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Wilson, W. Daniel: Amazon, Agitator, Allegory. Political and Gender
Cross(-Dress)ing in Goethe's Egmont. In: Outing Goethe & His Age. Hrsg. von Alice A. Kuzniar. California: Stanford University Press 1996. S. 125-146. Hier: S. 132.
btw an all die schoethe fans hier, bin absolut bereit mit euch zu reden & immer für requests offen, mir ist langweilig und ich habe viel freizeit, also c‘mon sind auch anonym möglich 🙂↕️
Pairing: Johann Wolfgang von Goehte / Friedrich Schiller
Summary: Friedrich Schiller hatte sich auf vieles vorbereitet als er Goethe besuchte. Nur nicht darauf, dass sein werter Freund krank über dem Papier sass oder sein fiebriger Verstand endlich die Wahrheit sagte.
Word Count: 1858
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Der bewölkte Himmel über Weimar begrüßte Friedrich als die Kutsche endlich anhielt. Friedrichs Beine fragten förmlich danach wieder bewegt zu werden nach der langen Fahrt. Es war kühl und grau, anders als das Wetter als er in die Kutsche stieg. Im Gegensatz zu seinem letzten Besuch stand auch sein wertester Freund nicht vor dem Haus. Bei Friedrichs letztem Besuch in Weimar hatte der ältere Dichter fast schon sehnsüchtig vor der Tür gestanden und ihn sofort herzlichst begrüßt.
"Herr Schiller, was eine Ehre Euch begrüßen zu dürfen!", begrüßte eine der Hausangestellten von Goethe. Er konnte sich nie den Namen merken, aber dafür war meistens keine Zeit. Jedes Mal, wenn Friedrich den Weg auf sich nahm um Goethe zu sehen, flogen Ideen und Sehnsucht durch seine Seele. Bei jedem Abschied zerriss es fast sein Herz, wenn er sich wieder nach Jena begab.
Friedrich nickte einmal freundlich, aber die Verwunderung wo Goethe sich versteckte machte ihn leicht kribbelig. Sein Freund hatte wohl nicht vergessen, dass er ihn für wenige Tage zu sich eingeladen hatte?
Der letzte Brief, welcher Schiller vor nur drei Tagen erhielt, enthielt Zeilen eines Gedichtes an welchem sein Freund festsaß und ihn darum bat, sich Gedanken darum zu machen. Offensichtlich tat der jüngere Dichter dies und war bereit seinem liebsten Kollegen dabei auszuhelfen. Nichts war unerträglicher als Goethe, wenn er sich mit einer Schreibblockade rumschlug. Schnell hatte der Jüngere gelernt wie man den dunkelhaarigen wieder zu seiner Passion helfen konnte und vielleicht war genau sein Können die nächsten Tage gefragt.
Heute ließ Goethe auf sich warten, denn selbst als Friedrich reingeführt wurde in das Haus trat der ältere Dichter nicht auf. Ob er sich wohl im Schreiben verloren hatte? Friedrich hatte schon zugesehen, wie Goethe aufging in seiner Arbeit und selbst ein Abendmahl dafür ausfallen ließ.
Die Treppen krächzten unter den Schritten der Angestellten und Schiller selbst. Sie erklärte höfflich, dass der Herr Goethe sich in seinem Arbeitszimmer befand. Für Friedrich selbst kam die Erkenntnis, dass sein werter Freund sich gerade in einer produktiven Arbeitsphase befand. Doch schon bevor er das Zimmer erreichte, hörte er den Husten welcher auf Goethe zurückzuführen war.
"Herr Goethe, Euer Besuch aus Jena, Herr Schiller, hat uns erreicht", rief die junge Frau durch die angelehnte Türe und klopfte zwei Mal. Friedrich erschrak fast als die junge Brünette die Tür öffnete und einen blassen Goethe zur Schau gab.
Der ältere Dichter saß an seinem Arbeitstisch, aber sah verloren aus wie ein Gaul welcher seinen Reiter nicht mehr fand. Das Haar hing leblos runter und seine dunklen Augen glänzten fiebrig, die Haut blass und die Hände welche seine Feder hielten zittrig.
Sofort sah der Kranke hoch und ein Lächeln breitete sich über das Gesicht von Goethe aus. Er legte die Feder nieder und stiess sich aus seinem Stuhl hoch, dabei wies er die Brünette neben Schiller an den zwei Dichtern einen Wein zu bringen.
Aus Friedrichs Schultern verschwand jegliche Anspannung sobald das Fräulein weg war und er schritt auf Goethe zu.
"Mein werter Freund, Sie sehen kränklich aus", grüsste Friedrich und liess seinen Blick über den Älteren gleiten. Goethe sah aus als wäre er bereit für das Bett und nicht für Stunden voller Arbeit, aber Friedrich kannte den anderen Dichter gut genug. Goethe winkte ab und tupfte mit einem Tuch die Nase trocken.
"Dies ist nichts zu überdenken, mich hat nur eine leichte Erkältung erwischt", erklärte Goethe und sah mit einem strahlen zu dem jüngeren Dichter hoch.
Es war schon einige Wochen her seitdem sie sich gesehen hatten. Friedrich sah die leichte Behaarung um Goethes Gesicht.
"Ich denke Sie gehören in Ihr Bett", antwortete Schiller und musterte ihn mit einem neckenden Grinsen, "oder haben Sie angst, dass Ihnen ihre Feder wegfliegt?"
Goethe seufzte tief und liess sich wieder in seinen Stuhl fallen. Friedrich empfand den älteren Dichter als äusserst stur und eine geteilte Flasche Wein würde die Krankheit nicht automatisch kurieren.
"Vielleicht brauche ich nur frische Luft, mein Arbeitszimmer hatte mich die letzten Tage in eisernen Klauen", meinte Goethe und liess sein Gesicht in seine Hände gleiten. Schiller empfand einen Spaziergang bei Goethes Gesundheitszustand als kontraproduktiv, aber er war nicht derjenige welcher ihm irgendeinen Wunsch nicht erfüllen würde, dafür war ihm der ältere Dichter zu sehr ans Herz gewachsen.
"Es ist sehr stürmisch, es wird wohl Regnen", liess Friedrich Goethe wissen. Es war nicht sehr produktiv im Regen zu tanzen, wenn eine Erkältung sich schon im System von dem Dunkelhaarigen ausbreitete. "Habt Ihr schon einen Arzt gesehen?"
Goethe winkte ab und schüttelte seinen Kopf, "ach dies ist eine harmlose Erkältung. Wir sollten eine kurze Runde betätigen, ich habe zu Ihrem letzten Brief nämlich viele Fragen."
Natürlich sagte Friedrich nicht nein zu dem Angebot von Goethe. Zeit ausserhalb des Hauses am Frauenplan war immer Willkommen…vielleicht auch weil sich die beiden Dichter schon Orte ausgesucht hatten an welchen sie absolut ungestört miteinander reden konnten.
"Na gut, aber nur wenn Sie uns danach einen warmen Tee und eine Mahlzeit organisieren, Sie sehen mir aus als nagten sie am Hungertuch", antwortete Friedrich mit einem sanften Lächeln auf seinen Lippen. Friedrich kannte das, wenn die Krankheit übernahm und der Frust zum Schreiben, dann vergass man gerne das Mensch ja regelmässige Mahlzeiten einnehmen musste.
"Dann lassen Sie uns gemeinsam raus, bevor der Regen uns noch überrascht", sagte Goethe und stemmte sich erneut hoch. Diesmal sah die ganze Angelenheit wackeliger aus und Schiller streckte seine Hand aus um den älteren Dichter zu stabilisieren. Niemals sollte Friedrich mit seinem Freund so eine Exkursion durch Weimar machen. Das würde Goethe nur Unheil bescheren und dies wollte er verhindern. Er sah Goethe ernst an und fragte ob er nach einem Arzt rufen lassen sollte. Goethe wollte erneut abwinken, aber seine zittrigen Beine liessen ihn endlich aufgeben.
"Sie überschätzen sich Herr Goethe!" seufzte Schiller tief und war froh, dass der ältere Dichter sich auf den Stuhl sass. "Würde es Ihnen helfen, wenn ich Ihnen etwas meiner Werke vorlesen würde?"
Das Angebot kam so einfach über Schillers Lippen, als steckte gar nichts dahinter. Doch in Goethes Augen blitzte eine Freude auf welche nicht erklärbar war.
"Sie lesen mir etwas vor?" fragte Goethe mit einem Grinsen welches er nur für Schiller reserviert hatte. Niemand sonst bekam dieses zu Gesicht, nichtmal die Frauen welchen ihm schöne Augen machten wurden damit beschenkt.
Schiller lächelte aufmunternd, "einen Krug Tee und eine Ruhepause würde Ihnen bestimmt guttun, wenn ich Ihnen im Gegensatz ein Gedicht verspreche und Ihre Arbeit währenddessen durchlese?"
Goethe nahm dieses Angebot sofort an. So lief Schiller zur nächsten Bediensteten, welche nur zwei Türen weiter putzte, wo er erklärte das Sie sich Tee wünschten anstelle des Weines. Während Goethe sich seinem Gehrock entledigte und ihn aufhing, tat Schiller dasselbe.
"Sie sollten ein warmes Fussbad nach einer Ruh einfordern", meinte Schiller als er wenig später aus seiner Tasse trank, "dies beruhigt die Nerven und die Nebenhöhlen."
Goethe seufzte kläglich, "da bleibt so viel Arbeit liegen!"
Friedrich schüttelte belustigt seinen Kopf, "ich weiss Sie sind kein Fan von Ruhe, doch diese brauchen Sie heute."
"Wo bleibt denn mein Gedicht?" hinterfragte Goethe und unterdrückt ein Niesen.
So sass Friedrich sich neben dem Bett nieder. Er sah Goethe bisher noch nie so fragil und intim, bis auf das eine Mal wo sie sich spontan ihrer Kleidung entledigt hatten um in einen See zu springen, aber er mochte es sehr.
"Das klingt nach dem Goethe welchen ich kenne", lächelte Schiller und war froh, dass sich dieser endlich ein wenig normaler zeigte nun wo er im Bett lag.
Oh Friedrich wusste, dass der Dichter vor ihm stur wie ein Esel war. Doch genau das mochte er so an ihm.
"Also Johann…", fing Schiller an und legte eine Hand auf die Stirn des kranken Dichters.
"Johann?", hinterfragte Goethe mit einem breiteren Grinsen auf dem fiebrigen Gesicht.
Schiller seufzte, "Sie glühen förmlich!"
"Sagen Sie es nochmal", forderte Goethe und seine braunen Augen glänzten neben dem Fieber nun auch mit etwas anderem.
"Sie glühen förmlich?" fragte Friedrich verwirrt und blinzelte irritiert bei dem Wunsch des Dichters. Goethe liess sich stöhnend in das Kissen fallen und schüttelte seinen Kopf, "nein meinen Namen, sagen Sie diesen nochmal!"
"Johann?"
Der ältere Dichter grinste dämlich und nickte. Das der Vorname einfach so über Schillers Lippen flog gefiel ihm sehr, er wollte ihn immer wieder hören. Es klang so…vertraut, fast wie zu Hause eintreten. Als wäre sein sicherer Ort keine vier Wände, aber der Dichter genau vor ihm.
"Sie haben hohes Fieber, Sie sollten schlafen", meinte Friedrich und sah mit einer ernstes besorgnis seinen Freund an. Goethe grinste dämlich und setzte sich leicht auf, "bleiben Sie denn bei mir?"
"Sollte ich nicht Ihre Arbeit durchlesen?" hinterfragte Friedrich verwirrt. Goethe hatte echte Stimmungsschwankungen, ein Arzt wäre hier sicher angebracht. Seufzend betrachtete der ältere Dichter seinen Freund und schüttelte seinen Kopf.
"Sie könnten mir einfach ein wenig Gesellschaft leisten, ich habe immer noch Fragen zu ihrem Brief," antwortete Goethe mit einem sehnsüchtigen Lächeln bevor er weiterredete," und meine Arbeit können sie ja immer noch lesen, aber jetzt geniesse ich Ihre Anwesenheit, Friedrich."
Johann lächelte liebevoll als er eine Hand nach dem jüngeren Dichter ausstreckte. Schiller blieb wie vom Blitz getroffen sitzen als die Hand seine Wange berührte.
"Himmel, Goethe, sie werden mich noch anstecken", beschwerte sich Friedrich, aber ohne jegliche Wut…denn die Hand an seiner Wange war angenehmer als jegliche Berührung eines Fräuleins welches er in sein Bett einlud.
"Wär es denn so schlimm, wenn Sie neben mir lägen?" fragte Goethe nach und dies liess Schillers Atem stocken. Der verbotene Gedanke kam ihn schon öfters, aber nun so offen aus dem Mund seines werten Freundes?
Goethe und Schiller sahen sich schweigend an als der Ältere seinen Daumen über die Wange von Schiller gleiten liess.
"Johann…" flüsterte der jüngere Dichter und sah Goethe mit grossen Augen an. Alles in ihm kribbelte, als wäre er in eine Ameisenfarm spaziert.
"Ja Friedrich?" fragte der Ältere genauso leise und beugte sich vor.
Der Angesprochene räusperte sich leicht, "was tun Sie mit mir?"
"Das was ich tun wollte seitdem wir unseren regen Briefaustausch gestartet hatten", antwortete Goethe bevor er seine Lippen auf die von Friedrich legte.
Beide Lippen waren rau, Goethes sogar leicht aufgeplatzt von der Erkältung welche ihn plagte, aber für beide war dies eine Erfahrung die keiner missen wollte. Friedrich löste sich mit glühenden Gesicht, wahrscheinlich wärmer als das des fiebernden Goethes.
"Ich hoffe ich habe Ihnen meine Erkältung nicht zugesteckt", entschuldigte sich Goethe sofort und sank müde, aber glücklich, in seine Kissen zurück. Schiller schüttelte nur leicht seinen Kopf und für das er ein Mann war welcher sich mit Worten gut auskannte hatte er diesmal keine.
"Selbst wenn…war dies für meine Erfahrung mit Ihnen mir absolut recht", flüstert Friedrich immer noch rot im Gesicht und starte liebevoll den müden Dichter an. Dieser schloss seine Augen und spürte wie der Jüngere seine Hand ergriff, dankbarerweise war die Tür geschlossen. Dieser intimer Moment war doch einer der Sünde und Friedrich fragte sich wie so etwas wunderschönes, denn von dem Herr allein verboten werden konnte…
Mit sanften Blick sah Friedrich zu wie Johann langsam in einen fiebrigen Schlaf glitt. Der Dichter würde bestimmt später besser gelaunt aufwachen und Friedrich zog mit einer Vorsicht die Decke ein wenig höher.
"Ruh dich aus…Johann."
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