Endlich tauchen im Paradies. Mit sieben Leuten aus Liverpool, alles erfahrene und gestandene Taucher mit 3000+ Tauchgängen, und unserem Divemaster Clark ging es früh gegen Neun direkt erstmal zum German Channel. Jener wurde von den Deutschen während ihrer kurzen Kolonialzeit hier in Palau (auch Belau) in die Korallen gesprengt, um den Zugang zwischen den Inseln zu erleichtern. Natürlich ging es um Rohstoffe, die einfacher zur Hauptinsel nach Koror gebracht werden sollten. Heutzutage ist der German Channel wegen der einströmenden bzw. ausströmenden Wassermassen bei Ebbe oder Flut ein weltbekanntes Strömungstauchgebiet. Hier habe ich auch zum ersten Mal an einem Reefhook gehangen. Das ist ein Haken, der am Fels oder an toten Korallen eingehangen wird, und an dem man dann etwa zwei Meter über der Riffkante schwebt und die vorbeischwimmenden Haie und all das andere Getier in Ruhe betrachten kann. Sehr relaxt. Der nächste Tauchgang war an der Blue Corner, welche häufig als bester Tauchspot der Welt gehandelt wird. Auch hier viele Korallen, Haie, Schildkröten, aber leider keine Mantas. Der dritte Tauchgang war ebenfalls sehr schön, man konnte sich driften lassen. Allerdings war es ein sehr regnerischer Tag und so waren die Farben natürlich nicht so intensiv. Alle Divesites sind weit weg von Koror. Man fährt etwa eine Stunde mit einem wirklich schnellen Boot. Luftlinie sind das etwa 40 km. Wir waren auch erst gegen Fünf zurück. Die Rücktour war eine einzige Tortour - strömender Regen in Kombination mit einem Schnellboot sorgt für Kälte und Nässe bis auf die Poren.
Drei Tauchgänge schlauchen ganz schön. Es gibt hier aber Typen, die machen fünf am Tag. Verrückt. Die Engländer luden mich noch auf ein Bierchen ein, da konnte ich natürlich nicht nein sagen. Es wurden dann vier und es wurden jede Menge Tauchgeschichten ausgetauscht. Die Typen sind echt hardcore, ich dagegen der typische Urlaubstaucher. Ein schöner Tag!