Rom - eine so alte, so faszinierende Stadt; voll mit antiken Bauwerken, SehenswΓΌrdigkeiten fΓΌr die tausende von Touristen jedes Jahr in diese Stadt reisten. Kaum zu glauben, dass einer ihrer besten Freunde von nun an hier leben wΓΌrde, seinen Alltag in einer so zeitlosen Stadt verbringen wΓΌrde, die vor Eleganz nur so schrie. Die Sonne stand noch schon hoch am Himmel, tauchte die kunstvollen GebΓ€ude in ein sanftes, goldenes Licht, als sich Kayla zu der Adresse begab, die ihr Caleb zuvor genannt hatte. Gott war sie erleichtert gewesen, als der Partner von Delian ihrem Plan zu gestimmt hatte. Auch wenn sie die ersten Tage zum Ankommen brauchten, wusste wohl auch er, wie viel es Delian bedeuten wΓΌrde, eine gute Freundin in der NΓ€he zu wissen. Ein Schmunzeln umspielte Kaylas Lippen, als sie daran dachte, dass der Lockenkopf noch keinen blassen Schimmer davon hatte, dass sie in wenigen Minuten vor seiner TΓΌr stehen wΓΌrde. Sie hatte zwar angekΓΌndigt, dass sie Urlaub machte, aber dass sie die ersten Tage davon in Positano verbrachte, nur um ihn anschlieΓend in Rom zu ΓΌberraschen, hatte sie ganz frech verschwiegen. Er war so aufgeregt, fast schon nervΓΆs gewesen. Hier starte ein ganz neues Leben fΓΌr ihn. Weit weg von dem, was vertraut war, weit weg von seinen Freunden, dem Ort, den er eine Zeit lang als Heimat gewΓ€hlt hatte. Distanz war von Anfang an Teil ihrer Freundschaft gewesen, der Wechsel des Kontinentes Γ€nderte leider auch daran nichts und doch hatte sich die junge Blondine fest in den Kopf gesetzt, immer fΓΌr ihn da zu sein; egal, wie turbulent das Leben sein mochte. Und nach dem Vorfall vor noch gar nicht allzu langer Zeit, war sie noch entschlossener gewesen, ihren Plan in die Tat umzusetzen, ihm den Start in diesem Land ein wenig einfacher zu machen. Das Taxi hielt vor ihrem neuen Zuhause. Ein schΓΆnes Haus, das sich perfekt in seine Umgebung einfΓΌgte. Gewiss stand noch alles voll mit Umzugskartons, viele MΓΆbel fehlten noch, aber schon jetzt konnte sie sich lebhaft vorstellen, wie die zwei jungen MΓ€nner sich hier ein schΓΆnes Zuhause schafften, eins in dem sie sich wohlfΓΌhlen, indem sie das gemeinsame Leben genieΓen konnten. Die Vorstellung gefiel ihr. βGrazie mille.β, sagte Kayla in einem sanften Tonfall zum Taxifahrer, als sie ihm das Geld reichte, das sie ihm schuldete, bevor sie leicht nervΓΆs aus dem Auto stieg und sich einmal ausgiebig umsah. Die PapiertΓΌte in ihrer Hand wurde von dem altbekannten goldenen, na ja eher gelben, M geschmΓΌckt. Zwar wΓΌrde Delian mit einem begabten Koch an seiner Seite nie Hunger, doch kannte sie auch seine Liebe zu Nuggets und irgendwie war es fast schon ein running Gag geworden, dass er welche geschenkt bekam, also erlaubte sie sich auf diesen kleinen SpaΓ. In der anderen Hand hielt sie ein Geschenkkorb, eine Kleinigkeit zum Einzug, ein paar Leckerein: frisches Brot, gutes Salz, teures OlivenΓΆl, ein Set KΓΌchenhandtΓΌcher, nichts aufregendes, aber eine Aufmerksamkeit, die man so standartgemÀà mitbrachte, wenn jemand umgezogen war. Noch ein tiefer Atemzug, der dazu dienen sollte, ihre Aufregung zu lindern, bevor sie auf ihren AbsΓ€tzen klackernd den schmalen Weg vom Bordstein zur HaustΓΌr beschritt. Die Klingel ertΓΆnte und die wenigen Sekunden, bis sich die TΓΌr vor ihrer Nase ΓΆffnete, fΓΌhlten sich an wie eine quΓ€lende Ewigkeit. Einerseits freute sie sich, ihren Freund gleich in den Arm nehmen und sein verdutztes Gesicht sehen zu kΓΆnnen, andererseits wusste sie natΓΌrlich auch nicht, wie er auf diese Γberraschung reagieren wΓΌrde.
Ein breites Grinsen zeichnete sich auf Kaylas Gesicht ab, als sie den blonden Lockenkopf mit einem unvergleichlichen Blick vor sich erblickte; fast als wΓΌrde er einen Geist sehen. βKayla..wieβ¦β, stammelte er sichtlich verwirrt, wΓ€hrend seine brauen Augen irritiert ΓΌber ihre Gestalt wanderten. βΓberraschung!β, kam es wesentlich euphorischer ΓΌber die Lippen der Blondine, wΓ€hrend sie die PapiertΓΌte in ihrer Hand ein wenig hochzog, als wΓ€re es ein ganz besonderes Geschenk, das sie mitbrachte. Es dauerte einen Moment bis Delian zu realisieren schien, dass sie wirklich vor ihm stand, doch als er checkte, was Sache war, schloss er Kayla freudig in seine Arme. βWarum zur HΓΆlle bist du hier?β, fragte er noch immer ein wenig unglΓ€ubig nach, wΓ€hrend sie seine Umarmung so gut es mit vollen HΓ€nden eben ging, erwiderte. βIch dachte, du kannst in der ersten Zeit hier, ds vertraute Gesicht deiner Therapeutin gut gebrauche. AuΓerdem war so ein Urlaub schon lΓ€ngst ΓΌberfΓ€llig.β, eine ehrliche Antwort, die doch ein wenig Scherz in sich trug. Auch wenn sie anfangs eine Online-Therapie gestartet hatten, waren sie schon lange viel mehr als Therapeutin und Klient. Sie waren Freunde. Gute Freunde. So gut, dass sie manchmal etwas wie einen kleinen Bruder in dem JΓΌngeren sah, der sie doch mit seiner GrΓΆΓe weit ΓΌberragte. βDu musst mir unbedingt euer Haus zeigen und danach mΓΌssen wir die Stadt unsicher machen. Ich bin sicher, Caleb kann uns ein paar gute Orte verraten, wo wir unseren Durst stillen kΓΆnnen.β, fast schon ΓΌberschwΓ€nglich kamen diese Worte ΓΌber ihre vollen Lippen, nachdem sie die Umarmung gelΓΆst hatten und sie Delian ganz beilΓ€ufig den Korb sowie die PapiertΓΌte aufdrΓΌckte und sich einfach ganz dreist ein paar Schritte ins Innere des Hauses kΓ€mpfte. Neugierig sah sie sich um, wΓ€hrend die Vorfreude auf ein paar Tage Rom weiter anstieg. Gespannt darauf, was die Zeit hier vor Ort noch alles bereithielt.