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Warum Verhandlungen zum 9:2 führen
Gestern hatte ich darüber geschrieben, was Verhandlungen vom Fußballspiel unterscheidet und warum es gute Gründe geben kann, nicht jeden Trumpf auszuspielen. Zum Abschluss meiner Betrachtungen möchte ich noch auf die Gründe eingehen,
Warum Verhandlungen zum 9:2 führen
Um in der Analogie zu bleiben: es gibt natürlich Verhandlungen, die für die eine Seite genau so brutal ausgehen, wie dieses Fußballspiel für den Hamburger SV. Auch dafür gibt es Gründe:
Es gibt einen mächtigeren Verhandlungspartner
In internen Verhandlungen über Hierarchiestufen hinweg gibt es oft eine Machtkomponente und Abhängigkeiten. Auch in Verhandlungen zwischen Einkauf und Vertrieb steht oft die Machtfrage im Raum. Das lässt sich ziemlich einfach in Branchen mit einem Oligopol auf einer Seite beobachten.
Mit allen Trümpfen in der Hand wird dann jeder sich bietende Vorteil ausgenützt und ein Tor nach dem anderen geschossen – ohne Rücksicht auf die Beziehung.
Es gibt automatisierte Reaktionsmuster
Speziell unter Druck reagieren wir mit Automatismen. Wenn es ganz heftig wird mit den Notprogrammen: Zuhauen oder Abhauen.
Doch auch schon vorher laufen viele Prozesse nach einem eingespielten Muster ab. Sie können das sehr gut im privaten Kontext und den vielen familiären Verhandlungen beobachten. Es gibt eine ziemlich steile Lernkurve hin zu solchen Automatismen. Sie zu überwinden ist meist deutlich aufwändiger.
Ein paar Beispiele: schweigen, Zugeständnisse machen, Schultern hängen lassen, schnippisch sein, …
Eine Verhandlungspartei ist einfach schlecht
Das fängt mit fehlenden oder falschen Zielen an, geht weiter zur Einstellung und möglicherweise auch Aufstellung (Team). Auf dem Spielfeld (am Verhandlungstisch) fehlen dann wichtige Fähigkeiten und Fertigkeiten und man gnadenlos ausgenommen.
Eine Verhandlungspartei will kein WIN-WIN, sondern nur den eigenen Vorteil
Wenn die Beziehung ausgeblendet wird und auch Abhängigkeiten nicht berücksichtigt werden, dann brauche ich auch keine Rücksicht auf meinen Verhandlungspartner nehmen. Dann werde ich rücksichtlos jeden sich bietenden Vorteil nutzen.
Ausgelöst oder verstärkt wird dieses Verhalten möglicherweise durch Prämien- und Bonussysteme. Wenn ich abwägen muss zwischen meinem persönlichen Vorteil und einem langfristig sinnvollen WIN-WIN in der Verhandlung: wofür soll ich mich entscheiden?
Wenn Sie Ihre Automatismen für die nächsten Verhandlungen positiv verändern wollen, dann rufen Sie mich an: