Zürich : bey David Herrliberger, 1749
Basslerische Ausruff-Bilder, vorstellende diejenige Personen, welche in Basel allerhand so wol verkäuffliche, als andere Sachen, mit der gewohnlichen Land- und Mund-Art ausruffen
«Baßlerische Ausruff=Bilder»
1749 erschienen die 52 Darstellungen umfassenden «Baßlerische Ausruff-Bilder» des Zürcher Stechers und Verlegers David Herrliberger (1697–1777). Er hatte im Jahr zuvor eine entsprechende Serie der Zürcher Strassenhändler publiziert. Diese Gattung von Grafi ken war seit dem 16. Jahrhundert bekannt und erlebte während des 18. und 19. Jahrhunderts eine besonders grosse Verbreitung, sei es als «Les Cris de Paris», «The Cryes of the City of London» oder «Hamburger Kaufrufe». Kaum eine grössere Stadt war ausgenommen; die Vielzahl und Vielfalt der sich in grossen Städten tummelnden Strassenhändler machten sie zu einem geeigneten Darstellungsthema. Wie auch in anderen grösseren Städten kamen in Basel Händler aus unterschiedlichen Regionen zusammen. Einige lebten in der näheren Umgebung und handelten mit verderblichen oder geringwertigen Waren; meist waren es Frauen und Kinder, die Früchte, Blumen, Käse oder auch Brennholz feilboten. Flickhandwerker wie Scherenschleifer, Korb- und Kesselflicker sind Vertreter traditioneller ambulanter Gewerbe, die fast bis in die Gegenwart anzutreffen waren. Weitere Händler, fast ausschliesslich Männer, waren auf saisonaler Wanderung und verkauften Waren, die während des Winters in Heimarbeit gefertigt worden waren; der Mausefallenhändler ist ein Beispiel dafür. Nicht alles war an jedem Tag zu bekommen; der Kochlöffelverkäufer weist mit seinem Spruch ausdrücklich darauf hin, dass er nur jedes Vierteljahr komme, also vermutlich zu den vierteljährlich stattfi ndenden Fronfastenmärkten. Waren, die nicht überall anzutreffen waren, wurden teilweise über weite Distanzen getragen, so wie die Feuersteine, deren Verkäufer vermutlich aus Frankreich kamen. Dass gerade solche Händler nicht nur Erzeugnisse lieferten, sondern an den diversen Orten auch Neuigkeiten erfuhren und verbreiteten, erfährt man mit dem Spruch des Schiefertafelhändlers aus Glarus: «Der Glarner lauft mit seinen wahren / In alle Welt: kann viel erfahren.»
Collection: Object description - HMB
Category:Baßlerische Ausruff-Bilder
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Nr. 14 (Verkäufer von Kapaunen (Masthähnen)) aus dem Blatt: Baßlerische Ausruff-Bilder, Nr. 8-16.
Kappuna Kappuna Der rufft aus vollem Hals: Capaunen Wanns niemand kaufft, muß ich erstaunen.
Nr. 17 (Verkäuferin von grünen Birnen) aus dem Blatt: Baßlerische Ausruff-Bilder, Nr. 17–25. David Herrliberger. 1749. Collection Gugelmann
Gruen-Bira
Entspräche der Geschmak der farb So wären diese bieren harb.
Die Birnen (Pyrus) bilden eine Pflanzengattung, die zu den Kernobstgewächsen(Pyrinae) in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehört.
Etymologie
Das sehr alte Lehnwort „Birne“ (ahd. bira, mhd. bir, auch bire) leitet sich vomlateinischen pirum ab, das wohl gleich der verwandten griechischenBezeichnung ἃπιον ápion einer vorindoeuropäischen Mittelmeersprache entlehnt worden ist. Die wissenschaftliche Schreibung pyrus geht auf eine das Wort mit dem griechischen πύρ pýr „Feuer“ in Verbindung bringendeVolksetymologie zurück.
Kultur-Birne
Die Früchte sind zwischen Juli und Oktober pflückreif. Die essbare Apfelfrucht, mit typischer Birnenform, wird zwischen 5 und 16 Zentimeter lang und 4 bis 12 Zentimeter breit. Sie sind saftig und süß. Man unterscheidet die Birnensorten in Hinblick auf die beste Nutzungsmöglichkeit ihrer Früchte in Tafel-, Koch- oder Mostsorten.
Wikipedia
Nr. 18 (Verkäuferin von Schmalzbirnen) aus dem Blatt: Baßlerische Ausruff-Bilder, Nr. 17–25. David Herrliberger. 1749. Collection Gugelmann
Kroomad Schmalz-Bira
Die biere sind so mild als schmalz, Wer die gern ißt, der spart das salz.
Die Römische Schmalzbirne ist eine Sorte der Birne (Pyrus communis). In Mitteldeutschland ist sie unter dem Namen Melanchthonbirne bekannt.
Beschreibung
Der Baum wird groß und bildet eine pyramidale Krone aus. Die Blätter sind eirund ohne lange Spitze, auch eiförmig und etwas herzförmig, dabei ganzrandig oder undeutlich gesägt und zumindest am Blattsaum wollig.
Die Früchte der Sorte sind birnförmig, ihr Kelch ist flach, ganz offen und sternförmig. Der starke, fleischige Stiel geht ohne Absatz in die Frucht über. Die Schale ist glatt, hellgrün, später hellgelb, an der Sonnenseite verschieden stark karminrot geflammt oder gestreift, mit vielen feinen Punkten und bräunlichem Rost, um Kelch und Stiel etwas gelbbraun berostet. Das Kernhaus ist sehr klein mit engen Kammern, in denen wenige vollkommene Kerne sitzen. Das gelblichweiße Fruchtfleisch ist saftvoll, leicht körnig, zunächst etwas herb, in voller Reife von ausgeprägtem Zuckergeschmack. Die Römische Schmalzbirne reift ungleich von Ende August bis Anfang September und ist für jede Verwendung geeignet.
Herkunft
Gemäß frühen Aufzeichnungen aus dem 16. Jahrhundert soll diese Sorte bereits mit den Römern nach Germanien gelangt sein. Danach verbreiteten die Klöster und Grundherren die Birnensorte weiter. Diese Obstsorte verbreitet sich dank der guten Widerstandskraft weiter, als in Europa eine kleine Eiszeit einbrach. Da in dieser Zeit generell süße Früchte selten waren, verbreiteten sich die Birnen weiter.
Als „Melanchthonbirne“ wurde sie von Andreas Göch aus Dankbarkeit benannt, da Philipp Melanchthons Lob gegenüber dem Kurfürsten August über diese Züchtung den Söhnen des Pfarrers eine Ausbildung an der Fürstenschule ermöglichte. Göch riet seinen Nachfolgern, den „Baum zu schonen und sein warten etc. um des lieben Herrn Präzeptoris [d. h. Melanchthon] willen“; noch 1906 haben Reste dieses durch Aufpfropfung erhaltenen Melanchthonbirnbaums im Pegauer Pfarrgarten gestanden.
Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei den Birnen des Hans-Georg von Ribbeck aus dem Havelland ebenfalls um diese Birnensorte.
Wikipedia
UB Basel / Basslerische Ausruff-Bilder,... [5-24]










