⊠sind die Möglichkeiten natĂŒrlich auch grenzenlos. Zumindest vom Angebot in der Stadt. In unserem Alter sind wir nach einem Tag in New York ziemlich geschafft und können uns nicht an jedem Abend aufraffen.
Am Tag unserer Ankunft gehen wir abends noch in eine Bar, die Clinton Hall. Dort wird gespielt, ein DJ macht Musik, viele junge Leute treffen sich auf einen Drink. Die Barkultur in New York hat mich schon immer begeistert. Ganz unterschiedliche Leute mit unterschiedlichen HintergrĂŒnden und NationalitĂ€ten sind abends zusammen und haben eine gute Zeit. Das gibt es bei uns meines Wissens nur vereinzelt.
Am Geburtstag gehen wir abends gut essen. In Manhattan gibt es 72 Sternerestaurants, davon 5 Restaurants mit 3 Sternen. Wir gehen ins Dirt Candy, ein vegetarisches Restaurant in der Lower East Side mit einem Stern. Es gibt ein MenĂŒ mit 5 GĂ€ngen. Karotten Mille Feuille, Pilzmousse, Erbsenravioli, eingelegten Brokkoli und eine halbgefrorene Erbsenburrata zum Nachtisch. Alles sehr lecker. Ich nehme die Weinbegleitung dazu. Die Weine stammen vor allem von Winzerinnen, die ökologische Weine anbauen. Uns hat im Vorfeld auch gut gefallen, dass es sich um ein âno tipâ-Restaurant handelt, d.h. es gibt keine Trinkgelder weil die Politik im Dirt Candy ist, die Mitarbeiter gut zu bezahlen. Ansonsten sind in den USA inzwischen Trinkgelder in Höhe von 20% ĂŒblich.
Eigentlich wollen wir nach dem Essen noch in eine Rooftopbar und den Blick in die Nacht von Manhattan genieĂen. In der ersten Bar, die wir ansteuern, der Strand Bar, sind alle Fensterscheiben geschlossen. Das gefĂ€llt uns nicht. Wir ziehen weiter und probieren es im Magic Hours im Moxy Hotel. Die Schlange vor dem Eingang deuten wir als eher gutes Zeichen, aber als wir oben ankommen sind wir doch eher irritiert. Die typischen GĂ€ste sind weiblich, operiert (ohne hier in Details gehen zu wollen) und damit beschĂ€ftigt, fĂŒr Selfies zu posen. Wir ergreifen schnell die Flucht. Das ist nicht unsere Welt. Ohnehin ist es mit den Rooftop Bars in diesem Jahr etwas schwierig. Am Ende gehen wir in eine einzige Rooftop Bar, LeBain & The Rooftop @ The Standard. 444 West 13th Street. Zwischen Chelsea Market und Whitney Museum mit einem schönen Blick auf den Hudson River und Lower Manhattan.
Wir gehen noch ein weiteres Mal gut essen, ins Buddakan am Chelsea Market. Die asiatische FusionkĂŒche ist ausgezeichnet, das Ambiente ebenfalls beeindruckend. Die Empfehlung von Frank war ein guter Tipp. Neben uns sitzt ein Paar mit Essgewohnheiten, die wir sonst eher aus dem Zoo kennen. Dabei guckt jeder auf sein Handy, gerne auch mal ein Video mit Ton, aber das stört uns nicht weiter.
An den anderen Tagen nehmen wir unser Abendessen meistens bei ShakeShack, unserem Lieblingsburgerladen, ein. Die vegetarische Variante wird allerdings wohl nicht oft nachgefragt und ist oft nicht verfĂŒgbar. In direkter NĂ€he des Hotels gibt es einen ShakeShack, bei dem wir drauĂen sitzen können. Danach geht es dann oft noch in den Bryant Park, wo wir die Aussicht genieĂen, ein bisschen Musik hören und den Leuten zusehen. Und da ich gerade ĂŒber das Essen schreibe ergĂ€nze ich hier mal noch ein paar unserer LieblingslĂ€den. Morgens gibt es auch im Hotel FrĂŒhstĂŒck, was fĂŒr uns eine absolute Ausnahme ist. Wir frĂŒhstĂŒcken eigentlich nie im Hotel. Zu einem spĂ€teren Zeitpunkt am Tag essen wir gerne einen Bagel, normalerweise ziemlich klassisch mit Cream Cheese, und zwar am liebsten bei Ess-A-Bagel. In der 32nd Street ist auch ein Ess-A-Bagel in unserer NĂ€he. Auch wenn die Schlangen meistens lang sind, es lohnt sich. Dann gibt es an verschiedenen Stellen der Stadt die Magnolia Bakery, auch ein toller Laden, vor allem fĂŒr Cup Cakes und einen himmlisch guten Banana Pudding.
Ansonsten snacken wir uns so durch den Tag. An vielen Stellen stehen kleine Wagen mit Essensmöglichkeiten. Einer unserer Favoriten steht an der 45th Street/Ecke 6th Avenue: Kwik Meal.
Ein Highlight der abendlichen Unterhaltung ist das Musical Hamilton. Ich hatte von Hamilton gehört, als das Ensemble im WeiĂen Haus bei den Obamas war und als Armanda Gorman, die bei der Vereidigung von Joe Biden ein Gedicht (âThe Hill We Climbâ) vorgetragen hat, danach darĂŒber sprach, wie sehr Hamilton sie beeinflusst habe. Damals wollte ich unbedingt mal in das Musical gehen und wir hatten auch ĂŒberlegt. Aber die Ticketpreise sind schon ziemlich abschreckend. Letztlich gab es dann aber doch noch einen kleinen AnstoĂ (Danke Ann-Katrin), den es manchmal braucht und wir hatten uns noch Karten besorgt. Und es hat sich definitiv gelohnt. Die Geschichte, die Musik, das Ensemble, King George, die AtmosphĂ€re, das Publikum, das bei einzelnen Szenen laut jubelt, ⊠Ein toller Abend.
Danach gehen wir noch in eine Bar, diesmal zu Madame George. Wir sind zunĂ€chst etwas irritiert. Eine abgedunkelte TĂŒr ohne Beschriftung. Der TĂŒrsteher nebenan sagt uns, dass wir da richtig wĂ€ren. Wir werden durch verwinkelte GĂ€nge nach unten in einen Keller gefĂŒhrt, Christine will fliehen, aber wir gelangen irgendwann tatsĂ€chlich in eine Bar. Wir trinken das erste Mal in New York einen Cocktail, was eigentlich nicht so unser Ding ist. Aber der Gin Gin Mule ist schon sehr lecker.