Ich weiß nicht, ob diese Worte dich jemals erreichen werden.
Aber falls doch – dann, weil ich den Mut gefunden habe, ehrlich zu sein.
Seit vier Jahren versuche ich, weiterzugehen. Seit vier Jahren sage ich mir, dass es richtig war, dass es keine andere Wahl gab. Ich habe mein Leben gelebt, habe gelacht, habe geliebt – oder zumindest versucht. Ich habe mich in andere Arme gewagt, in der Hoffnung, dass jemand anderes mich so halten kann, wie du es getan hast. Und doch habe ich immer nur nach dir gesucht.
Dann sahen wir uns wieder. Nach dreieinhalb Jahren. Und alles, was ich mir eingeredet hatte, brach in sich zusammen. Ich sah dich – dein Lächeln, deine Augen, deine vertrauten Bewegungen – und da war es wieder. Dieses Gefühl, das ich bei niemand anderem finden konnte. Dieses seltsame, bittersüße Wissen, dass es immer nur du warst.
Ich hätte damals mit dir sprechen sollen. Aber ich hatte Angst. Angst, dass du mich nicht mehr so siehst wie früher. Angst, dass du mich längst hinter dir gelassen hast. Angst, dass ich mir nur etwas vormache. Also schwieg ich.
Im November haben wir uns wieder gesehen. Wieder hätte ich es sagen können, wieder blieb es unausgesprochen. Stattdessen redeten wir, lachten, und ich war einfach nur glücklich, in deiner Nähe zu sein. So, als wäre nie etwas passiert. So, als wäre das, was wir einst hatten, nie wirklich verschwunden.
Und doch irgendwann kam dieses Gespräch. Ich sagte dir, dass ich dich vermisse. Dass ich immer noch an dich denke. Dass ich damals zu unreif war, um zu verstehen, was ich da aufgebe. Aber das Wichtigste habe ich nicht gesagt.
Dass ich dich immer noch liebe.
Seitdem gibst du mir Rätsel auf. Du nennst mich wieder bei unseren alten Kosenamen, als wolltest du die Zeit zurückdrehen. Manchmal bist du mir nah, dann wieder weit entfernt. Ein Schritt vor, zwei zurück. Ich weiß nicht, ob du mir eine Tür offenhalten willst oder ob du mich nur aus Gewohnheit festhältst, weil ich immer da war.
Ich frage mich, ob du mich genauso vermisst, wie ich dich. Ob du, wenn du nachts in dein Kissen sinkst, manchmal wünschst, es wäre mein Arm, der dich hält. Ob du, wenn du durch die Stadt gehst, an den Orten verweilst, an denen wir einmal wir waren – und dabei an uns denkst.
Oder ob du längst weitergegangen bist und nur aus Mitleid an unserer Freundschaft festhältst.
Ich weiß nicht, was ich tun soll. Soll ich auf dich warten? Soll ich dir noch einmal mein Herz hinhalten, in der Hoffnung, dass du es dieses Mal hältst? Oder sollte ich mich endlich von dieser Hoffnung verabschieden?
Denn wenn ich es tue – wenn ich dich frage, ob es für uns eine zweite Chance gibt – und du mir diese nicht geben kannst, dann fürchte ich, dass ich nicht einfach so weitermachen kann.
Denn wie soll ich an deiner Seite bleiben, wenn mein Herz sich immer nach mehr sehnt?
Die Angst, dich ein zweites Mal zu verlieren, ist größer als der Mut, es überhaupt zu riskieren.
Und doch … wenn du mich nur einmal bitten würdest, zu bleiben, dann gäbe es für mich keinen Grund mehr zu gehen.





















