Die Inhaber der LehrstĂŒhle fĂŒr kritische RadikalitĂ€t, [⊠die] ihrerseits nicht mit 'den Herrschenden' paktieren, genauso wenig wie mit dem Lauf der Dinge ĂŒbrigens â es sei denn auf dem Wege von Petitionen, VortrĂ€gen oder Artikeln â, verbergen keineswegs ihre Abscheu vor denen, die sich die HĂ€nde schmutzig machen, indem sie sich gewissen ZwĂ€ngen aussetzen. Diese Professoren, die bei jenem Staat angestellt sind, den sie zurĂŒckweisen, und die kein Opfer scheuen, um ihr Monopol, ihr Territorium und ihren hierarchischen Vorrang zu verteidigen, halten sich fĂŒr integrer als das Dienstpersonal und fĂŒr frei von aller Kompromittierung. Und das Schlimmste ist, daĂ das auch noch stimmt. Das Geistige, so hat PĂ©guy beobachtet, 'ist stets in Weltliches gebettet'. Es besteht jedoch, wie mir scheint, kein AnlaĂ, sich dessen zu schĂ€men. Diese peinliche â und bisweilen befleckende â PromiskuitĂ€t versetzt die groĂgeschriebene Parole in die Lage, kleine zu zeugen, und ermöglicht es dieser gewagten Nachkommenschaft, EinfluĂ auf die Wirklichkeit zu nehmen und gegebenenfalls ein Nachleben zu entfalten.
RĂ©gis Debray: Bestandsaufnahme. Temperament, Gewohnheit, Schicksal â Lebenswege eines Intellektuellen, in: Lette International, Nr. 108/2015, S. 67f.