Musik ist für mich der Soundtrack eines erfüllten Lebens, ein roter Faden der einen beim Erklingen der ersten paar Töne eines Songs bereits durch Raum und Zeit reisen lässt.
Ich vermisse die Zeit als ich nach durchfeierten Nächten erschöpft aber voll mit Erinnerungen und mit Musik im Kopf und Rhythmus im Blut durch die einsamen Straßen lief. Über kalte Pflastersteine, die noch vom Regen des Vortages und dem Licht der Straßenlaternen glänzten. Die Stille nur durchbrochen von meinen Schritten und entfernter Gespräche anderer Heimkehrer. Der Himmel sternenklar und die Luft so rein und kühl, das man Innehalten und den Abend nachklingen lassen möchte. Das Makeup verschmiert und die Kleidung noch klebrig vom Schweiß der Tanzfläche. Das Kribbeln eines flüchtigen Kusses noch auf den Lippen und eine wohlige Wärme im Herzen. Es kommt mir vor wie eine halbe Ewigkeit und doch fühlte es sich stets an, als würde die Zeit stehenbleiben in diesen Momenten. Die Nacht sollte nie vorübergehen und der Weg nie enden. Selbst die Einsamkeit erscheint im Rückspiegel nur noch als traute Melancholie. Ein vertrauter Begleiter auf dem Weg zur Selbsterkenntnis und der Befreiung von alten Ketten.
Alte Bande aufgebrochen und entzweit. Geblieben sind nur die Erinnerungen an Abende im Kreise vertrauter Gesichter, voll Gelächter und Gesang. Geeint durch den Drang nach Abenteuer und Freiheit. Berauscht durch Alkohol und unerschöpfliche Tanzeslust.
Schwer wird mir ums Herz, denn all das scheint längst verloren. Freunde, die keine mehr sind. Entfernungen, die unüberwindbar scheinen. Und am schlimmsten ist die Erkenntnis, dass man selbst dieser Zeit längst entwachsen ist. Es bringt nichts alten Erinnerungen nachzuhängen oder sich nach einer Wiederholung von bereits Erlebtem zu sehnen. Ein Blick zurück zeigt einem zwar von wo man kommt, doch dreht man sich nur um, übersieht man das was direkt vor einem liegt. Auch wenn die Leichtigkeit vergangener Jahre verflogen scheint, sollte man dieses Gefühl nicht überschatten indem man Vergangenem nachtrauert. Leichtigkeit ist ein Privileg, das man sich nehmen muss auch wenn der Alltag voller Pflichten und fremder Erwartungen es restlich zu erdrücken droht. Leichtigkeit für spontane Abende im Kreise alter und neuer Vertrauter, für Reisen auf neuen Wegen und das Schaffen unzähliger neuer Erinnerungen, die mich in 10 Jahren erneut voll Wehmut zurückblicken lassen.











