ObACHT! ACHTung! BeACHTlich! GĂ€hn! Diese Wortspiele sind fast genauso fad, wie einst BMWs Kamapgne zum BMW 1er M. âHrzrasnâ, hieĂ es damals. Etwas derart Juveniles passt nicht zum neuen PunktstĂŒck â nicht PrACHTstĂŒck! â aus MĂŒnchen. Nein, der neuen BMW 8er verursacht tatsĂ€chlich Herzrasen â mit allen Buchtstaben, die dazu gehören. Er braucht diesen Schnickschnack nicht, sondern kommt mit dem bösen Gesichtsausdruck einer Raubkatze vorgefahren. Die Eleganz dieser hat er gleich mit im Schlepptau. Was das Luxus-CoupĂ© kann, das sich direkt das S CoupĂ© aus Stuttgart als Lieblings-Duellanten ausgesucht hat? SchauÂŽn mer mal!
850i: Eine Zahlen-Buchstaben-Kombination, die manch einen an die frĂŒhen 1990er Jahre erinnert. BMW versuchte sein GlĂŒck mit einem super-flachen Luxus-CoupĂ© bereits zu dieser Zeit. Auf manch einem dieser Exemplare soll auf dem Nummernschild die Buchstaben-Kombination âFU 911â hinter der Ortsangabe gestanden haben. Subtil geht anders. Und irgendwie genoss der BMW 8er ein anrĂŒchiges Image, das zur Nummernschild-Provokation passte. Das Design? Flach, breit, zweifellos sportlich. Aber wer hĂ€tte einen V12 mit mindestens 300 PS unter der Haube des Bayern erwartet? Die Fahrleistungen? Zumindest auf der Autobahn konnten sich die 911er warm anziehen.
8er, Klappe die zweite. Das neue Luxus-CoupĂ© tritt in die FuĂstapfen des 90er-Jahre Helden
Und heute? Auch da gibt es wieder einen 850i. Dieser verzichtet jedoch auf vier Pötte und vertraut auf einen alten Bekannten, den 4.4 Liter V8 mit Twinscroll-Turbolader. Das Resultat sind bĂ€rige 390 kW/530 PS und â festhalten â LKW-artige 750 Nm Drehmoment. Daraus resultieren natĂŒrlich entsprechende Fahrleistungen, die selbst einem Zuffenhausener gut zu Gesicht stehen. Dem Allradantrieb xDrive sei Dank, beamt sich dieser BMW 8er in 3,7 Sekunden auf 100 km/h. Das VermĂ€chtnis des Ur-Modells? Die politisch korrekte Abriegelung bei 250 km/h. Nicht, dass bei Horst in Gerolfing noch ein Geweih von der Wand fĂ€llt. Das bleibt auch aufgrund des angemessenen Normverbrauchs von 10,5 Litern an der Wand.
Die MĂŒnchner nennen ihn Sportwagen, den BMW 8er. Dazu passt auch das beschriebene Aggregat. Fans dieser Zunft schrecken beim folgenden Wort zusammen: DIESEL! Und auch der geneigte Leser einer groĂen Tagesâzeitungâ mit vier Buchstaben wird bei dieser Antriebsart grollend die Faust heben. Wirft man einen genauen Blick auf den SelbstzĂŒnder, wird man feststellen, dass dies vielleicht kein Sportmotor ist, wohl aber einer, der zu einem Luxus-CoupĂ© passt, wie der Janker zur Krachledernen. 235 kW/320 PS und 680 Nm dĂŒrfen als ebenso stramm angesehen werden, wie es die Waden im entsprechenden Leder-Beinkleid zu sein haben. In 4,9 Sekunden schraubt sich das digitale Tachometer auf 100 km/h und schlieĂt sich bei der Höchstgeschwindigkeit seinem Otto-Bruder an. Der Durchschnittsverbrauch? Liegt auf dem MaĂ-Bier-Niveau eines preuĂischen Oktober-Fest-Touristen, bevor er zum unplanmĂ€Ăigen Boxenstopp muss. In Zahlen sind dies zwischen 5,9 bis 6,2 Liter.
Das Heck des BMW 8er wirkt 4er-like
Betrachtet man das neue Luxus-CoupĂ©, findet man Reminiszenzen an diverse andere BMW-Derivate. Ein wenig 6er BMW hier, ein wenig Z4-Studie dort, und ganz viel BMW 4er hier. Der BMW 8er wirkt natĂŒrlich wuchtiger, als das sehnige Mittelklasse-CoupĂ©. Wuchtig, aber nicht behĂ€big â ein wenig wie ein Vladimir Klitschko: GroĂ, schwer, aber auch sportlich und aufsehenerregend. Das zeigt sich etwa an den flachen Scheinwerfern mit optionalem Laser-Licht oder den scharfen Konturen der Motorhaube oder an den Flanken. Etwas ĂŒberdimensioniert wirkt die einteilige BMW Niere. Das passt ungefĂ€hr so gut zum Gesicht des Luxus-CoupĂ©s, wie eine goldene und mit Brillanten besetzte Rolex an das Handgelenk von Charlize Theron.
Am Heck entdeckt man schlieĂlich die Verwandtschaft zum BMW 4er: Die langgezogene Dachpartie, die in einer kecken Abrisskante am Heckdeckel endet, die rudimentĂ€r als L-Form erkennbaren RĂŒckleuchten und die zerklĂŒftete HeckschĂŒrze erzeugen die Parallelen. Dennoch erkennt man den BMW 8er als solchen.
Die inneren Werte? Klassisch und modern zugleich
NatĂŒrlich â und nur so gehört es sich fĂŒr einen sportlichen Bayern â ist das Cockpit dem Fahrer zugewandt. Das klingt ein wenig nach âDas haben wir schon immer so gemacht und das bleibt auch so!â. Nun, schlecht ist diese Idee nicht, warum also verwerfen? Und da der BMW 8er ohnehin auf das Fahrer bzw.den Piloten ausgerichtet ist, blickt man auf ein Head-Up-Display mit einer vergröĂerten ProjektionsflĂ€che inklusive 3D-Grafikdarstellungen. Scho schee!
Digital geht es mit dem BMW Live Cockpit Professional â also digitalen Instrumenten â weiter. Keineswegs kontrĂ€r, sondern absolut geschmackvoll und edel gibt sich die Einhausung der modernen Erlebniswelt. Feine Materialien wie Leder, Edelstahl und Klavierlack heiĂen die Passagiere willkommen. Sogar das Armaturenbrett sowie die TĂŒr-Ausstattung sind in Leder ausgefĂŒhrt. Da wird einem manch Tierfreund mit mahnendem Finger aufs Dach steigen. Nichts auszusetzen gibt es hingegen am besonders noblen Automatik-Hebel in Glas. Der ist schlieĂlich vollkommen vegan.
Es ist nicht alles Gold, was glĂ€nzt. DafĂŒr aber Glas!
Insgesamt legte man bei der Gestaltung des Interieurs viel Wert auf eine lĂ€ngsorientierte LinienfĂŒhrung. Der BMW 8er möchte eben ein Fahrer-Auto sein â und das in Zeiten der Ausweitung autonomer Systeme⊠Der sportliche Anspruch zeigt sich ebenfalls in der tiefen Sitzposition des 2+2-Sitzers. Klarer als der Zwiespalt zwischen Fahrerauto und autonomen Systemen ist die Bedienstruktur des Infotainments. Das versteht sogar der Host aus Gerolfing. Als Schmankerl gelten das kabellose Laden des Smartphones, der Display Key, mit dem man das Auto fernsteuern kann sowie das Bowers&Wilkins Soundsystem. Und wenn man den Sportwagen im Kleid eines waschechten GTs auf die lange Tour entfĂŒhren möchte, steht der 420 Liter fassende Kofferraum bereit. NatĂŒrlich mit automatischer Heckklappe.
Klar ist schon jetzt, dass es einen BMW M8 geben wird. Seine Fahrleistungen sind noch nicht bekannt, lassen aber schon jetzt die Mundwinkel hochfahren. Hinzu kommt ein BMW M8 GTE, der fĂŒr den Rennsport geplant wird. Als Basis-Zutaten â und das eint alle BMW 8er â kommen ein tiefer Schwerpunkt, eine ausgewogene Achslastverteilung sowie Leichtbau ins Spiel. Alu, Magnesium und Carbon unterstĂŒtzen ebenso bei einer dynamischen Fahrweise, wie der Allradantrieb, das Hinterachs-Differenzial, das adaptive M-Fahrwerk oder die Integral-Aktivlenkung.
NatĂŒrlich bringt das neue Luxus-CoupĂ© alle elektronischen Helferlein mit, die man sich vorstellen kann. Und noch einige mehr: An Bord sind eine aktive Geschwindigkeitsregelung mit Stop&Go-Funktion, ein Seiten-Kollisionsschutz, eine Ausweichhilfe und ein Vorfahrts- und Falschfahrwarner. Nicht schlecht, schlieĂlich kann selbst der beste Fahrer einmal nicht bei der Sache sein. Und der Ur-8er? Der öffnet die Klappscheinwerfer und beobachtet den Nachfolger ganz genau beim erneuten Besetzen der Nische.
530 PS sind nicht nicht das Ende. Ein M8 ist in der Pipeline
Pr-ACHT-StĂŒck: Der neue BMWÂ 8er ObACHT! ACHTung! BeACHTlich! GĂ€hn! Diese Wortspiele sind fast genauso fad, wie einst BMWs Kamapgne zum BMW 1er M.