auch die Jungen und MĂ€nner mit ins Boot holen", betonte sie in ihrer Rede, die sie vor internationalen Vertreterinnen aus Politik, Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit hielt. An der Paneldiskussion nahmen zusammen mit Maike Röttger auch Elke Ferner vom Bundesfamilienministerium, Beatrice Savadaye, Menschenrechtsaktivistin aus Simbabwe, Johanna Klotz vom Bundesentwicklungsministerium, Nyaradzayi Gumbonzvanda, Botschafterin der Organisation African Union, Auxilia Ponga vom Ministerium fĂŒr Gleichstellung und Kindesentwicklung in Sambia sowie Moderatorin und UN-Women-ReprĂ€sentantin Letty Chiwara teil.
Weltweit sind 70 Millionen MĂ€dchen von FrĂŒhverheiratung betroffen, die meisten von ihnen leben in Asien oder Afrika. In Niger beispielsweise werden 3 von 4 MĂ€dchen vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet. Viele sind zum Zeitpunkt der Hochzeit noch nicht einmal 15 Jahre alt. Die Folgen sind gravierend: Sie mĂŒssen die Schule verlassen, werden meist sehr frĂŒh schwanger, erleben hĂ€ufig Gewalt und haben keine Chance auf ein eigenes Einkommen.
Die GrĂŒnde dafĂŒr, warum MĂ€dchen so frĂŒh verheiratet werden, sind vielschichtig: In Zeiten von Krisen oder Krieg sehen Eltern darin hĂ€ufig den einzigen Weg, ihre Töchter zu "schĂŒtzen". Auch Armut kann ein Auslöser sein. In vielen FĂ€llen jedoch geschieht es aufgrund von tief verwurzelten traditionellen Vorstellungen und Praktiken.
Insgesamt haben bereits 32 afrikanische LĂ€nder Gesetze verabschiedet, die das Mindestalter fĂŒr die EheschlieĂung auf 18 Jahre oder Ă€lter festlegen. Das Problem löst das jedoch noch nicht. Aufgrund fehlender Geburtsurkunden lĂ€sst sich das Alter der MĂ€dchen oft gar nicht feststellen. AuĂerdem werden Kinderehen oft nicht auf offiziellem Weg, sondern nach traditionellen Rechten geschlossen.
Gesetze allein reichen deshalb nicht aus. Vielmehr mĂŒssen soziale Normen und Werte verĂ€ndert werden, die dazu fĂŒhren, dass MĂ€dchen im Kindesalter verheiratet werden. "Nur wenn Jungen und MĂ€nner ein Teil der Bewegung werden, werden Millionen von MĂ€dchen auf der Welt endlich die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben haben", betont Maike Röttger.
Toni Garrn, Botschafterin von Plans Because I am a Girl-Bewegung, war ebenso bei dem Side-Event dabei und plĂ€dierte fĂŒr einen Lösungsansatz, der nicht nur Frauen mit einschlieĂt. "MĂ€dchen und Jungen, VĂ€ter und MĂŒtter, Familien und Gemeinden - alle mĂŒssen daran mitwirken, dass sexistische Normen, die die Ursache fĂŒr Geschlechterungleichheit und Kinderheirat sind, abgeschafft werden. Wir mĂŒssen alle gemeinsam an einer Lösung arbeiten." Die 25-JĂ€hrige engagiert sich mit ihrer Stiftung, der Toni Garrn Foundation, zusammen mit Plan fĂŒr die StĂ€rkung und Bildung von MĂ€dchen. "FrĂŒhverheiratung ist einer der hĂ€ufigsten GrĂŒnde, warum MĂ€dchen die Schule abbrechen mĂŒssen", sagt sie.
Mit unserem Programm "Champions of Change" bilden wir von Plan International Jungen und MĂ€dchen gemeinsam zu Botschaftern fĂŒr die Gleichberechtigung aus und setzen uns dafĂŒr ein, dass traditionelle Rollenbilder aufgebrochen werden. Die Jugendlichen lernen, wie sie sich gegen Gewalt, Diskriminierung und Stereotype wehren können und dass MĂ€nner und Frauen die gleichen Rechte haben. In anderen Programmen arbeiten wir mit VĂ€tern zusammen, um sie ĂŒber die negativen Auswirkungen von Kinderheirat aufzuklĂ€ren. Lehrer und FuĂballtrainer schulen wir darin, wie sie sich aktiv fĂŒr Gleichberechtigung einsetzen können - zum Beispiel indem sie MĂ€dchen durch Sport ermutigen, fĂŒr ihre Rechte einzutreten.












