Bis wir uns mal wiedersehen, hoffe ich , dass Gott Dich nicht verlässt; er halte Dich in seinen Händen, doch drücke seine Faust Dich nicht zu fest.
Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott Dich fest in seiner Hand; und bis wir uns wiedersehen, halte Gott Dich fest in seiner Hand.
Heute ist der 3.7.2009. Heute ist ein sehr trauriger Tag. Heute ist ein sehr schwerer Tag gewesen. Heute musste ich mich von meinen geliebten Kindern verabschieden. Heute war der letzte Tag meines Praktikums. Ein sehr schöner, wenn auch trauriger Moment meines Lebens. Daher sage ich gleich dass dieser Eintrag sehr lang und auch relativ langweilig für unbeteiligte werden könnte.
Da ich eine wirklich schöne zeit in der Delfingruppe hatte, wollte ich mich auch ordentlich von den Kindern verabschieden. Besonders da ich mitbekommen habe, das sie auch etwas für mich am basteln waren. Ich dachte mir, ich lass meine Mutti einen schönen Kuchen backen. Meine Mutti war auch so super und hat es getan, mit schön viel Schoko und Smarties, ein Paradies für Kinder. Als ich den Kuchen allerdings heute Morgen aufschneiden wollte gab es ein Problem: Wegen der zu dicken Schokolade und den vielen Smarties kam man nicht durch, bzw. fiel der Kuchen beim Schneiden in tausend winzige Stückchen. Habe es trotzdem weiter versucht, als der Kai, ein Mitarbeiter und mein Nachbar (Tatsache, ich hatte einen Arbeitskollegen der direkt nebenan wohnt!), mir einen Strauß Blumen geschenkt. Total lieb von ihm, auch wenn ich etwas verwirrt war deswegen. Nach dem ersten Schreck bin ich dann schnell in den Plus, habe einen Tortenboden, Erdbeeren und Tortenguss geholt und noch schnell einen Erdbeerkuchen gezaubert. Den Schokoladenkuchen habe ich dann den anderen Erziehern als “Abschiedsgeschenk” angedreht ;P Irgendjemand musste ja den Kuchen essen. Geschmeckt hat er ihnen auch von daher ist das ja gar nicht mal so schlimm. Den richtigen Grund wieso sie einen Kuchen bekommen haben, mussten sie ja nicht wissen. Habe aber betont dass ihn meine Mutti gemacht hat. Ich muss auch sagen dass er wirklich lecker war, nur wegen der vielen Schokolade etwas zu süß bei dem Wetter.
Vor dem Mittagessen haben wir dann erst Zoe’s 6ten Geburtstag gefeiert. Wir haben “Heut’ ist dein Geburtstag” gesungen und ich musste wieder schmerzlichst feststellen, da sich eigentlich gar nicht den Text beherrsche. Das muss ich unbedingt noch nachholen, da es ja auch ein ziemlich bekanntest Lied ist und ich es bestimmt noch öfters, auch in anderen Einrichtungen, singen werde. Danach konnte dann jedes Kind welches wollte Zoe noch seine Glückwünsche sagen. Wie immer wurden Luftballons, viele schöne Tage, Geschenke und Sonne gewünscht. Und das quasi 20-mal, da jedes Kind meistens das gleiche wünscht.
Und dann war mein Abschied in der Gruppe an der Reihe. Schon bevor es überhaupt los ging, sind mir die ersten Tränen runter gekullert. Ich hab die Kinder einfach lieb gewonnen. Ich kannte sie die meisten ja schon von meinen Küchenjob im letzten Jahr. Und ich bin nah am Wasser gebaut. Trotzdem habe ich versucht mich zusammen zu reißen. Das war gar nicht so leicht. Die Kinder haben mir gute Noten, Luftballons und vieeeeelll Arbeit gewünscht. So viele Kinder haben mir vieeelll Arbeit gewünscht, sind sie nicht einfach großartig?
Dann gab es auch noch Geschenke für mich. Einmal einen Teller mit Tasse, welches die Kinder bemalt haben. Somit habe ich immer ein Andenken an die kleinen Racker. Viel zu schade um es zu benutzen. Jetzt muss ich nur noch einen schönen Platz dafür finden. Da ich nicht gerade die dekorativste Person bin, wird das gar nicht mal so leicht.
Zu dem Geschirrset gab es dann noch eine selbstgestaltete Baumwolltasche, welche selbstverständlich mit einem Delfin verziert wurde. Es wäre ja auch höchst seltsam wenn die Delfingruppe mir einen Bären auf die Tasche malen würde, oder? Auch die Baumwolltasche ist selbstverständlich viel zu schade um benutzt zu werden. Auch hierfür werde ich mir daher einen Platz suchen. Vielleichtim Schlafzimmer an einer Wand? Dann kann ich die gleich morgens betrachten und mich an die schöne Zeit erinnern. Und die Tasche kann mir so Kraft geben mich in der Ausbildung 2 Jahre lang richtig reinzuknien, damit ich im dritten Lehrjahr mein Annerkennungsjahr in der Kita machen kann. Das wurde mir nämlich Angeboten, und ich bin verleitet dieses Angebot auch anzunehmen. Auch wenn in zwei Jahren keines der Kinder mehr da ist, welches ich kenne.
Außerdem gab es noch einen Kuvert mit Geld, welchen ich im Kindergarten nicht geöffnet habe, aber zu Hause festgestellt habe das sich dort drin 37,50€ befinden. Und mein Zeugnis, welches in hohen Tönen mich lobt habe ich auch bekommen. Mein Zeugnis ist so gut, das andere Einrichtungen bestimmt zu hohe Erwartungen in mich setzen. Dann gab es meinen Erdbeerkuchen und anschließend Zoe’s mitgebrachtes Eis.
Ich hatte die Hoffnung das es somit für mich nun zu Ende war mit dem verabschieden, aber da habe ich mich geirrt. Kurz nachdem wir mit unserem kleinen Fest in der Delfingruppe fertig waren, sind alle Gruppen auch gleich in die Küche, bzw.ind en Flur vor der Küche um Inges Geburtstag zu feiern. Die Inge arbeitet in der Küche und ist meine zweite Mutti. Mit ihr habe ich mich immer total gut verstanden und ich werde sie, wie damals auch total vermissen. Und ja, ich habe Inge auch immer Mutti in der Kita gerufen und sie mich “mein Kind”. 030709_04 Alle Gruppen haben dann “Heut’ ist dein Geburtstag” für die liebe Inge gesungen. Die hat dann Süßes an die kleinen verteilt und als alle bedient waren, haben sie doch tatsächlich auch noch für mich das irische Segenslied “Möge die Straße” für mich gesungen und mich alle nochmals verabschiedet. Wieder sind Tränen gekullert. Anders kann es ja auch gar nicht gehen. Einige der Kinder wollten dann auch noch geknuddelt und gedrückt werden, was die Sache dann auch nicht leichter gemacht hat für mich.
Pause, endlich 30minuten Pause um sich mal zu beruhigen! Habe dann in der Küche zusammen mit der Inge ihren Geburtstag und meinen Abschied noch etwas gefeiert. Hatte ihr ein Stück von dem leckeren Kuchen reserviert, liebevoll Erdbeeren daneben drapiert und ein Teelicht angezündet, als Geburtstagskerze. Von der Inge habe ich dann noch eine Abschiedskarte und den kleinen süßen Schutzengel bekommen. Ich hatte für Inge leider nur einen Blumenstrauß, aber sie hat sich auch total darüber gefreut. Besonders über die Kerze. Fand die Idee total süß.
Beim Mittagessen waren die Kinder allerdings wieder total nervig. Obwohl ich es eigentlich nicht darf, hatte ich heute wieder die alleinige Aufsicht bei Kaltessern. Normalerweise hat das auch immer geklappt, aber ich glaube die hatten einfach einen an der Klatsche wegen die Hitze. Jedenfalls wollten sie diesmal überhaupt nicht auf mich hören und nach etlichen Verwarnungen habe ich dann Susanne geholt, welche den Kindern nochmals die Leviten gelesen hat. Susanne hat sich dann um die Kaltesser gekümmert und ich war mit zwei anderen Praktikanten bei den Warmessern. Dort waren die Kinder auch nicht gerade ruhiger. Der David wollte dann eine stille Minute einläuten, aber die Kinder haben überhaupt nicht reagiert. Und weil sich David den Mund fusselig geredet hat, ist mir der Knoten geplatzt und ich hab, entgegen meiner eigentlichen Art, die Kinder total laut an gemault. Aber es hat geholfen. Alle waren ruhig, wahrscheinlich vor Schreck. Aber selbst die Praktikanten wussten nicht was geschehen war. Susanne fand’s gut dass ich mich durchgesetzt hab. Ich auch, aber ich war selbst überrascht über mich.
Um 14.00Uhr wurden dann die meisten Kinder abgeholt und es hieß sich nochmals verabschieden und knuddeln. Auch die Eltern haben sich von mir verabschiedet und von einigen gab es noch Blumen.
Total schön und auch total viele. Zudem hätte ich nicht damit gerechnet so viele zubekommen. Welches mich natürlich auch freut, weil das heißt ja dass ich meine Arbeit zufriedenstellend gemacht habe, sonst würden die das ja wohl nicht machen. Problem war nur, wie bekomme ich das alles nur nach Hause? In einer Mülltüte, lautet die Antwort. Eine komische Art und Weise Blumen zu transportieren, aber es ging nicht anders. Es waren einfach zu viele. Ich bin dann auch heute eher gegangen. Es waren kaum Kinder da und es ist ja auch mein letzter Tag gewesen. Da war ich dann so dreist. Und Premiere! Ich bin zum ersten Mal mit dem Kai komplett nach Hause gefahren. Normalerweise bin ich ja immer direkt nach der Arbeit zur Mutti Essen gefahren, diesmal aber nicht, wegen den Blumen. Daher kommt es das Kai und Ich nie zusammen nach haus gefahren sind. Und ich kann nur sagen: zum Glück! Der macht ja solch ein Stress die Bahn nach Brechten zu bekommen, das gibt es ja gar nicht. Wir müssen nämlich immer umsteigen wenn wir zur Arbeit fahren, und die Bahnen kommen eigentlich fast immer gleichzeitig. Haben die Bahn dann bekommen (mit Flipflops rennen mach ich auch nie wieder) und Kai war glücklich. Natürlich musste es dann noch wie in Strömen regnen als wir bei der Haltestelle ausgestiegen sind. Naja regnen kann man nicht sagen, es hat gegossen! Kaum aus der Bahn ausgestiegen schon platsche nass gewesen! Ein “Wet T-Shirt Contest” auf die schnelle =D
Ich fand’s lustig. Und der heutige Tag war trotz des ganzen Abschiedsschmerzes sehr schön. Ich glaube so richtig realisiert habe ich es noch gar nicht, das heute mein letzter Tag war, sonst wäre ich jetzt nicht so gefasst. Ich kann nur sagen Ich werde die Zeit in dieser Einrichtung sehr vermissen.
Im Übrigen bekommen nicht alle Praktikanten solch eine Zeremonie und so viel Geld. Der David, welcher heute auch seinen letzten Tag hatte und 3 Monate in der Kita war, auch nur einen Strauß Blumen bekommen und etwas Gebasteltes aus seiner Gruppe. Der hat vielleicht geschaut kann ich euch sagen. Er wollte ja unbedingt wissen was ich zum Abschied bekommen habe. Für ihr wurde im Übrigen auch nicht gesungen, bzw. haben nicht alle Kinder für ihn gesungen.
(P.s.: Für 2 Wochen Katzen-Sitten hat mir Susanne 50€ gegeben. Ist so etwas normal? ich finde es übertrieben hoch und kann es eigentlich gar nicht annehmen, aber ich brauch das Geld. Mein MP3-Player ist kaputt.)
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