TVSTRANGERTHINGS

Love Begins

Origami Around

shark vs the universe
trying on a metaphor
Mike Driver

titsay
official daine visual archive

Discoholic đȘ©

bliss lane
KIROKAZE
RMH
Not today Justin
Lint Roller? I Barely Know Her
NASA
Today's Document
Jules of Nature

oozey mess

romaâ
seen from United States
seen from Germany
seen from Malaysia

seen from United States
seen from United States
seen from United Kingdom
seen from T1

seen from Malaysia

seen from United States

seen from United States
seen from Sweden

seen from Singapore
seen from Brazil
seen from United States

seen from Singapore
seen from United States

seen from United States

seen from India

seen from United States
seen from Japan
@michaelfaessler

Anya is live and ready to show you everything. Watch her strip, dance, and perform exclusive shows just for you. Interact in real-time and make your fantasies come true.
Free to watch âą No registration required âą HD streaming

Anya is live and ready to show you everything. Watch her strip, dance, and perform exclusive shows just for you. Interact in real-time and make your fantasies come true.
Free to watch âą No registration required âą HD streaming
11. Oktober, Teheran
Der Bus in die nĂ€chstgrössere Stadt fĂ€hrt nicht um 8 Uhr, um 9 Uhr oder um 10 Uhr. Der Bus fĂ€hrt dann, wenn alle PlĂ€tze besetzt sind. Doch der Bus, der nun bereits eine Weile im Dorfeingang von Masouleh steht, ist nicht voll besetzt. Eher knapp zur HĂ€lfte. Der Buschauffeur stellt den Motor an. Dann steigt er wieder aus, diskutiert mit einem alten Mann, schaut hoch ins Dorf, vielleicht kommt da ja noch jemand, und steigt dann wieder ein. Der Bus fĂ€hrt nun zwei Meter nach unten, dann ist wieder fertig. Der Chauffeur schaut in den RĂŒckspiegel. Er hupt. Und stellt den Motor wieder ab. So geht das Spiel ein paar Minuten lang weiter, bis eine Passagieren lautstark protestiert: Abfahren! Der Chauffeur bellt zurĂŒck. Der chinesische Tourist vorne rechts wird langsam ein bisschen nervös. Und dann fĂ€hrt der Bus tatsĂ€chlich ab in die nĂ€chstgrössere Stadt, wo ein anderer Bus wartet. Kurz vor dem Eindunkeln kommt der Bus in Teheran an. Neben dem Bus steht ein junges Paar: Eine Ingenieurin, ein Ingenieur, beide Mitte zwanzig, verheiratet. Der Vater holt sie gleich ab, sie fahren ins Stadtzentrum, im Auto hat es Platz fĂŒr alle, die Taxifahrer sind Halsabschneider, wollt ihr mitfahren? Ăber die Motivation des Paars, zwei wildfremde Reisende einfach so anzusprechen und ins Auto einzuladen, kann nur spekuliert werden: Vielleicht ist es eine Mischung aus lokaler Gastfreundschaft (âEs ist unsere Pflicht, auslĂ€ndischen Touristen zu helfenâ) und ĂŒbersteigertem Sicherheitsbewusstsein (âTrau nie einem Fremdenâ). Das Paar will wissen, in welches Hotel es denn gehen soll. Die Antwort: Keine Ahnung, irgendwo im Stadtzentrum. Das Paar spricht sich mit dem Vater auf Farsi ab und zwanzig Minuten spĂ€ter hĂ€lt das Privat-Taxi auf einem HĂŒgel im Norden der Stadt im Eingangsbereich des schicksten aller FĂŒnfsternehotels der Stadt: Ein Hotel, das einmal zur Hilton-Gruppe gehörte. Dann kam die Revolution. Das junge Paar kommt mit, um die Preise zu verhandeln - und realisiert dann selbst, dass 200 Dollar pro Nacht fĂŒr ein etwas in die Jahre gekommenes Luxushotel ein bisschen off limits ist. Nach einer kurzen Diskussion auf Farsi schlĂ€gt das Paar vor: Kommt doch heute Abend einfach einmal fĂŒr eine Nacht zu uns nach Hause, es hat genĂŒgend Essen fĂŒr alle. Auf dem Weg zur Wohnung im Norden der Stadt beginnt das, was immer beginnt, sobald man in diesem Land von wildfremden Menschen eingeladen wird: Ein sorgfĂ€ltiges, gegenseitiges Herantasten. Was darf man sagen, was besser nicht? Darf man sagen, dass man nicht verheiratet ist? (In der Regel lautet die Antwort: Ja). Funktioniert in dieser Konstellation Sarkasmus? (In der Regel lautet die Antwort: Eher nicht) Beim Eintreten im Apartment im vierten Stock geht das Herantasten weiter: Ist es okay fĂŒr den Besucher, der Mutter die Hand zum Gruss auszustrecken? (Nein, ist es nicht.) Ist es okay fĂŒr die Besuchern, das Kopftuch abzuziehen? (Ja, ist es.) Im Fernsehen im Hintergrund lĂ€uft eine Kochsendung auf Farsi. Die Frauen tragen keinen Hijab, das Programm wurde im Ausland fĂŒr Iraner aus der ganzen Welt produziert. Und es ist natĂŒrlich illegal. 95 Prozent der Iraner besitzen eine illegale SatellitenschĂŒssel, sagt der Vater. Ab und zu gibt es eine Kontrolle. Dann kommen die Behörden und rĂ€umen die SatellitenschĂŒsseln ab. Und am Abend stehen dann neue auf dem Dach. WĂ€hrend des GesprĂ€chs stellt sich heraus, dass der jĂŒngere Sohn viel religiöser ist als der Rest der Familie. Er ist auch derjenige, der ĂŒberzeugt ist, dass das Fernsehprogramm im Hintergrund von Zionisten produziert wurde, um den Gottesstaat zu untergraben. Der Vater stellt den Sender um: Fussball. Iran spielt heute Abend gegen SĂŒdkorea. Das Stadion ist nur ein paar hundert Meter entfernt, es ist gerade Halbzeitpause. Man sieht einen Imam, der in der Mitte des Rasens ein trauriges Lied singt, die Fans sind ausnahmslos schwarz gekleidet, manche weinen. Der heutige Abend markiert den Höhepunkt von Ashura, der zehntĂ€gigen Trauerprozession fĂŒr den verstorbenen Imam Hussein, einen MĂ€rtyrer der Schia. Nach dem Essen sagt das junge Paar: Kommt mit. Auch auf der Strasse in diesem schicken Stadtviertel im Norden Teherans tragen die Menschen schwarz. Auf einmal kommt ein Trauerumzug um die Ecke: Vier MĂ€nner trommeln, die anderen laufen ihnen hinterher und peitschen sich symbolisch selbst aus, um das Leid mit dem verstorbenen Imam zu teilen: Erst mit der rechten Hand ĂŒber die rechte Schulter, dann mit der linken Hand ĂŒber die linke Schulter. Der Umzug kommt nĂ€her. Der Bass der Trommeln ist jetzt so tief und schwer, dass links und rechts ĂŒberall die Alarmanlagen der Autos losgehen.
8. Oktober, Ramsar
Ein paar hundert Meter hinter der KĂŒste des Kaspischen Meers erstreckt sich eine majestĂ€tische grĂŒne HĂŒgelkette. Eigentlich gibt es keinen Grund, auf diese HĂŒgelkette eine Gondelbahn zu bauen: Oben ist einfach ein dichter Wald, es gibt fast nichts zu sehen. In anderen LĂ€ndern wĂŒrde man hier wohl nicht einmal eine Strasse hochbauen. Aber die Gondelbahn ist da. Und mit ihr ziemlich viele lokale AusflĂŒgler. Zwischen der Bergstation und dem eigentlichen Gipfel wurde ein Weg zwischen die BĂ€ume geteert - es sieht genauso lieblos aus, wie es klingt. An diesem Weg sĂ€umen sich Shisha-CafĂ©s, Hamburger-Joints und GlacĂ©-StĂ€nde. Aber vielleicht ist alles eher Kulisse, vielleicht kommen die jungen Paare nicht in erster Linie hierhin, um sich ab der Landschaft zu ergötzen, sondern weil ihnen der dichte Wald Schutz vor neugierigen Blicken spendet. Da sitzen die jungen Paare also auf ihren Picknickdecken, trinken Tee und machen massenhaft Fotos. Nicht von der Umgebung allerdings, sondern von sich selbst. Doch ehe man als Betrachter jetzt in eine kulturpessimistische Haltung verfĂ€llt, soll hier einmal dies gesagt sein: Vielleicht ist das Selfie in einem autoritĂ€ren Regime nicht einfach eine leere Geste. Vielleicht ist das Selfie im Iran sogar eine der effektivsten Möglichkeiten der Selbstdarstellung.

Anya is live and ready to show you everything. Watch her strip, dance, and perform exclusive shows just for you. Interact in real-time and make your fantasies come true.
Free to watch âą No registration required âą HD streaming

Anya is live and ready to show you everything. Watch her strip, dance, and perform exclusive shows just for you. Interact in real-time and make your fantasies come true.
Free to watch âą No registration required âą HD streaming