Skye Zart, Wake in Fright (2023)
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Skye Zart, Wake in Fright (2023)

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Flood plain Fowlers Gap, watercolour and mixed media on paper, 75x105cm. A truly special place to paint, thanks @nk_nk_ for the invitation and the company. #fowlersgap #watercolorpainting #australianart #brokenhill https://www.instagram.com/p/CCxvZQyjfQR/?igshid=18302oh8efqk1
G‘day Ihr Lieben.
Zunächst eine kleine fotografische Zusammenfassung der letzten Tage.
Der Mungo Nationalpark
Der Lake Mungo, ein riesiges, vor ca 15.000 Jahren ausgetrocknetes Seenbett ist Teil des vollständig ausgetrockneten Willandra Seensystems. Am östlichen Rand des Sees erhebt sich eine Sanddüne, die wegen ihrer Länge the Wall of China genannt wird. Der Lake Mungo ist eine bedeutende archäologische Fundstelle, hier wurden - außerhalb von Afrika - die ältesten Zeugnisse menschlicher Kultur gefunden, der Mungo Man und die Mungo Woman. Darüber hinaus haben wir hier unser erstes (lebendes) Känguru gesichtet - viele weitere sollten folgen.
Broken Hill, die Bergbaustadt, deren intensives Licht viele Künstler anzog, die in den 70er Jahren hierher gekommen sind und die Bewegung Brushmen of the Bush gegründet haben. Die Stadt zeigt dadurch heute eine interessante Mischung aus Industrie und Kunst. Ebenso die nahe gelegene „Geisterstadt“ Silverton, die eben deshalb keine Geisterstadt mehr ist, weil überall Galerien eröffnet haben. Silverton war dennoch eine kleine Enttäuschung, weil sehr wenig vom alten Charme geblieben ist, dafür viel touristisch herausgeputzte Idylle. Und zwei Esel.
Silverton NSW, 2017 website / instagram / blog

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Amazing Broken Hills with the eye of the Sun #brokenhill #outbacknsw #outback #thelivingdesert #sculpture #australia #nsw #aussie #visiting #instatravel #instago #instagood #trip #holiday #travelingram #travel #gadventures #lonelyplanet #旅 #bbctravel #canon_photos #canonaustralia #wanderlust #travelblog #traveltheworld #travelwriter #aroundtheworld (at The Living Desert - Sculptures)
Bei Nullawarre, "the last town on the great ocean road", verlassen wir die GOR und fahren Richtung Norden weiter. Unser nächstes Ziel ist die Stadt Broken Hill, eine ehemalige Bergbausiedlung mit alten Industrieruinen, heute Künstlerstadt, das lustige daran ist auch, dass hier wie im benachbarten South Australia die Central Standard Time gilt, anders als im Rest von New South Wales mit der Eastern Standard Time. In Broken Hill ist es also immer eine halbe Stunde früher als im Rest des Bundesstaates. Neben Broken Hill besuchen wir auch die 25 km entfernte Silverton (und stellen die Uhr wieder eine halbe Stunde um?), eine Geisterstadt, in der ehemals, wie der Name schon sagt, nach Silber gesucht wurde.
Kaum lassen wir die Küste hinter uns, verändert sich die Temperatur fühlbar, wir übernachten im Städtchen Woolsthorpe, einer Miniatur mit einem Post Office und einem General Store, fragen die Verkäuferin nach einer Ansichtskarte von diesem Ort und sind wahrscheinlich die ersten Touristen, die ersten Menschen überhaupt, die je eine Postkarte von Woolsthorpe haben wollten, sie stellt den ganzen Laden auf den Kopf, denn irgendwo müsste eine sein, aber es gibt nur eine einzige in der Auslage, und die kann sie leider nicht hergeben. Schade, wir müssen Woolsthorpe ohne Postkarte verlassen, ich fotografiere aber zumindest den General Store, manchmal denke ich, so ein einfaches Leben, in einem General Store, mit angeschlossener Cafeteria, Tankstelle, Post und Nachrichtenzentrale in einem. Wäre das nicht etwas? Manchmal sehne ich mich danach, wie Rilke sich nach einem Buchladen gesehnt hat, versteckt, auf dem Dachboden, nach Büchern überhaupt, nach dem Gefühl, zwischen alten Büchern sitzen zu dürfen, tagein, tagaus.
Wir müssen aber weiter, die Bücher müssen warten, der General Store auch, und bald bekommen wir einen ersten Eindruck von der wirklichen Weite dieses Landes. Kurz hinter dem dicht besiedelten Küstenstreifen beginnen die endlosen Farmlandschaften, ein Haus alle paar Kilometer, ich werde das Gefühl nicht los, ganze europäische Länder würden in eine einzige Farm passen. Und etwas anderes beginnt auch hier, etwas, das ich bisher für eine Legende hielt: die Straße ist in der Tat von überfahrenen Kängurus übersät. Selbstverständlich müssen wir stehenbleiben, und ich muss ein Känguru fotografieren, aber ich werde natürlich kein Totes-Känguru-Foto posten. Es ist schlimm mit den Kängurus. Wir schwören uns, niemals nie ein Känguru zu überfahren. Amen. Und auch kein anderes Tier, die anderen muss ich bei Gelegenheit noch identifizieren, ich denke, es waren auch einige Wombats dabei.
Und dann dies! Wir fahren vollkommen unbekümmert (mal von den Kängurus abgesehen) und ahnungslos weiter auf dem Henty Highway, bis wir im Städtchen Warracknabeal ankommen. Dieses Stadtschild sehen. Und wie aus einem Munde WAAAAAAAAAS? rufen. Und dann: Umdrehen, wir müssen zurück.
Also statt nach Broken Hill weiter zu fahren, bleiben wir erst einmal in Warracknabeal hängen, das mit Nick Cave müssen wir dringendst klären. Es ist nachmittags, als wir im Infocenter ankommen, eine ältere Dame schließt gerade ab, öffnet aber freundlicherweise kurz nochmal für uns, wir lesen über Nick Caves ersten vier Jahre in Warracknabeal, lassen uns den Weg zu seinem Geburtsthaus erklären und singen in der Hitze 15 feet of pure white snow. Wenn man bedenkt, wie groß dieses Land ist, wieviele Wege nach Broken Hill führen oder auch sonstwohin, die wir alle hätten nehmen können, und wir wählen ausgerechnet diesen durch Nick Caves Geburtsstadt. Es ist ein Erlebnis, womit keiner von uns gerechnet hat, das in keinem Buch stand, und kein japanischer Tourist weit und breit. Und sonst auch niemand. Nick Cave selbst ist wahrscheinlich auch eher in Berlin als hier, aber ich bin hier, und ich bin fast glücklich.
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