Covid-19 Aufruf von Compact!
dies ist eine ungewöhnliche Mail von uns â denn die Zeiten erfordern ungewöhnliche und drastische Schritte. Gemeinsam wenden wir uns sonst zumeist an die Politik. Doch mit der Corona-Krise ist jetzt auch jede*r von uns ganz persönlich gefragt. Es gibt 2,3 Millionen Campact-UnterstĂŒtzer*innen â wenn wir gemeinsam solidarisch handeln, können wir helfen, die schlimmsten Auswirkungen der Krise zu verhindern.
In italienischen KrankenhĂ€usern zeigen sich derzeit die grausamen Folgen des Coronavirus: Ărzt*innen und PflegekrĂ€fte können nicht mehr allen Erkrankten helfen, sondern mĂŒssen abwĂ€gen, wer behandelt wird. Die KapazitĂ€ten genĂŒgen nicht, um alte oder schwerkranke Menschen zu betreuen. Besonders lebensrettende BeatmungsgerĂ€te fehlen. âDiese Personen haben statistisch gesehen keine Chancen, das kritische Stadium der Infektion zu ĂŒberleben. Diese Personen werden bereits als tot angesehenâ, so drastisch beschreibt es ein italienischer Intensivmediziner.[1]
Solche Situationen drohen auch in Deutschland â wenn wir nicht schnell handeln. Die letzten Tage und Stunden zeigen: Das Virus breitet sich in Deutschland ebenso rapide aus wie in Italien.[2] Doch wir haben noch die Chance, es zu verlangsamen. Im Vergleich zu Italien haben wir einen Vorteil von einigen Tagen oder Wochen.[3] Den mĂŒssen wir jetzt nutzen: indem wir die Ausbreitung des Virus bremsen, damit unser Gesundheitssystem nicht zusammenbricht. So haben auch alle Schwachen in unserer Gesellschaft â Ă€ltere, einsame, arme Menschen â eine Chance auf eine Behandlung, die Leben rettet.
Damit das gelingt, mĂŒssen Politik und Behörden handeln. Aber auch jede*r Einzelne ist gefragt. Denn wir alle können das Virus verbreiten, auch wenn wir selbst keine Symptome zeigen. Daher unsere dringende Bitte an Sie:
Bitte bleiben Sie zu Hause, wann immer es Ihnen möglich ist. Vermeiden Sie Reisen, Termine und Treffen. Gehen Sie nicht in die Kneipe oder zum Sport und arbeiten Sie â wenn das bei Ihrer Arbeit möglich ist â von zu Hause. So schĂŒtzen Sie sich selbst, aber vor allem helfen Sie, das Virus zu bremsen. Das rĂ€t das Robert-Koch-Institut[4], denn diese Schritte waren in anderen LĂ€ndern besonders wirkungsvoll.[5] Eine âsoziale Distanzierungâ ist weder Panik noch Egoismus â sie ist ein Akt der SolidaritĂ€t mit denjenigen, die durch das Virus in Lebensgefahr geraten.
Bitte unterstĂŒtzen Sie durch das Virus besonders bedrohte Personen. Ăltere oder bereits durch Krankheiten geschwĂ€chte Menschen mĂŒssen sich vor Ansteckung schĂŒtzen.[6] Sie sind nun auf unsere Hilfe angewiesen. Fragen Sie Bekannte, Freund*innen und Nachbar*innen, die zu diesem Kreis gehören, ob Sie beim Einkauf oder anderen Besorgungen helfen können.
Bitte teilen Sie diese Informationen. Je mehr Menschen sie erhalten, desto gröĂer ist die Chance, den Kollaps unseres Gesundheitssystems zu verhindern. Die kommenden Tage entscheiden: Geht die Ansteckungsrate steil nach oben oder flacht die Kurve in Deutschland ab? Deswegen bitten wir Sie: Leiten Sie diese Mail jetzt an Ihre Bekannten weiter oder teilen Sie den Aufruf in den sozialen Medien.
Um die schlimmsten Folgen der Corona-Krise zu verhindern, zÀhlt vor allem eines: Es muss jetzt schnell gehen. Derzeit verbreitet sich das Virus bei uns exponentiell.Etwa alle drei Tage verdoppelt sich die Anzahl der Infektionen. Geht es in diesem Tempo weiter, wÀren in einem Monat bereits eine Million Menschen infiziert.[2]
Die Tageszeitung âtazâ hat vorgerechnet, was dies fĂŒr unser Gesundheitssystem bedeuten wĂŒrde: Mindestens 50.000 Menschen mĂŒssten in diesem Fall auf Intensivstationen behandelt werden â PlĂ€tze gibt es aber in ganz Deutschland nur 28.000. Und die sind zu groĂen Teilen bereits mit anderen schwerkranken Menschen belegt.[2] Gelingt es uns, das derzeitige Tempo der Corona-Ausbreitung zu halbieren, gĂ€be es in einem Monat nicht eine Million Infizierte â sondern 32.000.Ărzt*innen, Pfleger*innen und KrankenhĂ€user könnten die Krise bewĂ€ltigen.
Je weiter das Virus jedoch verbreitet ist, desto schwieriger wird es, die Anzahl der neuen Infektionen zu reduzieren. Daher unsere eindringliche Bitte: Lassen Sie uns die kostbare Zeit nutzen und gemeinsam Alles tun, um das Virus zu bremsen.
Wir hoffen auf Ihre UnterstĂŒtzung.
Mit herzlichem Dank
Luise Neumann-Cosel, Teamleiterin Kampagnen
Christoph Bautz, Campact-GeschĂ€ftsfĂŒhrer
PS: Die Corona-Krise wirft auch politische Fragen auf: Wieso ist unser teilprivatisiertes Gesundheitssystem so auf Kante genĂ€ht, dass es fĂŒr eine solche Krise nicht besser gewappnet ist? Braucht es jetzt eine finanzielle UnterstĂŒtzung Italiens, damit wir nicht alle in eine Eurokrise abrutschen? Warum ist bei dieser kurzfristigen Krise ein drastisches Handeln möglich, wĂ€hrend es bei der langfristigen Klimakrise fehlt? Und wie sieht Protest aus, wenn Demonstrationen ausfallen mĂŒssen? Ăber all dies denken wir gerade nach. Und wollen in einigen Tagen unsere Gedanken mit Ihnen teilen. Doch jetzt geht es uns erstmal um Praktisches â wir mĂŒssen alles tun, um die Krise einzudĂ€mmen.
[1]âCoronavirus lĂ€sst in Italien Ărzte verzweifeln â Entscheidungen wie in Kriegszeitenâ, Tagesspiegel, 12. MĂ€rz 2020
[2]âDas Tempo ist entscheidendâ, taz, 9. MĂ€rz 2020
[3]âGroĂveranstaltungen absagenâ, NDR-Info Podcast mit Christian Drosten, 10. MĂ€rz 2020
[4]âRisikobewertung zu COVID-19â, Robert-Koch-Institut, 12. MĂ€rz 2020
[5]âCoronavirus: Why You Must Act Nowâ, 11. MĂ€rz 2020
[6]âInformationen und Hilfestellungen fĂŒr Personen mit einem höheren Risiko fĂŒr einen schweren COVID-19-Krankheitsverlaufâ, Robert-Koch-Institut, 6. MĂ€rz 2020
Hier findest Du mehr Information: https://campact.org/cvÂ
Hier noch als Zusatzinformation eine Notrufnummer des Ă€rztlichen Bereitschaftsdienstes ausserhalb von Sprechzeiten.Â
AuĂerhalb der Sprechzeiten ist der Ă€rztliche Bereitschaftsdienst die richtige Anlaufstelle, erreichbar unter derÂ
bundesweit einheitlichen Rufnummer 116 117.Â
Ăberall in Deutschland sind niedergelassene Ărzte im Einsatz, die Patienten in dringenden medizinischen FĂ€llen ambulant behandeln - auch nachts, an Wochenenden und an Feiertagen. Auch bei der 116 117 sollten Sie Ihren Verdacht bereits am Telefon Ă€uĂern.