Menschliche Fabelwesen!
Der Begriff Chimära oder Chimäre ist bekannt aus der griechischen Mythologie und bezeichnete laut Homer ein Feuer speiendes Ungeheuer mit drei Köpfen – eines Löwen, einer Ziege und einer Schlange. Auch Pegasus, Zentauren, Wassernixen und die Sphinx sind als Mischwesen aus der Mythologie bekannt.
Chimäre – mehr als nur Fabelwesen?
Die zellbiologische Wissenschaft beschreibt Chimäre als ein künstlich aus zwei Individuen zusammengesetztes Lebewesen, ein Mischwesen aus verschiedenen Arten.
Chimäre durch Organtransplantation?
Auch in der modernen Medizin ist der Begriff des Chimärismus bekannt. Eine natürliche Variante stellt die Verschmelzung von nichtidentischen Zwillingen im frühen Embryonalstadium im Mutterleib dar. Es kann sein, dass der überlebende Zwilling Gewebe mit unterschiedlicher DNA besitzt, nämlich das eigenes und das des verschmolzenen Zwillings.
Bei einer Organtransplantation behält das eingepflanzte Organ das Erbgut des Spenders. Die DNA des Spenderorgans und die DNA im Rest des Körpers unterscheiden sich und führen zu den bekannten Schwierigkeiten bei einer Organtransplantation. Der Körper nimmt das Organ als Fremdkörper wahr und versucht es abzustoßen. Die Immunreaktion wird durch Medikamente zeitlebens unterdrückt.
Eine Besonderheit hierbei ist die Knochenmarktransplantation, wie sie z.B. bei Leukämiepatienten vorgenommen wird. Da das Knochenmark die Blutzellen produziert, hat ein Patient nach einer Knochenmarktransplantation die DNA des Spenders im Blut (nach gelungener Transplantation zu 100 %). Der Patient behält seine eigene Erbinformation im Körpergewebe und die des Spenders im Blut.
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