Lake Bled, SloveniaÂ

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Connaught Circus
Nehme einen Cappuccino und ein Belgium Shot im COFFEE DAY GLOBAL LIMITED. Dieser Franchise Laden erinnert mich stark an das Vapiano in Bonn, bei mir zuhause.. Es wird fast nicht gelacht, alle scheinen wie von einem Wirkungstreffer beeindruckt: diese Effizienz, diese Sauberkeit, diese Schnelligkeit. Die Schlange an der Kasse ist kurz. Der Kassierer lĂ€sst seine Litanei ab, groĂ oder klein (ich sage: normal), Kunden, die Belgium Shot mögen, nehmen gern auch noch Dingsda usw., er hackt auf die Cherry Tastatur wie ein Irrer, ĂŒbertönt sogar die Bollywood Banghra Musik, statt Ware bekomme ich eine Nummer, die 3, und darf mich setzen. Das kĂŒnstliche Licht â es gibt nur ein Fenster zum Connaught Central Park, und dort kann man nicht sitzen und Licht wegnehmen, dabei kann es den langen, nach innen fĂŒhrenden Schlauch eh nicht beleuchten â erfĂŒllt seinen Zweck, wie in allen Franchise LĂ€den dieser Welt. Ein Uniformierter im Corporate Design kommt an den Tisch, will abrĂ€umen. Ich sage âplease everything once againâ darauf ist er nicht gefasst. Ich wiederhole, buchstabiere, zeige auf die Rechnung, drehe mit dem horizontalen Zeigefinger vorwĂ€rts ein Rad, sage âSame, Sameâ, irgendwann hat erâs geschnallt, ich mĂŒsse den Tisch verlassen und mich an der Kassenschlange erneut anstellen. Das hĂ€ttâ ich mir ja denken können, nein, ich wusste es sogar, aber ich war unbewusst trotzig, möglicherweise mag ich gar nicht so gerne in die gefĂŒhlskalten, durchgestylten, genormten Serviceparadiese Europas zurĂŒck. Und da, die Ăberraschung, er nĂ€hert sich noch einmal, bekommt meine Erlaubnis zum AbrĂ€umen und signalisiert, er könne evtl. doch fĂŒr mich an der Kasse bestellen. Ich lege 2 Hunderter hin. Schreibe weiter, dies hier. Indien ist doch stark. Auch in dem einfachsten KaffeeabrĂ€umer lebt Indien. Jedesmal, wenn er nun an mir vorbeigeht, lĂ€chelt er mir verstĂ€ndnisinnig zu, ich lĂ€chele verstĂ€ndnisinnig zurĂŒck. Wir sind im Grunde beide voneinander begeistert, keine Fremden, waren es nie. Das ist das Gute an Indiens alltĂ€glichem Chaos: man kann es nicht normieren. Man braucht Freunde, um es zu bewĂ€ltigen. Und die hat man auch. Wenn man will. Unbegrenzt.
Es lebe die Abweichung! Es lebe die Korrektur!