Meine Dämonen
Alle sitzen zurzeit schön zusammen und feiern als Familie. Alle haben ihre liebsten um sich.
Nur ich … ich sitze auf meiner Couch. Ich bin nicht alleine. Das möchte ich ja gar nicht behaupten. Nein. Bei mir sind meine Depressionen, meine Unsicherheit, meine verlustangst, meine Bindungsangst, mein ADHS und mein Borderline. Und sie alle reden auf mich ein. Und ich sitze hier und kann nichts anderes machen als zu zuhören was sie mir mal wiedererzählen. Es ist zwar nichts neues… es sind wie immer dieselben Sachen, die sie mir erzählen. Sie sagen mir mal wieder das ich eine schlechte Mutter bin, dass mich keiner braucht mich keiner will und mich keiner vermissen wird. Das ich keine Familie habe und sowieso nichts auf die reihe kriege, dass ich nutzlos bin und ich dem ganzen doch endlich ein ende setzten soll. Das ich nicht besser bin als meine eigene Mutter, über die ich mich immer aufgeregt habe, dass ich nie vergewaltigt wurde, sondern es ja verdient habe das man so mit mir umgegangen ist. Das meine Eltern glücklicher sind ohne mich das sie ja Mo haben und dass sie momentan drüben sitzen am Kamin und sich einen schönen film zusammen angucken. Und dass sowieso alle froh sind, wenn ich wieder in der Klinik bin, weil sie dann endlich wieder ihre ruhe vor mir haben, und sich nicht mit dem kranken kaputten Mädchen abgeben müssen. Sondern sie einfach ihr leben führen können und es genießen können ohne, dass ich ständig dazwischenfunke. Und egal wie oft ich versuche gegen diese Gedanken anzukommen. Sie lassen mich nicht zu worte kommen. Sie reden einfach immer weiter. Und sie werden immer lauter. Jeden Abend werden sie so unfassbar laut. Sie schaffen es das der Rest der Welt nicht mehr zu mir durchdringt. Egal wie laut ich die Musik mache die Gedanken sind lauter. Ich kann nicht schlafen, weil sie mich wachhalten. Ich kann nicht schreien, weil sie mich so taub gemacht haben das ich nur dasitzen kann und hoffen kann das sie irgendwann wieder leiser werden. Ich hasse es. Ich hasse mein Leben so sehr. Ich bin so verdammt müde. Das Leben hat mich müde gemacht, ich bin müde vom Leben… ja ich bin lebensmüde…. Aber ich schaffe es nicht mir das Leben zu nehmen. Vllt, weil ich hoffe das da doch noch mehr ist. Das es einen Grund gibt wieso ich noch lebe. Ich hoffe es so sehr… aber jeden tag schwindet diese Hoffnung ein bisschen …. Selbst wenn an de tag etwas Gutes passiert ist kommen abends die Dämonen wieder und machen mir alles wieder kaputt…mein Sohn nennt seine Oma inzwischen Mama…. Also wofür braucht er mich noch? ich weiß nicht wie lange ich noch so weiter machen kann… ich weiß es einfach nicht. Ich weiß das es Menschen gibt, die mich lieben und die mich brauchen. Zum mindestens behaupten sie das…. Aber ich weiß das, dass nicht stimmt. Ich weiß das es weh tun wird. Aber sie werden weiter machen und irgendwann werden sie sich nicht mehr an mein Aussehen und an meine stimme erinnern. Ich werde eine verschwommene Erinnerung sein. Die zwar immer weh tun wird, wenn man daran denkt… aber mit der zeit werden sie weniger an mich denken…
















