12. November 2018
Mein Briefkasten lernt schreiben, und meine Haustür ist ein sicherer Ort
Für einen durchschnittlichen Lieferfahrer ist es sicher ein großes Problem, all die Amazon-Bestellungen auszuliefern. Und dann das Problem, dass die Empfänger der Lieferungen so oft nicht zu Hause anzutreffen sind. Oft werden Lieferungen für mich bei den Nachbarn abgegeben, oft nehme ich Lieferungen für die Nachbarn an. Selten gehen Lieferungen unerklärlich verloren, manchmal bin ich angeblich nicht anzutreffen, obwohl ich zu Hause bin.
Einmal steht im Tracking des Pakets noch um 23:50 Uhr, dass die Lieferung “voraussichtlich heute” erfolgen würde, und ich überlege schon, ob ich nun so langsam ins Bett gehen darf, oder ob ich noch auf einen armen, Überstunden schiebenden Lieferanten warten muss. Ich entscheide mich fürs Bett, am nächsten Tag steht im Tracking, es seien “unerwartete Lieferverzögerungen” aufgetreten.
Neu sind mir nun zwei Lösungen von Amazon Logistics, meinem Briefkasten seit Kurzem offenbar Internet-of-Things-Kompetenzen zu vermitteln, was ich gar nicht wusste - und ihm heimlich Schreiben beizubringen:
Meine Haustür hat hingegen offenbar noch nicht schreiben gelernt. Deshalb nimmt der Lieferant in einem anderen Fall ein Foto des vor der Haustür abgelegten Pakets auf. Dieses Foto erhalte ich per Push-Nachricht auf dem Smartphone. Der Lieferant dokumentiert damit die Abstellung und erklärt die von der Straße gut einsehbare Haustür nebenbei zu einem “sicheren Ort”:
Na gut, solange es funktioniert. Obwohl ich mir natürlich ein bisschen Gedanken mache, wie sicher der Hauseingang noch ist, wenn der Briefkasten schon schreiben kann; wer weiß, was der sonst noch so lernt.
(Molinarius)
















