Crude SS - Destroy Capitalism
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Crude SS - Destroy Capitalism

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Crude SS and Namatay sa Ingay tonight! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . #crudess #namataysaingay #rebuschaos #humo #krimewatch #demenciaalkoholika #extendedhell #brooklynhcpunk #nyhc #hcpunk #brooklynpunk https://www.instagram.com/p/BwerS2cFF19/?utm_source=ig_tumblr_share&igshid=13p6hi2qf2dni
Punk mal ganz nüchtern
“Hey Köpi, heute spielen deine Krustenbands hier!” rülpst mir der imaginäre Punk in meinem Kopf entgegen. Scheiß Luft im viel zu ausverkauften SO36. Die Ventilatoren laufen auf Hochtouren und so kann ich’s echt vergessen vollgequalmt zu werden. Ich wollte eigentlich beim Duft von ungewaschenen Dread-Iros in meinen Erinnerungen schwelgen, aber die Lüftung macht mir da einen Strich durch die Rechnung. Meine Erkältung dankt auch, Scheißverein! Krustenpunk ist nicht mehr das was es mal war; hier ist jedenfalls nicht jede*r zweite mit Patch-übersähter Jeansweste ausgestattet. Keine verfilzten Iros, die nur noch am Hinterkopf wachsen, keine Glatzköpfe mit Vollbart(Vorsicht; alle Glatzköpfe mit Vollbart sind AfD-Wähler!). Sowieso ist der Anteil weißer Männer sehr gering, sehr heterogenes Publikum möchte mensch meinen. Fast wäre das wikingerhafte Auftreten einer Gruppe Jugendlicher mir negativ aufgefallen, aber da die Würstchenbande spanisch spricht muss es sich um die ärmsten und gleichzeitig verachtenswertesten Wesen in dem Konzertraum handeln; Teilnehmer eines Junggesellenabschiedes. Berlintypisch komme ich erst nachdem die zweite Band gespielt hat. Vorher spielen erfahrungsgemäß eh nur Schülerbands. Scheiß Sound und keine Bewegung im Pit. Braucht kein Mensch. Komisch, dass das SO schon zu 76%gefüllt ist, weil aber viele Besucher*innen schon dicht sind können die ersten Bands echt nur mistig gewesen sein. Schnell ne Molle bei der netten Barfrau ziehen und ab vor die Bühne. Es spielen Gatecreeper. Mieser Krach und unverständliches Gröhlen vom Sänger, der sicherlich auch mit beiden Gitarristen und dem Schlagzeuger verwand ist. Der Basser ist AfD-Wähler. Dass die Band zwei (2!) Gitarristen und einen Basser hat, ergibt auch nur optisch Sinn. Alle spielen das Gleiche. Wer auf Carcass steht hat hier keinen Spaß, mieser Abklatsch und bestenfalls für die nächste Crowdkill-Orgie geeignet. Positiv fiel mir mein Nachbar nach dem zweiten Song auf. Ich liebe Haare in meiner Fresse! Wie erkläre ich meinem Freund jetzt deine Zotteln auf meinem Pullover, du dämlicher Stehpisser! Endlich geht die Südstaaten Black-Sabbath Coverband von der Bühne und der Ventilator stresst wieder. Wie zugekokste Rockstars betreten nun Crude SS die Bühne. Ich liebe es ja wenn Bands mit den beiden Buchstaben kokettieren. Ich hab dann sofort Verständnis und empfinde tiefe Sympathie für die Künstler. Der Auftritt war mega stabil, hätte auch ne Probe sein können. Betrunken. Jeder spielt seinen Song manchmal sogar zu ende, bloß nicht gemeinsam. Dazu Ansagen die unsinnig unpolitisch sind, vorgetragen von einem wankendem Bierfass, das mal aussehen wollte wie Robert Smith von the Cure. Tolles Konzept. Da bekomm’ ich glatt Lust auf Saufen trotz Erkältung. Nie hab ich mir den Spielverderber von der Stagecrew so sehr herbeigesehnt wie nach dem (gefühlt) 21sten Song dieser Band. Die beiden S im Bandnamen standen für Sacksahne, soviel steht fest. Nach meinem ersten Toilettenbesuch war ich froh feste Schuhe angezogen zu haben. Nicht dass betrunkene Punks nicht wüssten wieviele Kerle an ein Pissbecken passen, nur das mit dem Treffen war eher kreativ interpretiert. Danke, dass mich niemand gelyncht hat als ich vermutlich als einziger Freak meine Hände gewaschen habe. Was dann kam war zumindest vorhersehbar. Wolfbrigade haben genau das abgespielt was in dutzenden YT-Videos vorher schon bis zum erbrechen einstudiert werden konnte. Dementsprechend reagierte auch das Publikum sehr akkurat. Es wäre fast ketzerisch zu denken es gäbe Bierduschen oder weitere Haare in meiner Fresse, du Arschnase! Mit atmosphärischen Samples vom Band(vermutlich ein USB-Stick den der arme Tontechniker abspielen musste) lockerte die Band den Song auf, den sie wieder und wieder und wieder bis zum Erbrechen spielte. Insgesamt 14 mal wurde immer der gleiche Song angestimmt, nur das Ende variierte um dann die Bewegung im Pit zu dirigieren. Äußerst geschickt diese taktische Manipulation. Die Musiker, so mensch sie so nennen will, waren allesamt agiler als ihre Vorgänger. Das kann wohl darauf zurückgeführt werden, dass sie aufgeregt waren. Süß, aus denen kann mal was werden. Bloß nicht den Anschluss verlieren. Zum Glück hab ich mich wie viele Besucher*innen heut Abend dazu entschlossen nicht unnötig Bier zu trinken. Der Boden war auch nur marginal mit Bierflaschen dekoriert. Ich konnte meinen guten und sicheren Stehplatz für den letzten Act noch behalten. Der erste Song von Disfear ging circa eine viertel Stunde. Ohne echte Unterbrechung hat der scheiß Musikschüler am Schlagzeug durchgezogen. Der Sänger hat es verstanden und das einzig legitime Kleidungsstück zu seinem Bart angeführt; ein Truckercap. Würde er jetzt “on the road again” singen hätte der Abend wenigstens noch eine positive Wendung nehmen können. Statt dessen verstand er sich mit seinem Basser darauf regelmäßig auf denjenigen Gitarristen zu zeigen, der gerade ein scheiß Solo zockt. Welcher nicht von Mehlwürmern zerfressene 80er-Jahre Metaller braucht heute noch Gitarrensoli? Ich checks nicht und geh nochmal am Merch vorbei. Da kommt doch noch ne gute Ansage vom Trucker Ronny; “for the feminist revolution” schreit er, vermutlich bilde ich mir das auch nur ein. Jedenfalls bekomme ich schlagartig gute Laune und Bock auf Ingwertee mit Zitrone. Die netten Boys an der Garderobe wünschen mir noch einen schönen Abend, zynisch wenn sie doch wissen müssten, dass ich erkältet, quasi totgeweiht, bin. EinWortFazit: allgemein und getrieben.
Crude SS – Crust'll Survive LP #crudess #punk #crustpunk #dbeat #karasuchaoticdistro #karasustore #vinyl
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Chaos UK singles collection, Crude SS - Who'll Survive? & Crucifix - Dehumanization #chaosuk #crudess #crucifix (at Tigers & Daggers Records)