Ein letzter Kater (1)
Widerwillig blinzelnd öffne ich meine verkrusteten Augen. Ich stelle fest, dass mein Mund einer staubtrockenen Wüste gleicht. Großer Durst macht sich breit. Mit einem leisen Schmatzen öffne ich meine Lippen, während ich versuche, meine Mundhöhle mit meiner Zunge zu befeuchten. Angewidert von mir selbst schmecke ich einen klebrigen Film aus einer Mischung von Speichel und Kotzresten. Mein eigener, ekelhafter Atem steigt mir in die Nase - eine widerwärtige, fahle Alkoholnote.
Kein Zweifel: ich habe es wieder getan. Entgegen aller guten Vorsätze, aller endlosen Versprechen. Wieder habe ich mich auf andere Sterne katapultiert und jegliche Erinnerung an den vorherigen Abend aus meinem kaputten Hirn gelöscht. Völliger Blackout. Mein Selbstmitleid, die Ungewissheit und das damit verbundene schlechte Gewissen bereiten mir Herzrasen. Meine Hände fangen an zu schwitzen. Ist das noch Selbstreflexion oder schon Entzug?
Ich setze mich aufrecht hin und versuche meinen Orientierungssinn zu kalibrieren. Alles dreht sich. Mein Magen zieht sich zusammen. Ich glaube, ich muss kotzen. Doch schaffe ich es irgendwie, den stinkenden Brei in meinem Inneren einzubehalten. Ich stehe auf und reibe mir die Augen. Gerade habe ich nichts anderes im Sinn, als so schnell wie möglich aus dem Wasserhahn im Badezimmer zu saufen. Der Durst ist wirklich unerträglich.
Fortsetzung folgt…
















