Ein grandioses Konzert Gestern in der Galeria Lunar!

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Ein grandioses Konzert Gestern in der Galeria Lunar!

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Angela Hennessy - Falling Ginko
Acryl auf Stahl
Deniz Sesli - Ohne Titel
Technik: Collage
Material: Sprühfarbe, Plakatabrisse, Kleister
Angela Straube - Meine Urne
Neben vielen individuellen Ideen - ich stellte mir einfach unterschiedliche Menschen unterschiedlichen Alters mit unterschiedlichen Interessen vor - dachte ich daran, über was für eine Urne sich wohl meine Großmutter gefreut hätte (vor etlichen Jahren, als die Vorgaben, was in die Erde durfte und was vor allem nicht (!) sowie die Auswahl an Urnen nicht so beglückend war...).
Damals, vor über 10 Jahren, begann mein Interesse für Bestattungsformen und - Möglichkeiten. Immerhin fertigten meine Schwester und ich den Blumenschmuck für die Urne damals selbst, und zwar an dem Küchentisch, an dem unsere Großmutter jahrzehntelang gesessen, gegessen, geredet, gerätselt, gewerkelt hatte, die meiste Zeit davon mit ihrem geliebten Ehemann.
Aber jetzt die Möglichkeit zu haben, eine individuelle Urne zu gestalten, das war noch etwas anderes! Meine Großmutter liebte Handarbeit, sie liebte Blumen, sie liebte schöne Stoffe, sie liebte! All dies sollte in „meine“ Urne einfließen, an und in dieser sichtbar werden.
So setzte ich die Maße des Rohlings in eine rechteckige Form um. Entsprechende Pappzuschnitte stecken in einer Ummantelung aus Designer-Dekostoffen mit Blumenmotiv. Innen ist sie komplett mit grünem Jaquard ausgekleidet, der Urnenboden ist leicht gepolstert. Der Urnendeckel ist ebenfalls innen gepolstert und mit einer mittig gesetzten Stoffblüte versehen. So ist es also auch in der Urne blumig, der Innendeckel ist gelb bezogen und somit auch von der Farbwahl her freundlich.
Der hellgrundige Dekostoff, der für das Äußere der Urne verwendet wurde, besitzt auf der Vorder- sowie der Rückseite ein eingewebtes Blumenbouquet. Dieses ist von mir für die Vorderseite teilweise nachgestickt, mit Perlen besetzt und mit Seidenblüten bestückt worden. Die Seitenwände ziert ein mittig gesetzter, durch den Stoff vorgegebener Streifen. Der Außendeckel hat eine leichte Aufpolsterung, auf der ich Seidenblüten, Glasperlen und Blütenblätter angebracht habe, die sich teils über den Deckel zu ergießen scheinen. Die Farbigkeit der Seidenblüten greift die Farbigkeit des Jaquards auf beziehungsweise ergänzt diese.
Durch die Materialwahl ist größtenteils ein Vergehen in der Erde möglich.
Materialien:
Pappe Stoffe Nähgarn Glasperlen Seidenblumen Füllwatte grüne Kordel doppelseitiges Klebeband Heißkleber
Angela Straube
Zoë MacTaggart - Natural Vintage Glam
Bevor ich anfing die Urne zu gestalten, habe ich mir ein paar Gedanken gemacht und mich mit der Thematik auseinandergesetzt. Sterben und Tod, die Bestattungskultur - was ist und war üblich, hier und anderswo?
Natürlich hätte ich die Urne erwartungsgemäß einfach bemalen können. Als ich den Rohling jedoch in den Händen hielt, kalt und metallisch, war mir schnell klar, dass ich ganz anders vorgehen werde.
Das Leben ist vergänglich. Die Urne dann mit einem unvergänglichen Material zu gestalten, kam mir widersprüchlich vor. Gefallen hat mir der Gedanke, sich im Tod einzukuscheln. In einem warmen, gemütlichen Nest gut aufgehoben zu sein und so in die Natur überzugehen.
Also habe ich gut biegsame Zweige genommen und diese zu einer Art Kugelnest geflochten. Im Nest findet das Urnengefäß seinen Platz. Damit war die Grundform fertig. Im Gegensatz zu meinen farbenfrohen, lebendigen Gemälden, habe ich mich bei der Farbgestaltung hier für das reine Weiß entschieden. Auf mich wirkt diese Farbe neutral, leicht und licht. Im Leben wie in der Kunst hat Perfektion für mich immer was kaltes und totes an sich. Umgekehrt jedoch erscheint mir die Farbe Weiß im Tod klar und ruhig.
Nachdem ich den Rohling aus Stahl und auch das Kugelnest aus Weidenzweigen mit weißer Farbe versehen habe, kamen Daunenfedern und kleine Kristallsteine hinzu. Das Gefäß habe ich von innen komplett mit den Federn ausgekleidet, es sollte ein wirklich kuscheliges Nest entstehen.
Beim genauen Hinsehen fällt auf, das die weiße Farbe von den Zweigen bereits wieder abblättert. Auch wenn es eine unangenehme Wahrheit ist: Mit dem ersten Tag in dieser Welt beginnt der Verfall. Die Kristalle sind nicht gleich sichtbar, sollen hier und da, je nach Blickwinkel und Lichteinfall, hervorfunkeln. Sie sind Symbole für das, was vom Menschen auf der Erde bleibt. Was, bewusst oder unbewusst für die Hinterbliebenen, sein Leben ausgemacht hat – ein Lachen, ein Erlebnis.
„Natural Vintage Glam“ Urnengefäß aus Stahl, Weidenzweige, Sprühlack, Kristalle, Daunenfedern, Silikon

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Niels Heidenreich - Ohne Titel
Mich fasziniert die Idee, dass die Seele – die spirituelle Manifestation unserer Existenz – unsterblich ist, und der Körper nur eine Art Gefäß darstellt, in dem die Seele haust, bis das körperliche Leben endet. Mit diesem Leuchtobjekt, das aufgrund seiner umständlichen und etwas groben Konstruktion etwas technischer anmutet als gewollt, habe ich versucht, dieses Konzept zu visualisieren.
Die aufglühenden Leuchtdioden stehen für die Fortexistenz der Person in der spirituellen Sphäre. Da diese sich spätestens mit dem Tod von ihrer irdischen Repräsentation entkoppelt, ist mein Leuchtobjekt ebenfalls von der Urne trennbar. Tatsächlich ist es so konstruiert, dass es an Trageseilen von der Urne abgehoben werden kann, nachdem diese beigesetzt wurde. Angehörige können das Leuchtobjekt anschließend wieder mit nach Hause nehmen. Es kann dort weiter leuchten und symbolisiert so die fortbestehende Verbindung zu der spirituellen Existenz, deren körperliches Leben geendet hat.
Für den Zweck der Ausstellung ist das Objekt an eine stationäre Spannungsversorgung gebunden; ein Batteriebetrieb für die Beisetzung ist jedoch ebenfalls realisierbar.
Material: 24 weiße Leuchtdioden, 24-Kanal-LED-PWM-Treiber (Breakout-Board für TLC5947), Arduino Micro, Taster, Ein/Aus-Schalter, Lüsterklemmen, weiß isolierte Litze, lasergeschnittenes Acrylglas, lackiertes PVC-Rohr, Gewindestangen, Schrauben, Muttern, Unterlegscheiben. Software: etwa 250 Zeilen Arduino-Code.
Roksana Jachim - Home Sweet Home
Diese Urne ist bereits verkauft.
Roksana Jachim ist in einem polnischen und katholischen Elternhaus aufgewachsen. Die Themen Tod und Bestattung waren in ihrem Bewusstsein lange eindeutig negativ konnotiert – sie standen für Trauer, Leid und Unglück. Das Gefühl, dass auch ein anderer Umgang mit diesen Themen möglich sein muss, hatte sie schon länger; tatsächlich erlebt hat sie einen solchen, ganz anderen Umgang dann während ihres dreijährigen Mexiko-Aufenthalts. In Mexiko hatten Todesfälle und Bestattungen nicht nur mit Trauer zu tun, sondern wurden als Zeiten der Besinnung wahrgenommen. Der Tod wird dort nicht verdrängt und tabuisiert, sondern als etwas akzeptiert, das zum Leben dazugehört.
Diese Erfahrung war ihr sehr angenehm, insofern sie das vorher unbestimmte Gefühl bestätigte und auch Aspekte ihres vorangegangenen Studiums der Religionswissenschaften betonte. Denn gerade im christlichen Glauben hat der Tod ja viel mit Ruhe und Geborgenheit zu tun; er ist nicht eigentlich das Ende, sondern vielmehr die Vollendung des Lebens, nach der man irgendwohin zurückkehrt – zu Gott, einem bestimmten Seelenzustand, seinem spirituellen Ursprung.
Betrachtet man den Tod so, wird auch die Bestattung zu etwas anderem als einer reinen Trauerveranstaltung, nämlich zur Möglichkeit, den Verstorbenen ins ewige Leben zu begleiten, sich ihm ein letztes Mal tröstend zuzuwenden.
Diese Gedanken und Einstellungen zu Tod und Bestattung waren auch bei der Gestaltung der Urne maßgebend. Von Anfang an war klar, dass die Urne als solche erkennbar bleiben sollte, die Form also nicht verändert werden würde – quasi um die Urne als solche zu akzeptieren. Außerdem sollte die Gestaltung Schrift und damit Worte enthalten, die den Widerstreit von Trauer und Akzeptanz ausdrücken.
Bei der Wahl der Worte hatte Roksana Jachim zunächst etwas sehr Provokantes und Ironisches im Sinn, sozusagen als Antithese zum feierlichen und getragenen Habitus von Bestattungen. Während der Beschäftigung mit der Urne wählte sie dann jedoch eine versöhnlichere Aussage, um neben Ironie auch Geborgenheit mit auszudrücken. So entstand die Idee „Home Sweet Home“ als Aufschrift zu verwenden, da dieser Spruch tatsächlich beides ausdrückt: sowohl Geborgenheit als auch leichte Ironie. Damit die Aussage funktioniert, reichte es jedoch nicht, sie einfach auf die Urne zu schreiben. Vielmehr musste sie eine tatsächliche Verbindung mit dem Material eingehen – nur so gibt sie dem Objekt einen eigenen Sinn.
Die Lösung bestand darin, die Aussage auf die Urne zu sticken. So wird dem kalten Stahl der Urne eine andere Materialität gegenübergestellt, nämlich Stoff, der ja auch im Leben schon dazu genutzt wird, die Menschen zu wärmen und durch Farben Stimmungen auszudrücken. Darüber hinaus sind Stickereien etwas, das oft auf Kissen Verwendung findet – so wird die so gestaltete Urne gleichsam symbolisch zum letzten Ruhekissen, ebenso wie der Ausdruck „Home“ tatsächlich kurzzeitig für das letzte Heim des Betreffenden steht.
Hinzu kommt, dass die Restauratorin, die sehr oft sehr handwerklich arbeitet, den Anspruch hatte, eine tatsächlich handwerkliche Arbeit abzuliefern. Da das Material Stahl ihr eher fremd war, hat sie durch die Stickerei nicht nur die Urne selbst wärmer und zugänglicher gestaltet, sondern sich auch das Material erst erschlossen und damit zugänglich gemacht.
Dazu waren verschiedene Einzelschritte notwendig. Zuerst wurde das Motiv von einer Vorlage auf die Urne übertragen. Die so entstandenen Stick-Punkte galt es anschließend mithilfe eines Körners zu körnen und mit einem sehr dünnen Bohrer zu durchbohren, um überhaupt durch das Stahlblech zu dringen. Im nächsten Schritt wurden diese Löcher mit einem Bohrer von 1,3 mm auf den richtigen Durchmesser gebracht. Nachdem sämtliche Löcher gebohrt waren, wurde die so entstandene Motivfläche abgeschliffen und der unbearbeitete Stahl der restlichen Flächen aufpoliert. Danach folgte das eigentliche Sticken des Motivs in zwei unterschiedlichen Farben. Im letzten Schritt wurde die Motivfläche mit einer Häkelspitze umrahmt und die dünne weiße Kordel durch eine etwas dickere und farblich passende ersetzt.
Links: Roksana Jachim, rechts: Klaus Weiße
Text: Roksana Jachim